Microsoft Teams: Deepfake-Erkennung und Identitätsschutz ab November geplant
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Technische Anleitungen beschreiben, wie Unternehmen und Anwender die externe Chat-Konnektivität in Microsoft Teams aufrechterhalten können, nachdem Einschränkungen für das Messaging ohne eigene dedizierte Domäne wirksam wurden. Für IT-Abteilungen rückt damit das Spannungsfeld zwischen nahtloser unternehmensübergreifender Zusammenarbeit und strenger Sicherheitskontrolle in den Mittelpunkt der Administration.
Neue Schutzfunktionen gegen Identitätsdiebstahl und unerwünschte Kontakte
Um die Risiken bei der Kommunikation mit organisationsfremden Akteuren zu minimieren, erweitert Microsoft schrittweise die Sicherheitsmechanismen der Plattform. Laut der Microsoft 365 Roadmap befindet sich die Unterstützung für die Erkennung von Deepfakes durch Drittanbieter sowie ein Impersonation-Schutz in Teams-Meetings in der Entwicklung.
Die allgemeine Verfügbarkeit dieser Funktionen ist für November nach einem weltweiten Rollout vorgesehen. Zertifizierte Drittanbieter analysieren dabei die Meeting-Medien auf synthetisches Audio- und Videomaterial und übermitteln entsprechende Signale an Teams. Gleichzeitig warnt der integrierte Impersonation-Schutz vor verdächtigen Identitäten.
Darüber hinaus erhalten Administratoren weiterreichende Befugnisse zur Abwehr externer Störungen. Ab Januar können IT-Verantwortliche externe Nutzer direkt über das Microsoft-Defender-Portal sperren. Eine Meeting-Schutzrichtlinie blockiert im August externe Bots automatisch. Zudem erhalten Anwender ab November die Möglichkeit, verdächtige Gast-Einladungen unmittelbar innerhalb von Microsoft Teams an die Sicherheitsverantwortlichen zu melden.
Angesichts der Zunahme von Identitätsdiebstahl und komplexen Betrugsmaschen im beruflichen Umfeld wird der Schutz digitaler Konten immer wichtiger. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie durch den Einsatz von Passkeys Ihre Sicherheit massiv erhöhen und sich vor Hackern schützen. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen
Datenkontrolle und Bereinigung von Konversationen
Neben Richtlinien für eingehende Kontakte gewinnt die Verwaltung bereits bestehender Chat-Verläufe an Bedeutung. Anleitungen zur Bereinigung von Chatdaten zeigen, dass Anwender unter Windows, macOS und im Web einzelne Nachrichten über das Kontextmenü mit drei Punkten entfernen können.
Das Löschen ganzer Konversationen über die Chat-Thread-Übersicht bewirkt jedoch lediglich eine Entfernung aus der persönlichen Ansicht des jeweiligen Nutzers. Andere Kommunikationsteilnehmer behalten weiterhin eine Kopie des bisherigen Gesprächsverlaufs.
Eine vollständige, organisationsweite Löschung von Chat-Inhalten kann ausschließlich die IT-Administration durchführen. Hierfür steht das Microsoft 365 Compliance Center zur Verfügung, in dem Vorgänge über eDiscovery oder die Inhaltssuche gesteuert werden.
Für den Fall lokaler Darstellungsprobleme oder veralteter Zustände lässt sich der Zwischenspeicher bereinigen: Nach dem Beenden der Teams-Anwendung können im Verzeichnis %appdata%\Microsoft\Teams die Ordner Cache, blob_storage, databases, GPUcache und Local Storage entfernt werden, bevor das Programm neu startet.
Wachsende Anforderungen an Tenant-Sicherheit
Die Notwendigkeit einer strikten Überwachung externer Kontaktwege verdeutlichen auch Analysen von Sicherheitsforschern zu Angriffen im Arbeitsumfeld. So wurde eine nachgeahmte Domain namens teams-online[.]com identifiziert, die die offizielle Anmeldeschnittstelle und Benutzeroberfläche von Teams imitiert, um Zugangsdaten abzugreifen.
Wer sich mit der Absicherung geschäftlicher Kommunikation befasst, sollte auch die grundlegende Sicherheit der verwendeten Endgeräte im Blick behalten. Ein gratis PDF-Ratgeber liefert fünf konkrete Schutzmaßnahmen, um Geräte effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch zu wappnen. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Mobilgerät jetzt entdecken
Sicherheitsforscher raten IT-Verantwortlichen daher, neu auftretende verdächtige Domains zügig in unternehmensweite Blocklisten und Webfilter aufzunehmen. Ergänzend wird der Einsatz phishing-resistenter Authentifizierungsmethoden wie FIDO2 oder Passkeys sowie die Überwachung von Web-Zugriffslogs empfohlen, um unbefugte Interaktionen über externe Schnittstellen abzufangen.
Mehr zum Thema bei BleepingComputer: „Microsoft Teams to get support for third“

