Microsoft treibt KI-Agenten-Offensive mit neuen Copilot-Tools voran
17.05.2026 - 03:34:56 | boerse-global.deDer Softwarekonzern stellt seine KI-Strategie auf autonome Assistenten um – und setzt dabei zunehmend auf eigene Technologien.
Microsoft hat am 16. Mai 2026 eine Reihe von Neuerungen in seinem KI-Ökosystem vorgestellt. Im Zentrum steht ein visueller Workflow-Designer für Copilot Studio, der per Drag-and-Drop funktioniert. Unternehmen sollen damit komplexe Automatisierungen erstellen können – ohne tiefgehende Programmierkenntnisse. Die neue Oberfläche ist direkt mit der Power Platform verbunden, also mit Power Automate, Power Apps und Microsoft Teams.
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Der Schritt markiert einen strategischen Wandel: Weg von einfachen Chat-Assistenten, hin zu eigenständig handelnden Software-Agenten, die Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg erledigen.
Visuelle Werkzeuge für autonome Abläufe
Die Copilot-Studio-Erweiterung senkt die Hürden für KI-Entwicklung in Unternehmen deutlich. Nutzer können nun Agenten bauen, die mehrstufige Prozesse steuern – etwa Daten aus verschiedenen Quellen abgleichen, Berichte generieren und direkt in Teams bereitstellen. Möglich macht das die Integration von Microsoft Dataverse.
Parallel dazu hat Microsoft eine technische Vorschau der GitHub-Copilot-Desktop-App veröffentlicht. Sie bringt Funktionen wie „Agent Merge“ für automatisches Code-Zusammenführen und isolierte Sitzungen für Hintergrundaufgaben mit. Für Visual Studio gibt es zudem einen „Agent Mode“ und einen „Debugger Agent“, die bei der Echtzeit-Fehlerbehebung helfen.
Bildungseinrichtungen wie die University of St. Thomas haben Mitte Mai damit begonnen, Microsoft 365 Copilot Chat in ihre Lizenzen aufzunehmen. Die vollständige Integration in Word und Excel bleibt allerdings ein kostenpflichtiges Extra – für rund 30 Euro pro Nutzer und Monat.
Interne Konsolidierung: Aus für Claude-Code-Lizenzen
Microsoft schärft auch den eigenen Umgang mit KI-Tools. Am 16. Mai wurde bekannt, dass der Konzern die Claude-Code-Lizenzen für seine internen Entwickler gekündigt hat. Das Tool von Anthropic war seit Dezember 2025 im Einsatz und galt als beliebt. Doch Microsoft setzt nun auf die eigene Lösung namens Copilot Cly.
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Hintergrund sind Kostensenkungen und Sicherheitsbedenken: Der Konzern will verhindern, dass sensible Daten an externe Partner abfließen. Die Entscheidung zeigt, wie ernst Microsoft die strategische Konsolidierung seiner KI-Investitionen nimmt.
Dass dies nötig ist, legt eine aktuelle Marktstudie nahe. Laut einer Morning-Consult-Erhebung vom Mai 2026 kennen zwar 57 Prozent der Befragten Microsoft Copilot, aber nur 21 Prozent nutzen es monatlich aktiv. Das entspricht einer Konversionsrate von 36 Prozent – deutlich weniger als bei ChatGPT oder Gemini, die auf rund 57 Prozent kommen. Besonders auffällig: Unter Hochgebildeten sinkt die Nutzung, während die über 65-Jährigen dem Tool treu bleiben.
Wettlauf um die Plattform der Zukunft
Der Trend zu autonomen Agenten ist branchenweit zu beobachten. OpenAI kündigte am 16. Mai eine umfassende Führungsreorganisation an. Mitgründer Greg Brockman übernimmt dauerhaft die Produktstrategie und vereint ChatGPT, Codex und die Entwickler-API in einer Organisation. Der Schritt folgt auf die Auszeit des AGI-Chefs im April und mehrere Abgänge in Medien- und Forschungsprojekten.
OpenAI erweitert zudem den Nutzen seiner Modelle. Mitte Mai startete das Unternehmen persönliche Finanz-Tools für ChatGPT-Pro-Nutzer in den USA. Basierend auf GPT-5.5 und in Partnerschaft mit Plaid, können Nutzer Konten bei über 12.000 Finanzinstituten anbinden – darunter Chase und American Express. Ein Dashboard zeigt dann Portfolios und Ausgaben an. Zuvor hatte OpenAI im April das Fintech-Startup Hiro und im Frühjahr die Stimmklon-Firma Weights.gg übernommen.
Auch Anthropic zieht nach. Am 16. Mai wurden Updates für Claude vorgestellt, mit denen Nutzer „Agententeams“ für bestimmte Aufgaben bilden können – etwa für Programmierung, Datenbankverwaltung oder Design. Die Entwicklung wird vom „Labs“-Team vorangetrieben, das seit Januar unter der Leitung von Instagram-Mitgründer Mike Krieger steht. Anthropic hat zudem Zugang zum Colossus-1-Rechenzentrum erhalten – eine Vereinbarung mit SpaceX stellt dem Unternehmen über 220.000 NVIDIA-GPUs für Training und Betrieb zur Verfügung.
Arbeitsmarkt im Umbruch: Zwischen Prognose und Zuversicht
Die rasante Entwicklung der KI-Agenten führt zu unterschiedlichen Prognosen über die Zukunft der Arbeit. Microsoft-KI-Chef Mustafa Suleyman sagte öffentlich voraus, dass KI innerhalb von 18 Monaten die Mehrzahl der Bürotätigkeiten automatisieren könnte. Anthropics CEO warnt sogar, dass bis zu 50 Prozent der Einstiegsjobs in den nächsten fünf Jahren wegfallen oder sich grundlegend verändern könnten.
Mike Krieger sieht das optimistischer: KI werde zentrale menschliche Eigenschaften wie Neugier, Kreativität und die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, nicht ersetzen. Organisationen und Regierungen suchen derweil nach Wegen, den Zugang zu diesen Werkzeugen zu demokratisieren. Ein bemerkenswertes Beispiel: Die maltesische Regierung hat am 16. Mai eine Partnerschaft mit OpenAI geschlossen. Alle Bürger erhalten kostenlosen Zugang zu ChatGPT Plus – unter der Bedingung, dass sie einen nationalen KI-Bildungskurs absolvieren.
Für Microsoft bleibt die Herausforderung, aus hoher Bekanntheit echte Nutzung zu machen. OpenAI verwaltet derzeit 900 Millionen wöchentliche ChatGPT-Nutzer und erwartet trotz eines prognostizierten Verlusts von 14 Milliarden Dollar bei 25 Milliarden Umsatz im laufenden Jahr bis 2029 oder 2030 profitabel zu werden. Microsoft setzt darauf, dass die neuen Agenten-Werkzeuge den entscheidenden Unterschied machen.
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