Mineralwasser: Arsen in Bad Harzburger, TFA in sechs Sorten
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Qualität von Mineralwasser in Flaschen ist für Verbraucher ein zentrales Kriterium bei der täglichen Flüssigkeitsversorgung. Eine Untersuchung der Zeitschrift ÖKO-TEST von 56 Medium-Mineralwässern aus Deutschland zeigt ein überwiegend positives Bild: Insgesamt 40 Produkte sicherten sich das Gesamturteil „sehr gut“.
Dennoch wiesen die Laboranalysen bei einigen Marken Verunreinigungen auf, die von Rückständen langlebiger Industriechemikalien bis hin zu Schwermetallen reichen.
Starke Leistungen im Niedrigpreis- und Markensegment
Das Testfeld umfasste Erzeugnisse diverser Preisklassen. Zu den mit der Bestnote bewerteten Wässern gehören bekannte Marken wie Vilsa, Adelholzener Sanft und Gerolsteiner. Gleichzeitig belegt die Untersuchung, dass eine hohe Qualität nicht zwingend mit hohen Ausgaben verbunden ist: Auch die Discounter-Eigenmarke Saskia von Lidl, die ab 19 Cent pro Liter erhältlich ist, erreichte die Note „sehr gut“.
Diese breite Spitzengruppe bestätigt, dass der Großteil der untersuchten Brunnenbetriebe saubere und einwandfreie Quellen nutzt, die den strengen gesetzlichen Anforderungen an natürliches Mineralwasser entsprechen.
Nachweise von Pestizidabbauprodukten und PFAS
56 Medium-Mineralwässer im Labor — 40 mit Bestnote, aber in 12 Proben fanden die Prüfer Pestizidabbauprodukte, Süßstoffe oder PFAS, in sechs Wässern erhöhte TFA-Werte. Wer täglich zur Flasche greift, will wissen, welche Marken sauber sind. Jetzt kostenlosen Einkaufsguide für unbedenkliches Mineralwasser anfordern
Trotz der vielen Bestnoten fielen nicht alle Proben unbedenklich aus. In 12 der 56 getesteten Wässer wiesen die Labore unerwünschte Substanzen nach, darunter Abbauprodukte von Pestiziden, Süßstoffe sowie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS).
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Prüfer der Trifluoressigsäure (TFA), einem extrem langlebigen Stoff, der unter anderem beim Abbau bestimmter Pflanzenschutzmittel und Industriechemikalien entsteht. In sechs Wässern stellten die Prüfer erhöhte TFA-Werte fest.
Belastungen dieser Art führten bei mehreren bekannten Marken zu Punktabzügen. Die Produkte von Aquiva (Penny), Hochwald, Margon sowie der EIFEL Quelle erhielten im Gesamturteil lediglich die Note „ausreichend“.
Abwertung wegen Arsenfund
Arsen im Bad Harzburger Medium, TFA in sechs Sorten, „ausreichend" für Aquiva, Hochwald, Margon und EIFEL Quelle — die neue Untersuchung zeigt: Nicht jede bekannte Marke ist unbedenklich. Für Familien, die jeden Tag Mineralwasser kaufen, lohnt der genaue Blick auf die Funde. Checkliste: Diese Wässer blieben ohne Schadstoff-Fund
Noch deutlicher fiel die Kritik bei einem weiteren Produkt aus: Im Wasser Bad Harzburger Medium wiesen die Prüfer das giftige Halbmetall Arsen nach. Als Konsequenz vergab ÖKO-TEST für dieses Mineralwasser das Testurteil „mangelhaft“. Arsen kann natürlicherweise im Gestein vorkommen und sich im Tiefenwasser lösen, gilt jedoch als gesundheitlich bedenklich und führt bei entsprechenden Gehalten zu deutlichen Abwertungen.
Die Testergebnisse verdeutlichen das Spannungsfeld beim Schutz natürlicher Wasservorkommen: Während die Mehrheit der deutschen Abfüller einwandfreie Reinheit gewährleistet, verdeutlichen die Funde von TFA und anderen Spurenstoffen die wachsende Herausforderung, Grundwasserleiter langfristig vor anthropogenen Einträgen zu bewahren.
