Microsoft, Zehntausende

Microsoft umstellt KI: Zehntausende Anfragen auf MAI-Modelle

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 07:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft senkt Kosten durch Umstellung von KI-Anfragen auf eigene MAI-Modelle und reduziert Abhängigkeit von OpenAI und Anthropic.

Microsoft verlagert KI-Aufgaben von OpenAI auf eigene Modelle
Stilisierte leuchtende neuronale Netzstruktur mit integriertem 'MAI', abstrakte Excel- und Outlook-Oberflächen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit Anfang Juli leiten die Redmonder Zehntausende wöchentlicher KI-Anfragen in Excel und Outlook an ihre proprietären MAI-Modelle weiter. Es ist die erste bekanntgewordene Produktionsumstellung in diesem Ausmaß – und ein klares Signal an Partner wie OpenAI und Anthropic.

Kostendruck als Treiber der Neuausrichtung

Hauptgrund für den Schritt sind die steigenden Kosten für KI-Berechnungen. Microsoft-KI-Chef Mustafa Suleyman machte keinen Hehl aus dem Ziel: Die Ausgaben für externe Modelle sollen drastisch sinken, langfristig ganz verschwinden. Besonders Anthropic steht im Fokus – Schätzungen zufolge gibt Microsoft dort jährlich rund eine halbe Milliarde Euro aus.

Die MAI-Modelle übernehmen derzeit noch einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten KI-Volumens. Doch Microsoft verlagert schrittweise Standardaufgaben auf die eigene Infrastruktur. Unterstützt wird die Strategie durch selbst entwickelte Hardware, darunter die Maia- und Cobalt-Chips, sowie den massiven Ausbau der Rechenzentren.

Leistungsstarke Modelle aus dem eigenen Haus

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 präsentierte Microsoft eine Suite von sieben MAI-Modellen. Sie decken Bereiche ab wie logisches Denken, Programmierung, Bildverarbeitung, Sprache und Transkription. Das Flaggschiff MAI-Thinking-1 bringt 35 Milliarden aktive Parameter und einen Kontext von 256.000 Token mit.

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Interne Benchmarks zeigen: Die Eigenentwicklungen können in bestimmten Anwendungen mit der Konkurrenz mithalten. Ein für Excel optimiertes MAI-Modell soll die Leistung von GPT-5.4 erreichen – bei bis zu zehnfacher Effizienz. MAI-Code-1-Flash wiederum liefert laut Unternehmensangaben die gleiche Code-Qualität wie Anthropics Opus 4.6, aber zu geringeren Kosten. Weitere Integrationen sind für GitHub Copilot und Microsoft Teams geplant.

OpenAI bleibt an Bord – aber anders

Trotz der Eigenentwicklungen hält Microsoft an der Partnerschaft mit OpenAI fest. Ein Lizenzvertrag läuft bis 2032. Erst am 9. Juli verkündete OpenAI, dass GPT-5.6 das bevorzugte Modell für Microsoft 365 Copilot wird – also für Word, PowerPoint und Cowork.

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OpenAI verspricht ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und effizientere Token-Nutzung. Was "bevorzugt" konkret bedeutet, bleibt offen. Klar ist: Microsoft fährt eine Multi-Modell-Strategie. Interne Modelle übernehmen Standardaufgaben, hochwertige externe bleiben Spezialanwendungen vorbehalten – etwa wenn mehrere Modelle zur gegenseitigen Überprüfung zusammenarbeiten.

Die Börse reagierte verhalten: Microsoft-Aktien notierten am 9. Juli bei umgerechnet rund 348 Euro, ein Minus von 1,52 Prozent. Weder Microsoft noch OpenAI haben konkrete Preisstrukturen oder das genaue Verhältnis von internen zu externen Modellen für das kommende Quartal bekannt gegeben.

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