Microsoft sperrt SMS-Codes: Passkeys ab September Pflicht
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Microsoft warnt vor den wachsenden Sicherheitsrisiken der SMS-basierten Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Hintergrund der Warnung sind zunehmende, KI-gestützte Phishing-Angriffe, die von hochspezialisierten Angreifergruppen, sogenannten APT-Gruppen (Advanced Persistent Threats), durchgeführt werden. Als Reaktion auf diese Bedrohungslage stuft das Unternehmen die Zustellung von Sicherheitscodes via SMS oder Sprache als unsicher ein und forciert den Umstieg auf die Passkey-Technologie.
Microsoft erklärte, dass herkömmliche Verfahren der Mehrfaktor-Authentifizierung gegen moderne, automatisierte Angriffsformen nicht mehr ausreichend schützen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz seien Angreifer in der Lage, Phishing-Kampagnen so präzise und massenhaft zu gestalten, dass klassische Einmalcodes per Mobilfunk zunehmend an Wirksamkeit verlören. Um die Integrität von Nutzerkonten zu gewährleisten, setzt der Konzern künftig auf Passkeys, die als wesentlich resistenter gegen solche Übernahmeversuche gelten.
Verbindlicher Zeitplan für Entra-ID-Nutzer
Für Nutzer von Microsoft Entra ID ist eine weitreichende Umstellung der Anmeldeprozesse vorgesehen. Ab dem 1. September 2026 wird die Registrierung eines Passkeys für diesen Nutzerkreis zur Pflicht. Eine Abwahl dieser Sicherheitsmaßnahme durch die Nutzer oder Administratoren ist laut Microsoft nicht vorgesehen; die Registrierung erfolgt ohne Opt-out-Möglichkeit.
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In einem weiteren Schritt wird die Unterstützung älterer Verfahren vollständig eingestellt. Zum 1. Februar 2027 plant das Unternehmen, die Authentifizierung mittels SMS und Sprachnachrichten für Entra-ID-Nutzer komplett zu blockieren. Auch für diese Abschaltung wird kein Opt-out angeboten. Damit müssen Organisationen ihre Sicherheitsinfrastruktur innerhalb der kommenden Monate anpassen, um den Zugang zu ihren Systemen über moderne Authentifizierungsverfahren sicherzustellen.
Auswirkungen auf private Nutzerkonten
Während der Fokus der aktuellen Maßnahmen zunächst auf geschäftlichen Identitäten und Unternehmenskonten liegt, bereitet Microsoft auch für private Anwender Änderungen vor. Private Konten sollen der neuen Sicherheitsstrategie zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Ein konkretes Datum für die verpflichtende Einführung von Passkeys oder die Abschaltung der SMS-Dienste im Privatkundenbereich nannte das Unternehmen bisher noch nicht.
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Die Entscheidung markiert eine deutliche Abkehr von etablierten Sicherheitsstandards der letzten Jahre. Während die Einführung der SMS-basierten 2FA lange Zeit als signifikanter Fortschritt gegenüber einfachen Passwörtern galt, macht die technische Aufrüstung aufseiten der Cyberkriminellen nun einen Wechsel zu hardwaregebundenen oder biometrisch abgesicherten Verfahren notwendig. Branchenkenner werten den Schritt von Microsoft als Signal für den gesamten Sektor, da Passkeys den direkten Diebstahl von Zugangsdaten durch Phishing nahezu unmöglich machen.
