Migräne, GLP-1-Präparate

Migräne im Alter: GLP-1-Präparate zeigen überraschende Begleiteffekte

Veröffentlicht am: 29.06.2026 um 05:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CGRP-Antikörper und Gepante bieten neue Optionen für ältere Migränepatienten. Studien zeigen jedoch große Defizite bei der Medikamenteneinnahme im Alltag.

Migräne bei Senioren: Neue Therapien und Alltagsprobleme
Eine ältere Hand hält vorsichtig einen modernen Medikamenten-Injektionspen, im Hintergrund verschwommen medizinische Unterlagen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Wirkstoffe versprechen Fortschritte – doch die größten Probleme liegen woanders.

CGRP-Antikörper und Gepante: Was taugen die neuen Mittel?

In der Prophylaxe haben sich CGRP-Antikörper wie Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab etabliert. Sie blockieren den Botenstoff CGRP, der Migräneattacken auslöst. Die Präparate werden einmal monatlich injiziert.

Parallel dazu erweitern Gepante das Spektrum der Akuttherapie. Rimegepant kommt in einer Dosierung von maximal 75 mg täglich zum Einsatz – sowohl akut als auch prophylaktisch jeden zweiten Tag. Der große Vorteil: Die Substanzen verengen keine Blutgefäße, was sie für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen interessant macht.

Allerdings ist Atogepant in einigen Regionen noch nicht verfügbar. Und Lasmiditan? Wurde im April 2026 vom Markt genommen.

Sicherheit im Alter: Was die Leitlinien sagen

Die 2025 aktualisierte S1-Leitlinie betont die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Triptane, seit Jahrzehnten Standard in der Akuttherapie, können laut Fachberichten auch bei Senioren sicher eingesetzt werden – vorausgesetzt, das Herz-Kreislauf-System ist intakt.

Spannend: Forschungsergebnisse vom Juni 2026 auf dem ECO-Kongress zeigen, dass GLP-1-Präparate wie Semaglutid positive Begleiteffekte auf Migräne und depressive Verstimmungen haben. Ursprünglich waren sie für andere Indikationen entwickelt worden.

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Die eigentliche Baustelle: Medikamente im Alltag

Trotz aller medikamentösen Fortschritte: Die größten Probleme liegen in der praktischen Umsetzung. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen mit 102 Senioren ab 70 Jahren, die dauerhaft mindestens fünf Medikamente einnehmen, offenbart alarmierende Defizite.

20 Prozent der Befragten hatten zeitweise gar keine Medikamente mehr. Fünf Prozent gaben zu, Arzneimittel verwechselt zu haben. Besonders knifflig: Für 40 Prozent war die Anwendung von Augentropfen eine Herausforderung. Fast jeder Fünfte haderte mit den Verpackungen.

Und 15 Prozent wussten nicht, warum sie überhaupt alle verordneten Präparate nehmen müssen.

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Die Forschung rückt die Verzahnung von Migräne mit altersrelevanten Erkrankungen in den Fokus. Bluthochdruck betrifft in Deutschland rund 2,5 Millionen Menschen, Vorhofflimmern verursacht statistisch jeden dritten Schlaganfall.

Eine Pilotstudie der University of Oxford untersuchte Spermidin: Täglich 6 mg sollen die Autophagie aktivieren und die Immunantwort nach Impfungen verbessern. Zudem legen Analysen nahe, dass die Gürtelrose-Impfung das Demenzrisiko senken könnte – doch die Impfquoten in Pflegeeinrichtungen sind erschreckend niedrig.

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