Microsoft Publisher: Support endet, LibreOffice Draw öffnet alte .pub-Dateien
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deMitte Oktober 2026 hat Microsoft den Support für die Desktop-Publishing-Software Publisher endgültig eingestellt. Da der Konzern mit dem Auslaufen der Unterstützung auch den regulären Zugriff auf alte Dateien blockiert, müssen sich Anwender, die regelmäßig mit dem Programm gearbeitet haben, nach neuen Lösungen umsehen.
Neben der Sicherung bestehender Archive rücken dabei vor allem freie Softwareprojekte wie LibreOffice und Scribus in den Fokus, auf die betroffene Nutzer verwiesen werden.
Risiken bei der Konvertierung alter Formate
Um den Verlust eigener Layouts zu verhindern, rät Microsoft den Nutzern dazu, alte .pub-Dokumente im PDF-Format zu sichern oder in das .docx-Format umzuwandeln. Dieser Schritt birgt jedoch technische Hürden. The Document Foundation warnt vor diesem Weg, da bei einer Konvertierung in .docx die Formatierung komplexer Dateien zerstört werden könne. Aufwendig gestaltete Vorlagen verlieren dadurch oft ihre ursprüngliche Struktur.
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LibreOffice Draw liest bestehende PUB-Dateien aus
Hilfe für den Zugriff auf verbliebene PUB-Dateien kommt aus dem Open-Source-Umfeld. Die Entwickler von LibreOffice haben das Microsoft-eigene .pub-Format zurückentwickelt. Dadurch lassen sich die Dokumente direkt im Programm LibreOffice Draw öffnen, bearbeiten und im offenen OpenDocument-Format (ODF) abspeichern.
Für unkomplizierte Aufgaben reicht dieser Ansatz in der Regel aus: Einseitige Dokumente oder einfache mehrseitige Arbeiten wie Newsletter lassen sich mit Draw problemlos handhaben. Bei aufwendigen Layouts stößt die Anwendung allerdings an funktionale Grenzen, da es sich bei LibreOffice Draw im Kern um ein Grafikprogramm und nicht um eine vollwertige Desktop-Publishing-Umgebung handelt.
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Scribus übernimmt anspruchsvolle Satzarbeiten
Für Layouts, die höhere gestalterische Anforderungen stellen, empfiehlt The Document Foundation das Programm Scribus. Die kostenlose Software ist für Windows, MacOS sowie Linux verfügbar und deckt klassische Funktionen des Desktop-Publishings ab. Nutzer müssen jedoch berücksichtigen, dass Scribus über kein standardisiertes Dateiformat verfügt.
Für den weiteren Arbeitsalltag zeichnet sich damit eine klare Aufteilung ab: Während LibreOffice Draw vor allem als Werkzeug zur Rettung und Weiterführung bestehender PUB-Bestände sowie für simple Dokumente dient, steht mit Scribus eine Lösung für umfangreichere Layoutprojekte zur Verfügung.
Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Alte Layouts weiternutzen: Aus für MS Publisher - weiter mit LibreOffice oder Scribus“
