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Microsoft Mai 2026: Milliarden-Deal mit EY und KI-Preisschock

25.05.2026 - 20:39:44 | boerse-global.de

Microsoft treibt lokale KI-Funktionen voran, schließt Milliarden-Deal mit EY und erhöht Abopreise für Unternehmen ab Juli.

Microsoft Mai 2026: Milliarden-Deal mit EY und KI-Preisschock - Foto: über boerse-global.de
Microsoft Mai 2026: Milliarden-Deal mit EY und KI-Preisschock - Foto: über boerse-global.de

Der Softwarekonzern setzt im dritten Maiwochenende 2026 mit einer Reihe von Updates und Preisänderungen neue Maßstäbe für KI-gestützte Arbeitsplätze. Im Zentrum stehen lokale KI-Funktionen, milliardenschwere Partnerschaften und deutlich höhere Abopreise für Unternehmen.

Neue Windows-Builds: KI direkt auf dem Gerät

Mit den aktuellen Vorschauversionen Build 26300.8497 und 28020.2149 legt Microsoft den technischen Grundstein für die nächste Generation von KI-PCs. Ein zentrales Feature: ein lokaler Hintergrundgeräuschfilter, der ohne Cloud-Anbindung auskommt und die Sprachqualität in Videokonferenzen verbessert. Ergänzt wird das Update durch die Unterstützung des HID-Braille-Standards sowie eine neue Bildschirmtönungsfunktion.

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Für IT-Administratoren bringt Microsoft eine lang geforderte Flexibilität: Seit Mai 2026 können Unternehmen den Copilot-Assistenten per Gruppenrichtlinie deinstallieren. Ein Schritt, der besonders in regulierten Branchen für Erleichterung sorgt.

Milliarden-Deal mit EY: 150.000 Mitarbeiter nutzen KI

Am 24. Mai gaben Microsoft und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY eine gemeinsame Investition von über einer Milliarde Euro bekannt. Ziel ist die Entwicklung autonomer KI-Agenten für komplexe Arbeitsabläufe. Bereits heute arbeiten rund 150.000 der 400.000 EY-Beschäftigten mit Microsoft 365 Copilot – mit einer Produktivitätssteigerung von etwa 15 Prozent.

Parallel dazu erweitert Microsoft sein KI-Ökosystem: OpenAI veröffentlichte am 21. Mai „Appshots" für Codex, während Edge for Business neue agentische Funktionen testet. Für Schulen und Universitäten führt Teams for Education spezifische KI-Nutzungsrichtlinien ein.

Preisschock für Unternehmen: Ab Juli wird es teurer

Zum 1. Juli 2026 greift eine grundlegende Preiserhöhung für Microsoft-365-Abonnements durch:

  • Business Basic: plus 16 Prozent
  • Business Standard: plus 12 Prozent
  • Neu: Microsoft 365 E7: 92 Euro pro Nutzer und Monat für High-End-KI und Sicherheit

Gleichzeitig räumt Microsoft sein Portfolio auf. Am 25. Mai wurde Outlook Lite für Android endgültig eingestellt. Bereits seit dem 21. Mai 2026 sind SMS-basierte Logins für Privatnutzer Geschichte – Microsoft setzt künftig auf Passkeys.

Hintergrund: Nur 3,3 Prozent der Microsoft-365-Nutzer zahlen derzeit für Premium-KI-Abonnements. Die Preiserhöhungen sind Teil einer Strategie, die milliardenschweren KI-Investitionen zu monetarisieren.

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Hardware-Wettbewerb: AMD fordert Apple heraus

Die Leistungsfähigkeit von KI-PCs hängt maßgeblich von der verbauten Hardware ab. Mit dem AMD Ryzen AI Max+ 395 bringt der Chip-Hersteller einen ernstzunehmenden Konkurrenten ins Rennen. Der Prozessor verfügt über 16 Zen-5-Kerne und unterstützt bis zu 128 GB RAM. Laut AMD ist er bei bestimmten KI-Aufgaben bis zu viermal schneller als der Apple M4 Max.

Konkurrenz schläft nicht: Google und Open Source

Auf der Entwicklerkonferenz I/O 2026 präsentierte Google am 19. Mai „Gemini Spark" – einen autonomen KI-Agenten für Workspace. Zudem kündigte der Konzern „Gmail Live" an, eine sprachgesteuerte KI-Suche, die im Spätsommer 2026 für Premium-Nutzer starten soll.

Im Open-Source-Bereich macht ONLYOFFICE Docs 9.4 von sich reden: Die Community-Edition fällt ab dem 19. Mai 2026 ohne die bisherige 20-Nutzer-Beschränkung aus. Auch Thunderbird Version 145 bietet seit November 2025 native Microsoft-Exchange-Unterstützung.

Die finanzielle Dimension dieser Entwicklung ist enorm: Der deutsche Staat gab 2025 rund 481 Millionen Euro für Windows-Lizenzen aus – ein Anstieg von 38 Prozent. Schleswig-Holstein strebt durch eine Linux-Migration Einsparungen von 15 Millionen Euro bis Ende 2026 an.

Sicherheit im Fokus: Schutz vor Cyberangriffen

Mit der Ausweitung der KI-Infrastruktur wachsen auch die Sicherheitsrisiken. Analysten prognostizieren Schäden durch mobile Cyberkriminalität von bis zu 442 Milliarden Euro bis Ende 2026. Ein Großangriff der Gruppe ShinyHunters auf Instructure/Canvas im April 2026 kompromittierte 275 Millionen Datensätze.

Microsoft reagierte am 23. Mai mit „Staged Publishing" für das npm-Register, um Supply-Chain-Angriffe zu verhindern. Zudem wurden mehrere kritische Sicherheitslücken geschlossen, darunter CVE-2026-8711 und CVE-2026-32202.

Ausblick: Wohin steuert Microsoft?

Die Grenzen zwischen Betriebssystem und KI-Assistent verschwimmen zunehmend. Während Copilot bei Firmen wie EY auf breiter Front eingeführt wird, steht ein Führungswechsel bevor: Yusuf Mehdi, langjähriger Chef der Windows- und Surface-Sparte, kündigte seinen Abschied für 2027 an.

Bleibt die Frage: Werden die Juli-Preiserhöhungen die Nachfrage nach Premium-KI-Diensten ankurbeln oder treiben sie preisbewusste Unternehmen in die Arme der „Euro-Office"-Allianz von Ionos, Nextcloud und Proton? Letztere soll im Sommer 2026 an den Start gehen. Fürs Erste beschäftigt Microsoft ein handfesteres Problem: Ein Bilddarstellungsfehler in Classic Outlook (Version 2604), der am 24. Mai identifiziert wurde, zeigt, dass selbst im Zeitalter autonomer Agenten die grundlegende Softwarepflege nicht vernachlässigt werden darf.

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