Microsoft-Untersuchung: CMA prüft Copilot-Gebühren bei 365-Paketen
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat eine Untersuchung gegen den Technologiekonzern Microsoft eingeleitet. Im Fokus der Ermittlungen steht die Einbindung des KI-Assistenten Copilot in die Software-Pakete Microsoft 365 Personal und Family. Die Behörde prüft, ob Verbraucher über ihre Abonnementoptionen getäuscht wurden und in der Folge ungeplante Mehrkosten tragen mussten.
Vorwurf der irreführenden Kommunikation bei Preisänderungen
Der Kern der Untersuchung betrifft Änderungen an den Abonnementmodellen, die Microsoft seit Anfang 2025 umgesetzt hat. Zu diesem Zeitpunkt erhielten Bestandskunden den Zugriff auf Copilot zunächst ohne unmittelbare Zusatzkosten. Die CMA untersucht nun die darauffolgenden automatischen Vertragsverlängerungen. Den vorliegenden Informationen zufolge wurden die Abonnements nach einer Übergangsphase automatisch zu einem höheren Preis verlängert, sofern die Nutzer nicht aktiv in ein sogenanntes „Classic“-Modell wechselten oder den Dienst vollständig kündigten.
Die Preisdifferenz zwischen den Modellen ist erheblich. Laut der Wettbewerbsbehörde ist der neue Tarif mit integriertem Copilot um 25 Britische Pfund pro Jahr teurer als das bisherige Classic-Angebot. Während für den Classic-Tarif ein Preis von 59,99 Britische Pfund pro Jahr aufgerufen wird, belaufen sich die Kosten für das neue Paket auf 84,99 Britische Pfund jährlich beziehungsweise 8,49 Britische Pfund im Monat. Die CMA geht der Frage nach, ob die Kommunikation über diese Integration und die daraus resultierenden Preissteigerungen irreführend gestaltet war.
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Internationale Verfahren und regulatorischer Hintergrund
Hayley Fletcher von der CMA betonte im Rahmen der Bekanntmachung, dass Kunden auf klare Informationen angewiesen seien, um fundierte Kaufentscheidungen treffen zu können. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat die Behörde noch nicht abschließend festgestellt, ob Microsoft gegen geltendes Recht verstoßen hat. Der Konzern selbst gab an, die erhobenen Vorwürfe derzeit zu prüfen.
Das Vorgehen in Großbritannien ist Teil einer breiteren regulatorischen Prüfung der Geschäftspraktiken von Microsoft. Ähnliche Untersuchungen sind bereits in Australien und Italien eingeleitet worden. In Australien hat die dortige Wettbewerbsbehörde ACCC bereits ein Verfahren vor dem Bundesgericht angestrengt; die australische Niederlassung von Microsoft hat sich in diesem Zusammenhang bereits entschuldigt.
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Die CMA hat in der jüngeren Vergangenheit ihre Bemühungen verstärkt, Verbraucher vor intransparenten Abonnementmodellen zu schützen. Seit dem Frühjahr 2025 konnte die Behörde in verschiedenen Verfahren Rückzahlungen in Höhe von 1,95 Millionen Britischen Pfund erwirken und verhängte Bußgelder in einer Gesamthöhe von 6,2 Millionen Britischen Pfund. Die aktuelle Untersuchung gegen Microsoft reiht sich in diese Serie von Maßnahmen zur Durchsetzung von Verbraucherschutzstandards im digitalen Sektor ein.
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