Microsofts Windows-Update-Chaos: Neue Freiheiten, aber Backup-Probleme
02.05.2026 - 20:53:48 | boerse-global.de
Währenddessen gibt Microsoft den Nutzern mehr Kontrolle über Updates.
Sicherheits-Patch legt Backup-Software lahm
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Seit Mitte April kämpfen IT-Administratoren mit den Folgen des Sicherheits-Updates KB5083769. Der Patch, ursprünglich am 14. April 2026 veröffentlicht, sollte Schwachstellen schließen. Stattdessen sorgt er für massive Ausfälle bei Drittanbieter-Backup-Lösungen.
Das Problem: Der Update löst Timeouts beim Volume Shadow Copy Service (VSS) aus. Programme wie Acronis, Macrium, NinjaOne und UrBackup können keine Systemabbilder oder regelmäßigen Sicherungen mehr erstellen. Microsoft hat den Fehler bestätigt. Der Konzern erklärte, das Update enthalte eine Sperrliste für bestimmte Treiber, um potenzielle Angriffspunkte zu schließen. Ein Übeltäter: der Treiber psmounterex.sys, den das System nun standardmäßig blockiert.
Microsoft rät betroffenen Nutzern, die Systemprotokolle auf Event ID 3077 zu prüfen und aktualisierte Treiber direkt bei den Backup-Anbietern anzufordern. Von einer Deinstallation des Sicherheits-Patches raten die Entwickler ab – trotz der massiven Einschränkungen.
Neue Freiheiten für Nutzer und Administratoren
Parallel zu den Problemen rollt Microsoft ein optionales kumulatives Update aus: KB5083631. Seit dem 1. Mai 2026 erhalten Nutzer das Paket, das 34 verschiedene Fehler behebt – von Darstellungsproblemen im Dunkelmodus bis zu Verbesserungen für den Datei-Explorer. Wichtigster Punkt: ein kritisches Update für Secure-Boot-Zertifikate, die im Juni 2026 auslaufen.
Doch die eigentliche Neuerung betrifft die Update-Kontrolle. Ab sofort können Windows-11-Nutzer Update-Aufforderungen während der Ersteinrichtung (OOBE) überspringen. Noch bedeutender: Das System erlaubt nun, Updates in 35-Tage-Intervallen unbegrenzt zu pausieren – ein Segen für Profis, die on langfristige Systemstabilität angewiesen sind.
Auch das Power-Menü wurde überarbeitet. Herunterfahren oder Neustarten sind nun möglich, ohne zuvor ausstehende Updates installieren zu müssen. Microsoft bündelt künftig Treiber-, Firmware- und .NET-Updates in einem monatlichen Neustart-Zyklus.
Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen gibt es zusätzliche Freiheiten: IT-Administratoren können mit dem neuen Update nahezu alle vorinstallierten Microsoft-Store-Apps entfernen – über das Package Family Name (PFN)-System.
Xbox-Modus und weniger KI-Zwang
Eine der auffälligsten Neuerungen: der Xbox-Modus für Windows-11-Desktop-PCs, Laptops und Handhelds. Er bietet eine controller-optimierte Vollbild-Oberfläche, die Spielebibliotheken von Steam und Game Pass zusammenfasst. Der Modus unterdrückt nicht benötigte Hintergrundprozesse und gibt so 1 bis 2 GB Arbeitsspeicher frei – ein spürbarer Leistungsschub für rechenintensive Spiele.
Gleichzeitig fährt Microsoft die aggressive KI-Integration zurück. In den aktuellen Builds verschwinden Copilot-Buttons aus Apps wie dem Snipping Tool oder der Fotos-App. In Notepad wurde das Copilot-Branding durch den generischen Begriff „Schreibwerkzeuge“ ersetzt. Der Konzern scheint zu einer zurückhaltenderen Strategie zu wechseln: KI-Funktionen nur dort, wo sie echten Mehrwert bieten.
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Starke Geschäftszahlen trotz Update-Problemen
Die technischen Schwierigkeiten überschatten nicht die beeindruckende Bilanz: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende 31. März) erzielte Microsoft einen Umsatz von 82,9 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Cloud-Sparte trug mit 54,5 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Besonders bemerkenswert: Die KI-bezogenen Einnahmen stiegen um 123 Prozent.
Ausblick: Neue Hardware und Sicherheitsfrist
In drei Wochen erwartet die Branche eine Microsoft-Hardware-Veranstaltung mit Fokus auf „Surface for Business“. Möglicherweise kommen die ersten Geräte mit Intels Lunar-Lake-Prozessoren. Gerüchte sprechen zudem von Surface Laptop 8 und Surface Pro 12 für Verbraucher – angeblich mit OLED-Displays und Snapdragon-X2-ARM-Chips.
Die dringendste Frist für Administratoren bleibt der Juni 2026: Dann laufen die alten Secure-Boot-Zertifikate aus. Ohne die aktuellen Patches könnten Systeme nicht mehr booten. Die BUILD-Konferenz Anfang Juni dürfte weitere Klarheit bringen – insbesondere zur Zukunft der Windows-Insider-Kanäle und der neuen „Schreibwerkzeuge“-API.
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