Microsoft, Ablösung

Microsoft treibt Ablösung alter Druckertreiber in Windows 11 voran

18.05.2026 - 08:27:29 | boerse-global.de

Microsoft führt grünes Schild-Symbol für WPP-kompatible Drucker ein. Unternehmen drohen Kompatibilitätsprobleme und Funktionsverluste.

Microsoft treibt Ablösung alter Druckertreiber in Windows 11 voran - Foto: über boerse-global.de
Microsoft treibt Ablösung alter Druckertreiber in Windows 11 voran - Foto: über boerse-global.de

Neue Symbole in den Systemeinstellungen zeigen an, welche Geräte bereit für den modernen Druckmodus sind.

Microsoft hat im Mai 2026 eine Reihe von Updates für die Druckinfrastruktur von Windows 11 veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung: Ein Schild-Symbol mit grünem Haken im Menü „Drucker & Scanner" zeigt künftig an, ob ein Gerät den neuen Windows Protected Print (WPP)-Modus unterstützt. Damit treibt der Konzern die Ablösung herkömmlicher Treiber-Modelle weiter voran – ein Prozess, der für Unternehmen in Deutschland und Europa weitreichende Folgen hat.

Der Schritt ist Teil einer mehrjährigen Strategie. Statt tausender proprietärer Treiber von Drittanbietern setzt Microsoft auf eine einheitliche, sicherere Architektur. Das Ziel: weniger Angriffsfläche für Hacker, weniger Wartungsaufwand für IT-Abteilungen.

Anzeige

Der geplante Umbau der Druckarchitektur zeigt, wie wichtig ein reibungslos konfiguriertes Betriebssystem für den Arbeitsalltag ist. Mit dem richtigen Plan gelingt der Wechsel auf das neue System ohne Stress und Datenverlust. Gratis-Report: Windows 11 Installation und Übernahme leicht gemacht

Die neuen Symbole: So erkennen IT-Profis den Status

Seit Mitte Mai zeigt Windows 11 in den Einstellungen unter „Bluetooth & Geräte" ? „Drucker & Scanner" einen neuen visuellen Hinweis. Ein Schild mit grünem Haken signalisiert: Dieser Drucker unterstützt den WPP-Modus und das moderne IPP-Protokoll (Internet Printing Protocol). Fehlt das Symbol, läuft das Gerät noch im alten Treiber-Modus.

Für IT-Abteilungen ist das ein praktisches Werkzeug. Statt aufwendiger manueller Prüfungen können Admins nun auf einen Blick erkennen, welche Geräte in ihrem Netzwerk bereit für die Umstellung sind. Microsoft empfiehlt, den WPP-Modus zu aktivieren, wo immer es möglich ist.

Der Haken: Der Modus arbeitet treiberlos. Er deinstalliert vorhandene Drittanbieter-Treiber und blockiert die Installation neuer. Aktuell ist die Aktivierung noch optional – eine Sicherheitskonfiguration, die Unternehmen selbst vornehmen müssen.

Der Zeitplan: Wichtige Deadlines bis 2027

Microsoft hat einen gestaffelten Fahrplan für den Rückzug alter Treiber vorgelegt. Für Unternehmen sind mehrere Termine entscheidend:

  • 15. Januar 2026: Microsoft nimmt keine neuen V3- und V4-Treiber mehr über Windows Update an. Bestehende Treiber können nur noch in Ausnahmefällen aktualisiert werden – etwa für Geräte, die keine Mopria-Zertifizierung erhalten können.

  • 1. Juli 2026: Der nächste große Einschnitt. Windows ändert seine interne Treiber-Rangfolge. Das System wird standardmäßig den Microsoft-eigenen IPP-Treiber bevorzugen, selbst wenn ein alter Treiber installiert ist. Das Betriebssystem versucht dann zuerst den modernen, sichereren Stapel zu nutzen.

  • 1. Juli 2027: Das endgültige Aus für die Legacy-Treiber-Entwicklung. Updates über Windows Update werden dann auf reine Sicherheitskorrekturen beschränkt. Funktionale Neuerungen gibt es nicht mehr.

Microsoft betont: Ältere Hardware wird dadurch nicht unbrauchbar. Bestehende Treiber bleiben installiert und funktionsfähig. Der Konzern plant keine Zwangsdeinstallation.

