Microsoft, Patch-Day

Microsoft Patch-Day: 200 Schwachstellen und Boot-Probleme

11.06.2026 - 00:06:42 | boerse-global.de

Stromausfälle und Microsofts Juni-Updates verursachen Boot-Probleme bei Windows-Nutzern. Zahlreiche Systeme starten nicht mehr.

Windows-Startprobleme nach Stromausfällen und Juni-Patches
Microsoft - Internal view of a modern PC showing the power supply unit and motherboard with diagnostic lights, symbolizing technical issues after a power outage. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach Stromausfällen und dem aktuellen Patch-Day kämpfen tausende Nutzer mit Startproblemen.

In den vergangenen Tagen häufen sich Berichte über Systemausfälle nach Stromunterbrechungen. Hardware-Enthusiasten und IT-Profis schlagen Alarm: Offenbar verhindern Schutzmechanismen moderner Netzteile in Kombination mit aktuellen Firmware-Updates den Neustart der Rechner.

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Wenn der Rechner nach dem Blackout streikt

Ein aktueller Fall zeigt das Problem deutlich: Ein High-End-Gaming-PC mit AMD 7800x3D-Prozessor, Gigabyte B650 Eagle AX-Mainboard und Corsair RM850e-Netzteil verweigerte nach zwei aufeinanderfolgenden Stromausfällen den Dienst. Zwar leuchteten die LEDs der Grafikkarte, und die Lüfter drehten sich – doch der Rechner startete nicht.

Erst nach einer Stunde ohne Stromanschluss sprang das System wieder an. Die Ursache: Die internen Schutzschaltungen des Netzteils hatten sich aktiviert. Fachleute raten betroffenen Nutzern, bei wiederholten Problemen einen Austausch des Netzteils zu beantragen. In sozialen Netzwerken berichten seit Anfang der Woche zahlreiche User von ähnlichen Erfahrungen.

Microsofts Patch-Day sorgt für zusätzliche Probleme

Die Lage verschärft sich durch die Juni-Patches von Microsoft, die seit Dienstag ausgerollt werden. Ein kritischer Punkt: Die verpflichtende Migration von Secure-Boot-Zertifikaten – die alten Schlüssel aus dem Jahr 2011 laufen am 24. Juni ab.

Die Folge: BIOS-Updates von Herstellern wie HP und Dell treiben Systeme in Endlosschleifen beim Booten. Microsoft bestätigte zudem, dass Windows-11-Geräte mit den Versionen 24H2 und 25H2 die aktuellen Updates nicht installieren können. Die Fehlercodes 0x80073712 und 0x800f0993 sind die Folge.

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Für Unternehmen gibt es einen Workaround: Ein spezieller DISM-Befehl entfernt das fehlerhafte Update-Paket. Privatnutzer sollten einen einfachen Neustart versuchen.

Sicherheitslücken als zusätzliche Gefahr

Doch nicht nur Hardware-Probleme plagen die Nutzer. Am 3. Juni entdeckten Sicherheitsforscher eine Zero-Day-Lücke in Comodo Internet Security. Die Schwachstelle mit dem Namen „ComoDoS" erlaubt Angreifern, Windows-Systeme mit einem einzigen manipulierten IPv6-Paket zum Absturz zu bringen. Ein Patch fehlt – Experten raten zur Deinstallation der Software.

Ebenfalls kritisch: Der Exploit „RoguePlanet" zielt auf eine Race-Condition in Microsoft Defender ab. Er ermöglicht erhöhte Systemrechte auf vollständig gepatchten Windows-10- und 11-Installationen.

Rekord-Patch-Day mit rund 200 Korrekturen

Der Juni-Patch-Day 2026 ist einer der umfangreichsten der Geschichte. Rund 200 Schwachstellen werden geschlossen, darunter 32 kritische Lücken und drei Zero-Day-Exploits. Besonders brisant: eine BitLocker-Umgehung (CVE-2026-50507), eine Erhöhung von Systemrechten über CTFMON (CVE-2026-45586) und eine Denial-of-Service-Lücke im HTTP.sys-Treiber (CVE-2026-49160).

Die Updates bringen zwar auch neue Funktionen wie die NPU-Überwachung im Task-Manager und gemeinsamen Bluetooth-Audio-Empfang. Doch die Boot-Probleme und Update-Fehler überschatten die Neuerungen. Die Technik-Community arbeitet fieberhaft an Lösungen – bis dahin gilt: Geduld und ein langes Stromkabel können helfen.

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