Militär-Robotik: Britische Armee koppelt Hector-UGV an Ajax-Panzer
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
General Dynamics Land Systems-UK (GDLS-UK) und das Technologieunternehmen ARX Robotics haben eine Kooperation vereinbart, um das unbemannte Bodensystem (UGV) Hector mit dem Ajax-Panzerfahrzeug der britischen Armee zu verknüpfen.
Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung autonomer Begleitsysteme, sogenannter Wingmen, die über die Generic Vehicle Architecture gesteuert werden. Durch die Erhöhung der Reichweite und die Übernahme von Aufklärungs-, Überwachungs- und Kampfaufgaben durch die autonomen Einheiten soll das Risiko für Soldaten im Einsatz verringert werden.
Im Rahmen der Partnerschaft wird zudem eine mögliche Produktion der Systeme in South Wales geprüft. Das Vorhaben ordnet sich in die „20-40-40-Vision“ der britischen Armee ein, die eine verstärkte Integration unbemannter Plattformen vorsieht. ARX Robotics fertigt bereits seit 2026 autonom in Großbritannien, nachdem das Unternehmen einen Erstauftrag der britischen Streitkräfte erhalten hatte.
Babcock festigt Partnerschaften mit Ark Robotics und DCE
Parallel zu diesen Entwicklungen treibt auch der Rüstungskonzern Babcock die Integration von unbemannten Systemen voran. Im Rahmen der Fachmesse DVD 2026 unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung (MoU) mit dem in Tallinn ansässigen Unternehmen Ark Robotics. Die Vereinbarung umfasst die Fertigung von UGVs in Großbritannien sowie die System- und Nutzlastintegration, Logistik und Schulungen.
Ark Robotics, das in der Ukraine gegründet wurde, bringt unter anderem das Modell Ark A1 ein. Dieses 12,5 Kilogramm schwere Elektrofahrzeug erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h bei einer Reichweite von über 20 Kilometern und wird bereits in der Ukraine eingesetzt. Das zugehörige Frontier-Navigationssystem ermöglicht es einem einzelnen Bediener, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu steuern.
Zusätzlich ging Babcock eine Kooperation mit Digital Concepts Engineering (DCE) ein. Hier liegt der Fokus auf der Entwicklung und dem Support der X-Series, die Nutzlasten zwischen 150 und 500 Kilogramm tragen kann.
Ein zentraler Bestandteil ist das Marionette-System, mit dem bestehende Fahrzeuge für den Fern- oder Autonomiebetrieb nachgerüstet werden können. Während der Messe wurde eine digitale Munitionshalterung auf einer X-Series-Plattform für die autonome Nachversorgung demonstriert.
Während GDLS-UK und ARX Robotics den Hector-UGV über die Generic Vehicle Architecture an den Ajax koppeln, entscheidet sich, welche Zulieferer künftig in solchen Wingman-Programmen mitfertigen. Wer die Integrationslogik und die Prüfung einer Produktion in South Wales jetzt einordnet, ist bei der nächsten Ausschreibung nicht Zuschauer. Kostenlosen UGV-Integrations-Report anfordern
Internationale Dynamik in den USA und Südkorea
Auch international schreitet die Autonomisierung voran. IDV USA, eine Marke von Leonardo, nimmt mit dem VIKING UGV am EABC-Programm der US Army teil. Das 6x6-Fahrzeug verfügt über eine Nutzlastkapazität von 750 Kilogramm und erreicht im Hybridbetrieb eine Reichweite von über 300 Kilometern. Eine Entscheidung über die Produktion wird nach einer Bewertung Anfang 2027 erwartet.
In Südkorea demonstrierte Hanwha Aerospace Mitte September 2026 das System Arion-SMET. Das 2,2 Tonnen schwere Fahrzeug ist für Nachschubmissionen und autonomes Folgen konzipiert und verfügt über eine Nutzlast von 450 Kilogramm.
Hanwha schloss Anfang September einen Massenproduktionsvertrag mit der Beschaffungsbehörde DAPA ab, der die Lieferung von rund 40 Einheiten ab 2027 an das Heer und die Marineinfanterie vorsieht. Die Roadmap des Unternehmens sieht vor, bis 2030 Konzepte für bemannt-unbemannte Teams (MUM-T) und bis 2035 die volle Autonomie zu realisieren.
Kapazitätserweiterung bei Rheinmetall in Kanada
Aufklärungs-, Überwachungs- und Kampfaufgaben an autonome Begleitsysteme abzugeben, senkt das Risiko für Soldaten — aber nur, wenn die Nachrüstung bestehender Fahrzeuge technisch und in der Lieferkette sitzt. Der Report zeigt, wie Fern- und Autonomiebetrieb nachgerüstet wird und welche Kapazitäten Partner dafür aufbauen. MUM-T-Fahrplan jetzt sichern
In Nordamerika reagiert Rheinmetall Canada auf den wachsenden Bedarf an autonomen Lösungen. In Saint-Jean-sur-Richelieu wurde mit dem Ausbau der Produktions- und Lagerflächen um insgesamt 7.060 Quadratmeter begonnen. Das Werk konzentriert sich insbesondere auf die PATH-Autonomietechnologie und die Mission-Master-Reihe.
Laut Unternehmensangaben wurden seit 2024 mehr als 150 Millionen kanadische Dollar investiert, wobei die Lieferkette fast 1.000 kanadische Klein- und Mittelbetriebe umfasst. Im vergangenen Jahr wurden zudem drei spezialisierte Exzellenzzentren für fortschrittliche Landautonomie gegründet.
