Milchkonsum, Akne

Milchkonsum und Akne: Metaanalyse mit 78.529 Personen zeigt erhöhtes Risiko

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Omega-3-reiche Kost und weniger Zucker können Entzündungen sowie Hautalterung beeinflussen; bei schwerer Akne bleibt dermatologische Behandlung vorrangig.
Frisches Gemüse, Beeren, Nüsse und Olivenöl auf einem Holztisch als Symbol für antientzündliche Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Chronische, unterschwellige Entzündungsprozesse im Körper gelten in der Medizin zunehmend als wesentlicher Treiber des biologischen Alterns. Für diesen Mechanismus etablierte sich im Jahr 2000 der Fachbegriff Inflammaging.

Vor diesem Hintergrund hebt der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl vom Medicum Hamburg hervor, dass eine antientzündliche Kost die wirksamste Ernährungsform gegen eine vorzeitige Hautalterung darstellt. Eine gezielte Auswahl von Lebensmitteln könne zellulären Degenerationsprozessen entgegenwirken und das Hautbild stabilisieren.

Nährstoffe gegen Entzündungen und Gewebeabbau

Um entzündliche Vorgänge im Gewebe einzudämmen, empfiehlt der Hamburger Mediziner die vermehrte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A sowie sekundären Pflanzenstoffen. Auf dem Speiseplan sollten daher vor allem Gemüse, Beeren, Hülsenfrüchte, Fisch und pflanzliche Öle stehen. Der Verzehr von hochverarbeiteten Fertigprodukten, Zucker, Lebensmitteln mit einem hohen glykämischen Index sowie tierischen Fetten sei hingegen zu reduzieren.

Dass diese Ernährungsweise den Alterungsprozess verlangsamen kann, untermauerte eine im Jahr 2021 veröffentlichte Übersichtsarbeit eines deutsch-spanischen Forscherteams. Zudem zeigte eine Meta-Studie aus dem Jahr 2017, dass ein Ungleichgewicht des Darmmikrobioms entzündliche Prozesse im gesamten Organismus auslösen kann.

Der biologische Alterungsprozess macht sich bereits in jungen Jahren bemerkbar: Ab Mitte 20 baut sich Kollagen ab, wodurch Hautdicke und Festigkeit um etwa 1,5 Prozent pro Jahr sinken. Ein übermäßiger Konsum von raffiniertem Zucker kann über Verzuckerungsprozesse zum Phänomen des sogenannten Sugar Sag führen.

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Ultraverarbeitetes rotes Fleisch und Frittiertes begünstigen stille Entzündungen zusätzlich. Eine Beobachtungsstudie zeigte zudem, dass mehr als 8 Einheiten Alkohol pro Woche mit einer vermehrten Bildung von Gesichtsfalten einhergehen.

Einfluss auf Akne und Talgproduktion

Ernährungsfaktoren spielen auch bei dermatologischen Erkrankungen wie Akne eine bedeutende Rolle als Verstärker, wenngleich sie nicht als deren alleinige Hauptursache gelten. Eine Pilotstudie der Universität München und der Universität Miami verdeutlichte, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren mit dem Auftreten von Akne assoziiert ist.

Ein in der Fachzeitschrift Cureus erschienener Review legt dar, dass Ernährungsformen mit hohem glykämischem Index oder hoher glykämischer Last über eine Hyperinsulinämie sowie molekulare Signalwege wie IGF-1 und PI3K/Akt/FoxO1/mTORC1 die Talgproduktion verändern und Entzündungen antreiben.

Klinische Studien liefern hierzu zwar teils noch uneinheitliche Resultate, doch die höchste wissenschaftliche Evidenz besteht für den Einfluss von Milchprodukten sowie Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index.

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Eine Metaanalyse mit 78.529 Personen im Alter von 7 bis 30 Jahren ergab, dass jeglicher Milchkonsum mit einem erhöhten Aknerisiko einhergeht, wobei das Quotenverhältnis bei 1,25 lag. Für fettarme beziehungsweise entrahmte Milch lag der Wert bei 1,32, für Vollmilch bei 1,22. Hingegen fehlt hochwertige Evidenz dafür, dass scharfe Gewürze wie Chili, Meeresfrüchte, Rindfleisch oder Eier als Auslöser fungieren.

Konsequenzen eines hohen Zuckerkonsums

In Deutschland konsumiert eine durchschnittliche Person rund 34 Kilogramm Zucker pro Jahr. Hohe Zuckermengen fördern oxidativen Stress und führen zur Entstehung von Glykierungs-Endprodukten, welche entzündungsfördernde Signalwege wie NF-kB aktivieren. Zudem begünstigen Zucker und raffinierte Kohlenhydrate proentzündliche Bakterien und Hefen im Darmmikrobiom.

Als besonders kritisch gilt Fructose-Glucose-Sirup, da dieser direkt in der Leber verarbeitet wird und die Entstehung einer Fettleber fördern kann. Natürlicher Zucker in Obst, konsumiert in zwei bis drei Portionen täglich, gilt hingegen als unbedenklich.

Da sich die Haut alle 30 bis 40 Tage erneuert, zeigen konsequente Ernährungsumstellungen erst mittelfristig sichtbare Resultate. Beobachtungen weisen darauf hin, dass eine Kost mit niedrigem glykämischem Index nach 8 bis 12 Wochen zu einer Besserung führen kann.

Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass Ernährungsfaktoren als modifizierende Einflüsse zu betrachten sind und bei schweren Verlaufsformen dermatologische Behandlungen an erster Stelle stehen müssen.

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