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Microsoft öffnet Office für KI-Konkurrenten und gibt Nutzern mehr Kontrolle

18.05.2026 - 21:43:31 | boerse-global.de

Microsoft integriert Anthropics Claude in Office und erlaubt die Neubelegung der Copilot-Taste. Die Multi-KI-Strategie und flexiblere Windows-11-Oberflächen stehen im Fokus.

Microsoft öffnet Office für KI-Konkurrenten und gibt Nutzern mehr Kontrolle - Foto: über boerse-global.de
Microsoft öffnet Office für KI-Konkurrenten und gibt Nutzern mehr Kontrolle - Foto: über boerse-global.de

Statt auf ein einziges, hauseigenes KI-Modell zu setzen, öffnet Microsoft seine Office-Welt für Drittanbieter und lockert die Hardware-Vorgaben für den eigenen Assistenten Copilot. Gleichzeitig erhalten Windows-11-Nutzer mehr Freiheiten bei der Anpassung der Benutzeroberfläche.

Multi-KI-Strategie: Claude zieht in Office ein

Seit dem 17. Mai 2026 können Unternehmenskunden in Word, Excel, PowerPoint und Outlook auf das KI-Modell Claude von Anthropic zugreifen. Die Integration läuft parallel zum hauseigenen Copilot – ein Novum für den Konzern.

Der Schritt ist eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach spezialisierten KI-Fähigkeiten. „Ein einzelnes Modell kann nicht alle Anforderungen abdecken", heißt es aus Branchenkreisen. Die neue Multi-KI-Strategie erlaubt es Business-Nutzern, je nach Aufgabe zwischen verschiedenen Analyse- und Generierungstools zu wählen. Automatisierte Zusammenfassungen, komplexe Datenanalysen und Dokumentenautomatisierung stehen dabei im Fokus.

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Für Microsoft 365 Copilot Chat wurden zudem neue Schulungsmaterialien veröffentlicht. Sie zeigen, wie angemeldete Nutzer mit Firmen-, Schul- oder Hochschulkonten Informationen effizient zusammenfassen und analysieren können.

Der Markt für Offline-Lösungen lebt

Trotz des Cloud-Trends bleibt die Nachfrage nach lokalen, abonnementfreien Softwareversionen bestehen. Aktuelle Angebote zeigen: Die Dauerlizenz für Office 2024 Home & Business ist derzeit stark rabattiert erhältlich – mit Gültigkeit bis zum 31. Mai 2026. Diese Version enthält Kernanwendungen wie Word und Excel mit integrierten KI-Funktionen, verzichtet aber auf monatliche Gebühren und Cloud-Speicher.

Auch ältere Versionen wie Office 2019 sind noch im Umlauf. Noch am 16. Mai 2026 wurden spezifische Versionsupdates dafür ausgeliefert.

Copilot-Taste wird frei programmierbar

In einer bemerkenswerten Kehrtwende bestätigte Microsoft am 18. Mai 2026: Die dedizierte Copilot-Taste auf Windows-11-Tastaturen kann künftig umbelegt werden. Ab später in diesem Jahr lässt sich die Taste, die ursprünglich den direkten Zugriff auf den KI-Assistenten ermöglichen sollte, als rechte Strg-Taste oder Kontextmenü-Taste konfigurieren. Die Einstellung findet sich unter „Bluetooth und Geräte" in den Tastatureinstellungen.

Der Schritt ist eine Abkehr von der tiefen, verpflichtenden Hardware-Integration von KI-Diensten – und eine Reaktion auf monatelange Nutzerkritik.

Windows 11: Startmenü und Taskbar werden flexibler

Noch am selben Tag begann Microsoft mit Tests im Experimental Channel von Windows 11. Die Neuerungen betreffen vor allem das Startmenü und die Taskleiste:

  • Startmenü-Anpassung: Neue kleine und große Menüvarianten sowie Abschnittsschalter für angeheftete und empfohlene Elemente. Nutzer können Dateiempfehlungen deaktivieren und persönliche Profilinformationen ausblenden.
  • Taskleisten-Flexibilität: Lang geforderte Funktionen wie die Positionierung der Taskleiste an jeder beliebigen Bildschirmseite (oben, unten, links oder rechts) werden getestet.
  • Multi-Monitor-Support: Unterschiedliche Taskleisten-Positionen für einzelne Bildschirme sind möglich. Auch die Drag-and-Drop-Funktion zur Neuanordnung kehrt zurück.

