Microsoft-Oracle Deal gescheitert: FedRAMP-Zertifizierung blockiert
17.06.2026 - 10:46:40 | boerse-global.de
Sicherheitsbedenken und regulatorische Hürden sollen die Verhandlungen zum Scheitern gebracht haben. Oracle bestreitet die Berichte jedoch offiziell.
Woran die Verhandlungen scheiterten
Die Gespräche zwischen den beiden Technologiekonzernen drehten sich um die Anmietung umfangreicher Cloud-Kapazitäten bei Oracle. Microsoft benötigt die zusätzliche Rechenleistung dringend für seine wachsenden KI-Operationen. Doch die Verhandlungen endeten im Nichts – Grund dafür waren offenbar unüberbrückbare Sicherheits- und Compliance-Differenzen.
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Im Zentrum des Konflikts stand Oracles fehlende FedRAMP-Zertifizierung für seine Public-Cloud-Infrastruktur. Diese Zertifizierung ist in den USA zwingend erforderlich, wenn Anbieter sensible Regierungsdaten verarbeiten oder in stark regulierten Branchen tätig sein wollen. Genau dort ist Microsoft jedoch stark engagiert.
Oracle widerspricht – Microsoft schweigt
Nachdem die Nachricht vom Scheitern der Verhandlungen die Runde machte, reagierte Oracle prompt. Das Unternehmen erklärte, die Berichte seien schlichtweg falsch. Ein Oracle-Sprecher betonte, die Partnerschaft mit Microsoft bestehe weiter – Microsoft sei weiterhin Kunde und Partner für Oracles Cloud-Infrastruktur.
Microsoft selbst hält sich bedeckt und lehnte eine offizielle Stellungnahme ab. Dabei hatten die beiden Konzerne erst in der Vergangenheit mehrfach Kooperationen geschlossen, um ihre Cloud-Dienste besser zu verzahnen.
Börse reagiert nervös
Die Nachricht schlug am Dienstag an der Börse Wellen. Microsoft-Aktien verloren zwei Prozent, Oracle-Papiere gaben sogar um 2,3 Prozent nach. Besonders Microsoft steht seit Monaten unter Druck: Der Kurs ist seit Jahresbeginn um 18,6 Prozent gefallen.
Der immense Bedarf an zusätzlicher Recheninfrastruktur zeigt, wie sehr die KI-Entwicklung die Branche unter Strom setzt. Microsoft hat für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen von umgerechnet rund 190 Milliarden Euro angekündigt – ein Großteil fließt in den Ausbau von Rechenzentren.
Sicherheit bleibt oberste Priorität
Das Thema Sicherheit hat für Microsoft höchste Priorität – schließlich verwaltet der Konzern umfangreiche öffentliche Aufträge. Erst im Mai 2026 sicherte sich Microsoft einen Fünfjahresvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium über umgerechnet rund 9,7 Milliarden Euro.
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Neue Preismodelle für KI-Dienste
Parallel zu den Turbulenzen um den Oracle-Deal führte Microsoft am Mittwoch ein neues Abrechnungsmodell für seinen KI-Assistenten Copilot Cowork ein. Künftig zahlen Kunden nach dem Prinzip „Pay-as-you-go“ – abgerechnet wird nach der tatsächlich genutzten Rechenleistung für einzelne Aufgaben. Das Modell soll helfen, die explodierenden Kosten für KI-Dienste in den Griff zu bekommen.
Doch nicht nur Microsoft selbst kämpft mit Kapazitätsengpässen. Auch die Tochter GitHub sucht offenbar nach neuen Wegen. Berichten zufolge prüft die Entwicklerplattform eine Multi-Cloud-Strategie – inklusive der Nutzung von Konkurrenz-Infrastruktur. Grund sind Skalierungsprobleme durch den rasanten Anstieg KI-gestützter Entwicklungsprozesse.
