MiMo-V26, Xiaomi

MiMo-V2.6 Pro: Xiaomi führt Open-Weights-Ranking mit 46 Punkten an

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xiaomi veröffentlicht zwei frei nutzbare KI-Modelle mit 46 Punkten im Open-Weights-Vergleich und umfangreichen multimodalen Funktionen.

Xiaomi MiMo-V2.6: Neue KI-Modelle erreichen Spitzenwert
Eine weitläufige, modern gestaltete Serverhalle mit symmetrischen, dunkelmetallischen Kühlungsmodulen in kühlem, blauem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Xiaomi hat seine neue KI-Modellreihe MiMo-V2.6 vorgestellt. Die Serie umfasst die beiden nativ omnimodalen Modelle MiMo-V2.6-Pro sowie MiMo-V2.6-Flash. Die entsprechenden Modellgewichte stellte das Unternehmen auf der Plattform Hugging Face unter der freien MIT-Lizenz bereit, was auch eine uneingeschränkte kommerzielle Nutzung erlaubt, wie Branchenberichte vom 22. September 2026 darlegen.

Spitzenplatzierung unter frei zugänglichen KI-Modellen

Das Flaggschiffmodell MiMo-V2.6-Pro erzielte im Artificial Analysis Intelligence Index v4.3.2 eine Wertung von 46 Punkten, während Xiaomi selbst 46,32 Punkte ausweist. Damit setzt sich das System an die Spitze der sogenannten Open-Weights-Modelle. Es liegt vor Z AI GLM-5.3 mit 45 Punkten und Kimi K3 mit 44 Punkten und schließt zu SpaceXAI Grok 4.7 auf, das ebenfalls 46 Punkte aufweist. Führende proprietäre Closed-Source-Modelle erreichen in diesem Benchmark derzeit 53 Punkte.

Artificial Analysis beziffert die Betriebskosten auf 0,13 US-Dollar pro Indexaufgabe; die vollständige Evaluierung schlug mit 206.66 US-Dollar zu Buche.

Auch bei Softwareentwicklungsaufgaben legte die Serie zu: Der DeepSWE v1.1 Score stieg für die Pro-Version von 58,4 auf 72,57 Punkte, während die Flash-Ausführung von 48,8 auf 65,6 Punkte zulegte.

Technische Architektur und Trainingsinfrastruktur

Beide Modelle basieren auf einer Sparse-Mixture-of-Experts-Architektur (MoE). MiMo-V2.6-Pro verfügt über 1,02 Billionen Gesamtparameter, von denen 42 Milliarden pro Token aktiv geschaltet werden.

Die Architektur stützt sich auf ein Kontextfenster von einer Million Token, ein 70-Layer-Backbone mit 60 Sliding-Window- und 10 Global-Attention-Schichten sowie 384 geroutete Experten, von denen acht pro Token aktiv sind. Hinzu kommen das MiMo ViT mit 681 Millionen Parametern, ein AudioTokenizer mit 308 Millionen Parametern, ein Audio-Patch-Encoder mit 127 Millionen Parametern sowie ein fünfschichtiger Multi-Token-Prediction-Decoder für sieben Token pro Forward-Pass.

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Die kleinere Variante MiMo-V2.6-Flash umfasst 309 Milliarden Gesamtparameter bei 15 Milliarden aktiven Parametern pro Token. Beide Systeme verarbeiten Text-, Bild-, Video- und Audio-Eingaben, unterstützen bis zu 128.000 Output-Token und beherrschen Funktionsaufrufe, Websuchen sowie strukturierte Ausgaben.

Neue funktionale Schwerpunkte liegen auf einem dreidimensionalen Raumverständnis, multimodaler Wahrnehmung, Computer-Use-Fähigkeiten und der Bereitstellung eines Desktop-Clients.

Das Reinforcement-Learning-Training (RL) umfasste 30 Schritte in unter sechs Tagen mit rund 750.000 Trajektorien. Die reinen RL-Trainingskosten beliefen sich auf 2,62 Millionen US-Dollar für Pro und 850.000 US-Dollar für Flash, was Gesamtkosten von etwa 3,47 Millionen US-Dollar entspricht.

Dokumentiert sind zudem asynchrone Group Relative Policy Optimization, gruppenweise Trajektorien-Bewertungen und Kontrollen gegen unerwünschtes Reward Hacking. Die Skalierung erfolgte über große asynchrone Batches mit 1.568 Samples pro Update über Kontexte von bis zu einer Million Token sowie erweiterte Aufgabenfelder.

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Bereitstellung und Preisstruktur

Neben den Modellen umfasst die Veröffentlichung einen technischen Bericht, Trainingscode, ein End-to-End-RL-Framework, ein Agenten-Framework, mehr als 7.000 Agent-Task-Umgebungen sowie das Destillationsmodell MiMo-V2.6-Distill-Qwen-9B. In Praxistests verkürzte Pro den Entwicklungszyklus in der Materialforschung zur PFAS-Adsorption von rund einem Monat auf zwei bis drei Tage und bewältigte eine Lean-4-Formalisierung mit über 6.000 Zeilen.

Die API-Preise bleiben auf dem Niveau der Vorgängerserie V2.5. Für Pro fallen 0,435 US-Dollar pro Million Cache-Miss-Input-Token, 0,0036 US-Dollar bei Cache-Hits und 0,87 US-Dollar pro Million Output-Token an. Die Flash-Variante kostet 0,14 US-Dollar bei Cache-Misses, 0,0028 US-Dollar bei Cache-Hits und 0,28 US-Dollar pro Million Output-Token, während die Batch-API jeweils die Hälfte kostet.

Eine Hochgeschwindigkeitsvariante namens MiMo-V2.6-Pro-UltraSpeed verspricht laut Xiaomi einen bis zu 20-mal schnelleren Ausstoß zu Preisen von 4,35 US-Dollar für Input und 8,70 US-Dollar für Output pro Million Token.

Begleitet wird die Modellreihe von Vorwürfen aus der Branche: Anthropic führte Xiaomi in einem Sicherheitsbericht vom 10. September 2026 an und erhob den Vorwurf, Anfragen zur Datengewinnung über Claude geleitet zu haben; eine Stellungnahme Xiaomis dazu blieb aus.

Anthropic hatte Claude Opus 5.5 am selben Tag auf vier US-Dollar für Input und 20 US-Dollar für Output je Million Token gesenkt; Artificial Analysis führt das Claude-Modell bei einem Indexwert von 58 Punkten.

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