Microsoft und LG: Mega-Allianz für KI-Rechenzentren vereinbart
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Microsoft weitet seine Zusammenarbeit mit führenden Technologiepartnern deutlich aus. Im Rahmen eines Treffens in der Unternehmenszentrale in Redmond vereinbarten die Spitzen der LG Group und Microsoft eine Kooperation bei KI-Infrastrukturen und industrieller Künstlicher Intelligenz. Parallel dazu intensiviert der US-Dienstleister Everforth seine strategische Allianz mit dem Cloud-Riesen.
In Redmond, Washington, kam es zu einer ersten persönlichen Begegnung zwischen dem Chairman der LG Group, Koo Kwang-mo, und Microsoft-CEO Satya Nadella.
Ziel des Treffens war die Vereinbarung einer erweiterten strategischen Partnerschaft, die sich auf drei Kernbereiche konzentriert: die Infrastruktur für KI-Rechenzentren, sogenannte Physical AI sowie die KI-gestützte Transformation der Unternehmensabläufe. An den Gesprächen nahmen zudem hochrangige Führungskräfte beider Konzerne teil, darunter Vertreter von LG Electronics, LG Uplus und LG CNS.
Kühlung und Infrastruktur für globale Rechenzentren
Ein wesentlicher Aspekt der Vereinbarung betrifft die Ausrüstung von Microsofts Rechenzentren. Kurzfristig prüft die LG Group die Lieferung von Hochleistungs-Kühllösungen für strategische Standorte. LG Electronics verfügt bereits über ein Portfolio an Chillern, Kühlmittelverteilern (CDU) und Klimaanlagen. Mittel- bis langfristig streben die Partner eine Ausweitung der Kooperation auf vorgefertigte, modulare Rechenzentren an.
Unter dem Ansatz „One-LG“ plant der südkoreanische Konzern, Kühl-, Strom- und IT-Infrastrukturlösungen gebündelt für die globale Expansion von Microsofts KI-Infrastruktur bereitzustellen. Hierzu sollen auch Netzwerkkomponenten und Batterien gehören.
Hintergrund dieser Entwicklung ist der steigende Bedarf an effizienter Kühlung: Branchenanalysten von TrendForce beobachten, dass der Anteil von Flüssigkühlung in KI-Rechenzentren von 14 Prozent im Jahr 2024 auf etwa 60 Prozent im Jahr 2027 steigen dürfte.
Gleichzeitig prognostizieren Experten von Bloomberg New Energy Finance eine Erhöhung des US-Rechenzentrumsstromverbrauchs von 180 TWh im vergangenen Jahr auf rund 391 TWh bis zum Jahr 2030.
Industrielle KI und digitale Transformation
Neben der Hardware umfasst die Partnerschaft den Bereich Physical AI. LG beabsichtigt, die Cloud-Infrastruktur von Microsoft zu nutzen, um KI-Modelle für die Fertigung, Logistik und Mobilität zu trainieren. Dabei sollen Daten aus Fabrik- und Produktionsstandorten in ein „Data Flywheel“ einfließen.
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Im Bereich der internen Transformation plant die LG Group den flächendeckenden Einsatz von Microsoft 365 E7: The Frontier Suite inklusive Copilot für die gesamte Bürobelegschaft. Ziel sei die Entwicklung hin zu einem KI-nativen Unternehmen. Konkrete Bestellmengen, Projektstandorte oder Vertragswerte wurden im Rahmen der Bekanntmachung zunächst nicht beziffert.
Everforth vereinheitlicht Marktmodell für Microsoft-Lösungen
Zeitgleich mit den Entwicklungen bei LG hat Everforth, Inc. seine Partnerschaft mit Microsoft verstärkt. Das Unternehmen mit Sitz in Richmond, Virginia, führt seine kommerziellen und föderalen Kapazitäten in einem einheitlichen Go-to-Market-Modell zusammen. Dieses umfasst Lösungen in den Bereichen KI, Cloud und Sicherheit.
Everforth verfügt über mehr als 1.500 aktive Microsoft-Zertifizierungen. Als Microsoft Cloud Solutions Partner hält das Unternehmen alle drei relevanten Designierungen für AI Business Solutions, Cloud & AI Platforms sowie Security.
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Technologische Meilensteine bei LG Electronics und LG Energy Solution
Die technologische Basis für die Kooperationen wird durch aktuelle Zertifizierungen untermauert. LG Electronics gab bekannt, dass ein neuer 2,5-MW-Kühlmittelverteiler die Zertifizierung für die Nvidia DSX AI-Factory-Plattform erhalten hat.
Zuvor wurden im Juli 2026 bereits eine 600-kW-Einheit und Anfang September 2026 eine 1-MW-Einheit zertifiziert. Eine CDU mit einer Kapazität von 2,4 bis 2,5 MW wird benötigt, um etwa 20 Server-Racks mit einer Leistung von jeweils 120 kW zu kühlen.
Zudem wurde LG Energy Solution mit seinem Speichersystem BESS JF2 AC Link als einer von drei Partnern für das Nvidia-Programm ausgewählt. Das System nutzt KI zur Lastglättung. Der Batteriehersteller betreibt derzeit fünf Produktionsstandorte für Energiespeichersysteme (ESS) in Nordamerika und plant, dort bis Ende 2026 eine Produktionskapazität von mehr als 50 GWh sicherzustellen.
Bereits in den vergangenen Monaten sicherte sich das Unternehmen bedeutende Aufträge, darunter die Lieferung von 6 GWh ESS-Batterien an DTE Energy im Mai sowie die Beteiligung an einem Solarprojekt von Google im Juli.
