Mikroplastik in der Lunge: Studie belegt Asthma-Risiko bei Pollenkombination
Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 10:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steigende Temperaturen und neue Umweltfaktoren treiben Betroffene in die Arztpraxen.
Hitze und Ozon machen Schleimhäute anfälliger
Der Wiener Allergologe Daniel Blagojevic bestätigt: Besonders Hitze und bodennahes Ozon haben die Beschwerden verschärft. Hohe Temperaturen machen die Schleimhäute anfälliger für Reizungen. Gleichzeitig erhöht Ozon das allergene Potenzial von Pollen zusätzlich.
Die Pollensaison startete im Frühjahr 2026 mit extremer Belastung durch Birken- und Purpurerle-Pollen. In den Sommermonaten dominieren Gräserpollen und Pilzsporen. Gegen Ende des Sommers kommen Kräuterpollen wie Beifuß und die invasive Ambrosia hinzu – besonders in Ost- und Südostösterreich. Der Klimawandel verlängert die Pollenflugsaison und treibt allergene Pflanzen in höhere Lagen.
Mikroplastik als neuer Risikofaktor
Eine im Juli 2026 veröffentlichte Studie der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie liefert alarmierende Erkenntnisse. PET-Mikroplastikpartikel persistieren im Mausmodell über zwei Wochen in der Lunge und lösen dosisabhängige Entzündungen aus. In Kombination mit Ragweed-Pollen stieg die Konzentration von Lymphozyten deutlich an – ein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schweres Asthma.
Forscher des Forschungszentrums Borstel identifizierten einen weiteren Mechanismus. Ihre Studie in „Scientific Reports“ zeigt: Lipidtransferproteine (LTP) aus der gelben Lupine binden Fette und verstärken so die Aktivierung von Immunzellen. Das erklärt, warum Reaktionen auf pflanzliche Allergene so unterschiedlich ausfallen – besonders relevant, da Lupinen zunehmend als Proteinquelle in Lebensmitteln dienen.
Luftqualität: Fortschritte und neue Gefahren
Der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS) zeichnet ein gemischtes Bild. Die Emissionen von Feinstaub (PM2.5) sanken seit 2010 um rund 25 Prozent, Stickoxide gingen in zehn Jahren um 40 Prozent zurück. Doch neue Belastungen rücken in den Fokus.
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Starke Sonneneinstrahlung und Hitze treiben die Bildung von bodennahem Ozon an. Waldbrände in Spanien und Portugal sowie zunehmender Saharastaub führten zeitweise zu massiven Feinstaubwerten. Diese Faktoren wirken mit Allergenen zusammen und begünstigen das Phänomen des Gewitter-Asthmas: Pollen platzen durch hohe Luftfeuchtigkeit und dringen besonders tief in die Atemwege ein.
Diagnostik und Therapie im Wandel
Angesichts steigender Fallzahlen von multiplen Allergien fordern Mediziner eine fundierte Diagnostik. Hauttests und Blutuntersuchungen auf IgE-Antikörper sind Standard. Multiarray-Bluttests, die Hunderte von Allergenen gleichzeitig prüfen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht. Von IgG-Tests zur Allergiediagnostik raten Experten ab.
Die allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bleibt die einzige ursächliche Behandlung. Sie läuft über drei Jahre und sollte idealerweise in der pollenfreien Zeit im Herbst oder Winter beginnen. Für die Akutbehandlung stehen Antihistaminika und Nasenspülungen bereit.
Ein Schweizer Team vom Universitätsspital Lausanne entwickelt vielversprechende neue Ansätze. Chimäre Allergenrezeptoren (CAlleRs) in regulatorischen T-Zellen konnten in Studien allergische Entzündungen und die Schleimproduktion bei Asthmamodellen reduzieren.
Hitzeschutz wird zur Pflicht
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Der Juni 2026 brachte extreme Temperaturen – in Brandenburg Spitzenwerte von bis zu 41,7 Grad Celsius. Die Folge: erhöhte Mortalität und belastete Rettungsdienste. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnt, dass viele europäische Länder unzureichend auf solche Extremereignisse vorbereitet sind.
Kommunen wie Wiesbaden zeigen, wie es geht: klimatisierte Räume und Hitze-Telefone schützen besonders gefährdete Gruppen – darunter Asthmatiker und Allergiker. Solche Maßnahmen gewinnen rasant an Bedeutung.
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