Microsoft-Verfahren: AGCM wirft Copilot-Preise Täuschung vor
26.06.2026 - 15:47:46 | boerse-global.de
Im Zentrum steht die Frage, ob der Konzern seine Kunden bei den jüngsten Preiserhöhungen für Microsoft 365 getäuscht hat.
Mangelnde Transparenz bei KI-Integration
Die Ermittlungen richten sich gegen die Microsoft Ireland Operations Ltd. sowie die italienische Tochter Microsoft S.r.l. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe seine Nutzer nicht ausreichend darüber informiert, dass die Preiserhöhung mit der Integration von KI-Diensten wie Copilot und Designer zusammenhängt.
Nach Ansicht der Behörde waren die Informationen für die Kunden lückenhaft. Die AGCM bemängelt, dass Microsoft nicht klar genug kommuniziert habe, dass der höhere Preis direkt auf die neuen KI-Funktionen zurückgeht. „Die Nutzer konnten so keine informierte Entscheidung über ihr Abonnement treffen", heißt es aus Rom.
Automatische Umstellung auf teurere Tarife
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Besonders kritisch sieht die Behörde die Voreinstellungen für bestehende Konten. Microsoft habe Kunden demnach automatisch auf einen teureren Tarif umgestellt – es sei denn, sie widersprachen aktiv oder machten von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch.
Die Wettbewerbshüter stufen diese Praxis als potenziell aggressiv ein. „Weil der teurere Tarif als Standard gesetzt war, wurden Nutzer, die nicht selbst tätig wurden, faktisch in die höhere Preisklasse gedrängt", so die Begründung.
Zeitdruck vor Preisänderung
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Das Verfahren startet nur wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten der neuen Preise am 1. Juli 2026. Microsoft hat sich bislang nicht ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Ein Sprecher des Konzerns kündigte lediglich an, mit den italienischen Behörden kooperieren zu wollen.
Der Fall reiht sich ein in eine wachsende internationale Kritik an Microsofts Preispolitik. Bereits zuvor hatte die australische Wettbewerbsbehörde ACCC gegen den Konzern wegen ähnlicher Abo-Probleme ermittelt. Branchenbeobachter sehen die Preis- und KI-Strategie des Software-Riesen zunehmend im Visier von Verbraucherschützern und Wettbewerbshütern weltweit.
