Mikroalgen, Forscher

Mikroalgen: Forscher entdecken Schleimhülle mit Metall-Bindung

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 10:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Algene Holding SE startet die Serienfertigung von Mikroalgen. Forscher entdecken zudem Potenzial der Algen für das Recycling von Edelmetallen.

Mikroalgen im Aufwind: Serienproduktion und neue Forschung
Nahaufnahme von leuchtend grünen Mikroalgen in einer Petrischale oder einem Bioreaktor, mit verschwommenem Laborhintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Lange als exotische Nahrungsergänzung abgetan, drängen sie nun in die industrielle Serienfertigung. Prognosen der EU-Kommission zufolge soll der europäische Markt bis 2030 auf rund neun Milliarden Euro anwachsen.

Erste Serienproduktion gestartet

Die Algene Holding SE, eine Beteiligung der DN Group AG, hat die Serienproduktion hochwertiger Mikroalgen aufgenommen. Nach einem erfolgreichen Up-Scaling-Prozess mit der Technischen Universität München erntete das Unternehmen 4.500 Liter hochreine Mikroalgen.

Der Fokus liegt zunächst auf dem B2B-Geschäft. Eine erste Lieferung an einen führenden deutschen Kosmetikhersteller steht unmittelbar bevor. CEO Ole Nixdorff spricht von einem „entscheidenden Meilenstein“ für die Marktpositionierung. Die EU treibt parallel die Nutzung maritimer Ressourcen als nachhaltige Rohstoffquelle voran.

Vom Pulver bis zur Tablette

Im Handel hat sich ein breites Spektrum an Algenprodukten etabliert. Chlorella und Spirulina dominieren als Pulver, Presslinge oder Kapseln. 150 Gramm Chlorella kosten rund 20,90 Euro, 250 Tabletten Spirulina etwa 24,25 Euro. AFA-Algen aus dem Klamath Lake sowie Braunalgen wie Kelp, Wakame und Dulse ergänzen das Angebot.

Das EU-Projekt SEAFOODTURE erforscht bis 2027 die Nutzung von Algen als Proteinquelle. Im Fokus stehen gesundheitliche Aspekte, ökologische Bilanzen nach ISO-Normen und sogar Verpackungsmaterialien aus Algenabfällen.

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Überraschende Forschungsergebnisse

Die Wissenschaft entdeckt immer neue Eigenschaften von Mikroalgen. Forscher der ETH Zürich veröffentlichten 2026 in der Fachzeitschrift PNAS eine Studie zur sogenannten Phycosphäre. Mittels Raman-Mikrospektroskopie wiesen sie nach, dass Mikroalgen eine mehrschichtige Schleimhülle besitzen, die wasserabweisende Stoffe zurückhält.

Noch überraschender: Auf der Umwelttechnologiemesse IFAT im Mai 2026 präsentierten Fraunhofer-Forscher Ergebnisse zum biologischen Recycling von Elektroschrott. Mikroalgen können wertvolle Metalle wie Palladium und Neodym binden – ein vielversprechender Ansatz für die Kreislaufwirtschaft.

Maritime Ressourcen in der Medizin

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Auch die Gesundheitsforschung entdeckt maritime Quellen. Anfang Juli 2026 präsentierten Forscher der Universität Ferrara auf einer Fachkonferenz in Florenz Extrakte der pazifischen Auster. In Laborversuchen zeigten diese entzündungshemmende Eigenschaften in menschlichen Darmzellen.

Verbraucherschützer begleiten die Entwicklung kritisch. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz plant für Herbst 2026 Veranstaltungen zu Vor- und Nachteilen von Meeresnahrung. In Japan findet Ende Juli 2026 eine internationale Konferenz statt, die die Akzeptanz von Algenprodukten im Alltag steigern soll.

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