Microsoft, SAP

Microsoft und SAP verbinden KI-Assistenten: Agent-zu-Agent-Integration

02.06.2026 - 12:16:04 | boerse-global.de

Microsoft und SAP kündigen direkte Agent-zu-Agent-Verbindung zwischen Copilot und Joule an. Neue Integrationen für Datencloud und Azure geplant.

Microsoft und SAP verbinden KI-Assistenten: Agent-zu-Agent-Integration - Bild: über boerse-global.de
Microsoft und SAP verbinden KI-Assistenten: Agent-zu-Agent-Integration - Bild: über boerse-global.de

Die beiden Tech-Giganten kündigen auf der SAP Sapphire 2026 eine direkte Verbindung ihrer KI-Assistenten an.

Im Zentrum der erweiterten Zusammenarbeit steht eine geplante Agent-zu-Agent-Verbindung zwischen Microsoft 365 Copilot und SAP Joule. Ziel ist es, Arbeitsabläufe über die Plattformgrenzen hinweg zu vereinfachen. Darüber hinaus vereinbarten die Unternehmen eine tiefere Integration von SAP Business Data Cloud und Microsoft Fabric, die noch in diesem Jahr kommen soll. Auch das Angebot von SAP-Diensten auf der Azure-Cloud-Plattform wird ausgeweitet.

Automatisierung im Dynamics-365-Universum

Parallel zu den SAP-Neuigkeiten treibt Microsoft die Automatisierung im eigenen Ökosystem voran. Sky Soft Connections hat heute ein Framework vorgestellt, das den gesamten Weg vom Lead bis zur Berichterstellung automatisiert. Das System nutzt Power Automate, Copilot Studio und Power BI, um Kundenprozesse zu steuern und manuelle Eingriffe zu minimieren.

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Microsoft hat zudem seine technische Dokumentation zu Echtzeit-Sprachagenten im Copilot Studio aktualisiert. Diese Agenten verstehen natürliche Sprache und unterstützen mehrere Sprachen – allerdings nur mit einem Dynamics 365 Contact Center und aktivem Sprachkanal. Die zugrunde liegenden GPT-Realtime-Modelle laufen in Nordamerika und Australien. Für Kunden innerhalb der EU-Datengrenze ist die Funktion derzeit nicht verfügbar.

Im öffentlichen Bereich des Portals hat die Dynamics-365-Community neue KI-Funktionen für Power Pages hervorgehoben. Über den Copilot Hub können Unternehmen nun intelligente Chatbots, automatische Formularausfüllung und intelligente Suche implementieren – bei zentraler Steuerung und Sicherheit.

Markt bewegt sich Richtung „Total Experience"

Branchenanalysten von Gartner erwarten einen deutlichen Strategiewechsel: Bis Ende 2026 werden 60 Prozent der Großunternehmen auf ein „Total Experience"-Modell (TX) umsteigen. Dieser Ansatz verbindet Kunden-, Mitarbeiter- und Nutzererfahrungen durch automatisierte Prozesse wie Robotic Process Automation (RPA) und autonome KI-Agenten.

Die finanziellen Auswirkungen dieser Technologien zeigen sich bereits in den Quartalszahlen. Salesforce meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Die Agentforce-Plattform des Unternehmens hat eine jährliche Laufrate von über einer Milliarde Euro erreicht, die Anzahl verarbeiteter KI-Token stieg im Vergleich zum Vorquartal um 152 Prozent. Um diesen Schwung zu nutzen, führte Salesforce diese Woche „Headless 360" ein – Plattformfunktionen werden über APIs und Entwicklertools verfügbar gemacht, sodass KI-Agenten in Slack, mobilen Apps und Drittanbieter-Chatdiensten arbeiten können.

Auch Microsoft hat sein Ökosystem für autonome Agenten erweitert: Die Reply Group wurde als Launch-Partner für die kommende Agent-365-Plattform benannt, die nächste Woche vorgestellt wird. Sie soll einen Rahmen für die Bereitstellung und Überwachung von KI-Agenten bieten.

Spezialisierte Tools für Nischen und Compliance

Neue Speziallösungen adressieren gezielt operative Engpässe. Die OASIS Group hat FileSmart for Dynamics 365 vorgestellt – ein Dokumentenmanagement-Tool speziell for Wohnungsbaugesellschaften, das die Ablage direkt in CRM-Workflows integriert.

Im Finanzsektor launchte Vertex Inc. eine native E-Rechnungslösung für Dynamics 365 Finance und Supply Chain Management. Unternehmen sollen damit globale Steuerauflagen erfüllen können – kein kleiner Brocken: Von den jährlich 560 Milliarden erstellten Rechnungen werden bereits rund 125 Milliarden elektronisch verarbeitet.

Im Accounting-Bereich veröffentlichte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft CaronBletzer am 1. Juni ihre Atlura-Plattform nach sechs Jahren interner Entwicklung. Sie integriert Workflow-Planung und Kundenkollaboration, KI-gesteuerte Terminplanung ist für künftige Updates geplant.

Ebenfalls in dieser Woche: Sage kündigte Erweiterungen für seine Sage-Intacct-Plattform an – darunter KI-gestützten Drei-Wege-Abgleich für Kreditorenbuchhaltung und automatisierte Nachfassaktionen für Debitoren.

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