Migräne, Spezielle

Migräne: Spezielle Massagetechnik reduziert Schmerztage um 67%

13.06.2026 - 00:30:19 | boerse-global.de

Eine spezielle Massagetechnik reduziert Migräne-Schmerztage bei Frauen mit Medikamentenrestriktionen deutlich.

Massagetherapie gegen Migräne: Neue Studie zeigt Erfolge
Migräne - Hände massieren sanft die Schläfe einer Person in einer ruhigen Umgebung, symbolisierend nicht-medikamentöse Migränetherapie. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders profitieren Frauen, die keine herkömmlichen Schmerzmittel nehmen können.

Massage statt Tablette – Studie zeigt Erfolge

Ein Team der USP Ribeirão Preto unter Leitung von Débora Bevilaqua Grossi testet eine gezielte Massagebehandlung für Migränepatientinnen mit Medikamentenrestriktionen. Die Zwischenergebnisse sind vielversprechend: Die durchschnittliche Belastung sank von drei auf einen Schmerztag pro Woche.

Die Behandlung läuft über acht Wochen mit zwei Sitzungen pro Woche. Jede Einheit dauert 40 Minuten und kombiniert Atemübungen, Massage und Dehnung. Erste positive Effekte zeigten sich bereits nach zwei Wochen.

Anzeige

Chronische Schmerzen und Erschöpfung sind oft ein Zeichen dafür, dass das körpereigene Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie über den Vagusnerv Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren und Stress natürlich abbauen. Gratis Vagus-Report inkl. Trainingsvideo anfordern

Das steckt hinter der Methode

Das strukturierte Programm setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: 15 Minuten Atemphase, fünf Minuten myofasziale Freisetzung, zehn Minuten klassische Massage, fünf Minuten Digito-Kompression und abschließende Dehnübungen.

Die Technik richtet sich speziell an Schwangere und andere Gruppen, die auf herkömmliche Schmerzmittel verzichten müssen.

Wetter als Auslöser identifiziert

Parallel erforschen Wissenschaftler präziser, was Migräneattacken auslöst. Eine Studie der Universität Cincinnati unter Vincent Martin untersuchte erstmals mehrere Wetterfaktoren gleichzeitig. Zwei Wetterlagen erwiesen sich als signifikante Trigger: herannahende Kaltfronten oder Tiefdruckgebiete mit Niederschlag sowie das Bermuda-Hoch mit hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit.

Genetische Zusammenhänge werden klarer

Eine großangelegte Analyse in „Nature Human Behaviour“ untersuchte das Genom von fast 700.000 Menschen europäischer Abstammung. Beteiligt war unter anderem Jürgen Deckert von der Universität Würzburg. Die Forscher identifizierten 74 Genom-Positionen, die mit Angstsymptomen korrelieren und eine Verbindung zu chronischen Schmerzzuständen sowie Migräne aufweisen.

Die Genetik erklärt zwar nur rund sechs Prozent der Symptomunterschiede. Doch die Daten zeigen: Migräne ist eng mit Depressionen und anderen chronischen Beschwerden vernetzt.

Atemtechniken als Alltagshelfer

Physiotherapeuten wie Friederike Reumann empfehlen ergänzend Atemtechniken zur Schmerzprävention. Durch gezielte Verlängerung der Ausatmung lässt sich der Vagusnerv aktivieren und das vegetative Nervensystem regulieren.

Zu den empfohlenen Methoden zählen die 4-7-8-Technik sowie die Ujjayi-Atmung. Patienten können diese Übungen eigenständig in den Alltag integrieren.

Anzeige

Die gezielte Regulation des Vagusnervs gilt unter Experten als einer der effektivsten Hebel für die Schmerzprävention und das allgemeine Wohlbefinden. Wie Sie diesen „Gesundheitsschalter“ in nur wenigen Minuten täglich selbst betätigen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Kostenlosen Ratgeber zur Vagus-Therapie herunterladen

Migräne in Deutschland – Zahlen und Fakten

In Deutschland leiden schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen unter Migräne. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer.

Die Kombination aus manueller Therapie, Vermeidung bekannter Trigger und Regulation des Nervensystems bildet die Basis moderner Behandlungsstrategien.

de | wissenschaft | 69530781 |