Die Änderungen adressieren einen zentralen Kritikpunkt: die bisher starre, auf KI zentrierte Windows-11-Oberfläche.

Microsoft Teams verabschiedet sich von Together Mode

Eine weitere Vereinfachung betrifft Microsoft Teams. Der Together Mode, der Teilnehmer virtuell in einem gemeinsamen digitalen Raum platzierte, wird zum 30. Juni 2026 eingestellt. Die Funktion war 2020 während der Hochphase der Remote-Arbeit eingeführt worden.

Der Grund: Performance und Stabilität. Technische Berichte zeigen, dass der Modus die kognitive Belastung erhöhte und insbesondere auf mobilen Geräten zu verschlechterter Videoqualität führte. Die Standard-Galerieansicht, die bis zu 49 Teilnehmer unterstützt, soll mit adaptiven Kachelzahlen für flüssigere Videowiedergabe sorgen.

Die freiwerdenden Ressourcen fließen in Kernverbesserungen der Videoqualität. Dazu gehören Super-Resolution-Technologien, verbesserte Geräuschunterdrückung und präzisere Farbdarstellung. Unternehmen können weiterhin markierte Hintergründe nutzen, um ihre Corporate Identity zu wahren.

Sicherheitsupdate mit Hindernissen

Der Mai-Patch-Zyklus 2026 brachte umfangreiche Sicherheitsupdates. Mehr als 137 Schwachstellen wurden geschlossen, seit Jahresbeginn hat Microsoft über 500 einzelne Patches ausgeliefert. Kritische Sicherheitslücken betrafen unter anderem Netlogon, den DNS-Client und eine aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücke in Exchange.

Doch der Patch KB5089549 sorgt für Probleme. Ein Installationsfehler (0x800f0922) tritt auf, wenn der Fortschritt etwa 35 bis 36 Prozent erreicht. Ursache ist zu wenig freier Speicher auf der EFI-Systempartition – konkret weniger als 10 Megabyte. Microsoft hat einen Known Issue Rollback für Verbrauchergeräte bereitgestellt und empfiehlt Registry- oder Gruppenrichtlinien-Workarounds für verwaltete Unternehmenssysteme.

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Die Dringlichkeit der Updates ist hoch: Der Support für Windows 10 endet im Oktober 2026, und kritische Secure-Boot-Zertifikate laufen am 26. Juni 2026 ab.

Analyse: Der Weg zum „KI-Realismus"

Die aktuellen Entwicklungen bei Microsoft spiegeln einen breiteren Branchentrend wider. Nach einer Phase rasanter, oft aufdringlicher KI-Integration justiert der Konzern nach – basierend auf professionellen Nutzungsmustern und technischen Leistungsdaten.

Die erlaubte Neubelegung der Copilot-Taste und die Einstellung rechenintensiver Funktionen wie Together Mode zeigen: Microsoft priorisiert Stabilität und Effizienz seiner Kernwerkzeuge – Word, Teams und Windows – über den Neuigkeitswert von KI-Hardware.

Die Integration von Anthropics Claude signalisiert zudem einen Wandel hin zu einer offenen Plattform-Philosophie. Indem Microsoft konkurrierende KI-Modelle in seinem eigenen Ökosystem hostet, positioniert sich die Office-Suite als primäre Arbeitsumgebung für Unternehmen – unabhängig davon, welches KI-Modell der Kunde bevorzugt. Das könnte helfen, Firmenkunden zu halten, die zunehmend Anbieterabhängigkeit fürchten und nach spezifischen KI-Lösungen für Dokumenten- und Datenaufgaben suchen.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

In der zweiten Jahreshälfte 2026 dürfte der Fokus auf der Verfeinerung von Windows 11 und dem Ausbau der Multi-KI-Strategie liegen. Das kommende Update 25H2 wird voraussichtlich viele der aktuell getesteten Anpassungsfunktionen enthalten – möglicherweise die größte Änderung der Windows-UI-Flexibilität seit dem Start des Betriebssystems.

Für Unternehmensadministratoren steht das Ende des Windows-10-Supports im Vordergrund. Der Erfolg von Microsofts Kurswechsel wird davon abhängen, ob die größere Flexibilität der Benutzeroberfläche und die breitere Auswahl an KI-Modellen die wachsende Komplexität des digitalen Arbeitsplatzes ausgleichen können. Die Microsoft-Q&A-Foren, die derzeit über 1,8 Millionen aktive technische Anfragen hosten, bleiben dabei eine zentrale Anlaufstelle für die Fehlerbehebung.

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