Migräne trotz CGRP-Therapie: Vyepti zeigt bei 60 Prozent deutliche Verbesserung
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Phase-IV-Studie des dänischen Pharmaunternehmens Lundbeck zum Migränemedikament Vyepti (Wirkstoff Eptinezumab) liefert neue Erkenntnisse zur Behandlung von Patienten, bei denen vorbeugende CGRP-gerichtete Therapien bislang keine ausreichende Wirkung zeigten. Die als Thrive bezeichnete Studie erreichte laut Lundbeck ihren primären Endpunkt.
Deutliche Verbesserung bei vielen Teilnehmern
Im Zentrum der Studie standen erwachsene Migränepatienten, für die bisherige CGRP-gerichtete Präventionstherapien unzureichend waren – eine Patientengruppe, die in der klinischen Versorgung häufig als besonders schwer zu behandeln gilt. Die Probanden erhielten eine Startdosis von 100 Milligramm Eptinezumab, die nach zwölf Wochen auf 300 Milligramm erhöht wurde.
Die Ergebnisse zeigen eine Zunahme der Wirksamkeit über die Behandlungsdauer: Während in Woche 12 noch 44 Prozent der Teilnehmer ihren Zustand als „deutlich verbessert" oder „sehr deutlich verbessert" einstuften, stieg dieser Anteil bis Woche 24 unter den weiter teilnehmenden Patienten auf 60 Prozent.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass ein Teil der Patienten von einer längeren Behandlungsdauer oder der höheren Dosierung profitieren könnte – auch wenn die vorbeugenden CGRP-Therapien zuvor nicht ausreichend gewirkt hatten.
Zur Verträglichkeit teilte Lundbeck mit, dass die Behandlung allgemein gut vertragen wurde und keine neuen Sicherheitssignale auftraten. Finanzielle Details zur Studie wurden vom Unternehmen nicht genannt.
Bedeutung für die Versorgungspraxis
Die Thrive-Ergebnisse sind relevant für eine Patientengruppe, für die es bislang begrenzte Behandlungsoptionen gibt: Menschen mit Migräne, bei denen bereits ein CGRP-gerichteter Ansatz – die derzeit modernste Klasse vorbeugender Migränemedikamente – nicht den gewünschten Erfolg brachte.
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Dass Eptinezumab in dieser Population dennoch einen namhaften Anteil an Respondern zeigt, könnte für Ärzte und Patienten eine zusätzliche Therapieoption in der Eskalationsbehandlung eröffnen.
Lundbeck kündigte an, die vollständigen Ergebnisse der Studie auf wissenschaftlichen Kongressen vorzustellen und zur Veröffentlichung in einem Peer-Review-Verfahren einzureichen. Erst mit der vollständigen Publikation dürften detailliertere Angaben zu Studiendesign, Patientenzahl und statistischer Signifikanz der Ergebnisse vorliegen.
Marktreaktion verhalten
An der Börse in Kopenhagen reagierte die Lundbeck-Aktie auf die Nachricht zunächst verhalten: Das Papier notierte bei 43,50 dänischen Kronen und damit 0,37 Prozent im Minus.
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Die moderate Kursbewegung lässt darauf schließen, dass Investoren die vorläufigen Studiendaten als positiven, aber noch nicht vollständig eingepreisten Fortschritt werten – zumal detaillierte Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erst mit der angekündigten Kongresspräsentation und Fachpublikation vollständig vorliegen dürften.
Für Patienten mit therapieresistenter Migräne bleibt die Entwicklung dennoch bemerkenswert: Sie zeigt, dass auch innerhalb der CGRP-Wirkstoffklasse Unterschiede zwischen einzelnen Präparaten bestehen können, die sich bei fortgesetzter und angepasster Dosierung über mehrere Behandlungsmonate hinweg entfalten.