Kompatibilitätsprobleme: Jeder dritte Drucker könnte ausfallen

So sinnvoll die Umstellung aus Sicherheitssicht ist – sie birgt erhebliche Risiken für Unternehmen. Branchenschätzungen zufolge könnten rund 30 Prozent aller aktiven Druckgeräte unter WPP ihren Dienst verweigern. Betroffen sind vor allem ältere Modelle und spezialisierte Produktions- oder Großformatdrucker, die auf spezifische Win32-Treiber angewiesen sind.

Noch gravierender: Selbst bei funktionierenden Geräten droht ein Funktionsverlust. Analysten gehen davon aus, dass bis zu 70 Prozent aller Drucker nach der Umstellung weniger können. Funktionen wie automatisches Heften, Lochen, Duplexdruck oder spezielle Papierfachverwaltung werden oft von proprietärer Software gesteuert – die der universelle IPP-Treiber nicht abbildet.

Auch die Leistung leidet in manchen Umgebungen. In Hochvolumen-Szenarien berichten Anwender von Geschwindigkeitseinbußen: Statt 40 Seiten pro Minute schaffen manche Systeme nur noch 20. Hersteller wie Xerox und Lexmark haben darauf reagiert und aktualisierte Print Support Apps (PSA) veröffentlicht – etwa die Xerox Print and Scan Experience (XPSE) v10. Diese sollen erweiterte Funktionen auf Basis des modernen IPP-Stapels wiederherstellen.

Anzeige

Nicht nur Treiber-Probleme, sondern auch Update-Fehler und Drucker-Ausfälle können den PC-Betrieb in Unternehmen massiv behindern. Manfred Kratzl gibt sein 30-jähriges Expertenwissen jetzt als Hilfe zur Selbsthilfe weiter, damit Sie technische Hürden ab sofort eigenständig meistern. Kostenlosen PDF-Report zur Windows-11-Fehlerbehebung sichern

Sicherheit als treibende Kraft

Der radikale Umbau hat einen klaren Auslöser: eine jahrelange Serie kritischer Sicherheitslücken. Legacy-Druckertreiber laufen oft im Kernel-Modus oder mit erhöhten Systemrechten – ein gefundenes Fressen für Angreifer.

Besonders die „PrintNightmare"-Sicherheitslücken haben gezeigt, wie verwundbar das alte System ist. Tausende verschiedener Treiber von Drittanbietern schufen eine unüberschaubare Angriffsfläche. Mit dem treiberlosen, protokollbasierten Modell isoliert Microsoft den Druckprozess vom Betriebssystemkern. Der WPP-Modus schränkt die Funktionen des Druck-Spoolers ein und erzwingt die Nutzung von Anwendungen im Benutzermodus – ein wirksamer Schutz gegen Rechteausweitung.

Die neue Mopria-Zertifizierung ist ein weiterer Baustein. Indem Microsoft eine universelle „Sprache" für Drucker vorschreibt, kann das Unternehmen eine einzige, gehärtete Codebasis für den modernen Druckstapel pflegen – statt unzählige verschiedene Treiber und Hilfsprogramme absichern zu müssen.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Angesichts der bevorstehenden Juli-Deadline 2026 ist Handeln gefragt. IT-Abteilungen sollten umgehend eine Bestandsaufnahme ihrer Druckerflotte durchführen. Das neue Schild-Symbol in Windows 11 bietet dafür eine erste Orientierung – ersetzt aber keine vollständige Inventur.

Für viele Organisationen zeichnet sich eine Hybrid-Strategie ab: Kritische Legacy-Geräte bleiben vorerst im alten Treiber-Modell, während Mopria-zertifizierte Bürodrucker schrittweise auf WPP umgestellt werden. Microsoft hat bestätigt, dass herstellereigene Treiber auch weiterhin über separate Installationspakete bezogen werden können – selbst wenn Windows Update sie nicht mehr ausliefert.

Doch der Trend ist klar: Die Ära der proprietären Druckertreiber neigt sich dem Ende zu. Der Umbau mag für Unternehmen mit alter Hardware schmerzhaft sein – er ist aber die grundlegende Neugestaltung eines der ältesten und verwundbarsten Subsysteme von Windows.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69363659 |