Microsoft-Sicherheit, Lücken

Microsoft-Sicherheit: 570 Lücken im Juli geschlossen – Rekord

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 03:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft behebt im Juli 2026 so viele Schwachstellen wie nie zuvor. KI-gestützte Tools beschleunigen die Fehlersuche, während kritische Zero-Day-Lücken in SharePoint und Outlook aktiv ausgenutzt werden.

Microsoft schließt Rekordzahl von Sicherheitslücken im Juli 2026
Hochmodernes Cybersicherheits-Kontrollzentrum mit digitalen Sicherheitsanzeigen und Netzwerküberwachungsbildschirmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat im Juli 2026 so viele Sicherheitslücken geschlossen wie nie zuvor. Der Rekordwert von 570 behobenen Schwachstellen markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen Cyberangriffe – und zeigt, wie sehr Künstliche Intelligenz das Wettrüsten zwischen Entwicklern und Angreifern beschleunigt.

Explosionsartiger Anstieg bei Sicherheitsupdates

Die Zahlen sind beeindruckend: Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der gepatchten Schwachstellen um 185 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 316 Prozent. Branchenberichte sprechen teils von bis zu 622 behobenen Fehlern im Juli-Update-Zyklus. Verantwortlich für diesen Anstieg ist vor allem der Einsatz großer Sprachmodelle und KI-gestützter Werkzeuge, die Schwachstellen deutlich schneller aufspüren.

Der Trend betrifft die gesamte Branche. Google etwa meldete im Juni 2026 die Behebung von 1.072 Sicherheitsfehlern im Chrome-Browser – mehr als in den vorangegangenen 23 Releases zusammen.

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Kritische Zero-Day-Lücken in SharePoint und Outlook

Besondere Aufmerksamkeit gilt aktuell zwei Schwachstellen in Microsofts Bürosoftware. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA stuft CVE-2026-58644 in SharePoint Server als kritisch ein – mit einem CVSS-Score von 9,8 von 10 möglichen Punkten. Angreifer mit Site-Administrator-Rechten können über einen Deserialisierungsfehler beliebigen Code ausführen.

Sicherheitsforscher beobachten zudem aktive Angriffe durch die Gruppe Storm-2603, die auch für die Warlock-Ransomware bekannt ist. Weitere Schwachstellen wie CVE-2026-32201 und CVE-2026-56164 wurden genutzt, um IIS-Serverschlüssel zu stehlen und Schadsoftware auf lokalen Systemen zu installieren.

Auch Outlook ist betroffen: Die Lücke CVE-2026-42897 im Web-Zugang (CVSS 8,1) wird von der Gruppe TA488 – auch als Laundry Bear oder Void Blizzard bekannt – ausgenutzt. Seit dem 22. Juli läuft eine Kampagne gegen Organisationen in den USA und Europa. Die Angreifer nutzen eine „Half-Click“-Technik, um die Datendiebstahl-Software OWAReaper zu installieren. Zwar wurde der Patch bereits am 9. Juni veröffentlicht, doch ungepatchte Systeme bleiben verwundbar.

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US-Behörden unter Zeitdruck

Die Schwere der Lücken veranlasste die CISA, mehrere Microsoft-Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufzunehmen. Bundesbehörden der zivilen Exekutive mussten CVE-2026-58644 bereits bis zum 19. Juli schließen, für CVE-2026-55040 galt der 17. Juli als Frist.

Administratoren stehen vor einer komplexen Aufgabe: Um die Risiken vollständig zu beseitigen, müssen zunächst Vorab-Updates aus dem Frühjahr installiert werden, bevor die Juli- und August-Pakete aufgespielt werden können. Microsoft hat für den 12. August eine weitere Update-Runde angekündigt.

Die Bedrohungslage bleibt auch außerhalb des Microsoft-Ökosystems angespannt. So hat die CISA zuletzt auch Schwachstellen in Fortinets FortiSandbox in ihren Katalog aufgenommen – ein Zeichen für die zunehmend plattformübergreifende Angriffswelle.

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