Microsoft lockert Copilot-Zwang: Windows-Nutzer dürfen KI-Taste umbelegen
20.05.2026 - 09:34:41 | boerse-global.de
Der Windows-Konzern reagiert auf Nutzerkritik und erlaubt künftig die Neubelegung der speziellen KI-Taste – während die Abozahlen für Microsoft 365 rasant steigen.
Microsoft vollzieht eine strategische Kehrtwende: Windows-11-Nutzer sollen die Möglichkeit erhalten, die eigens eingeführte Copilot-Taste auf der Tastatur nach eigenen Wünschen umzubelegen. Das bestätigte der Konzern angesichts wachsender Nutzerzahlen seiner KI-Dienste. Die Zahl der zahlenden Copilot-Abonnenten kletterte von 15 Millionen im Januar auf über 20 Millionen Anfang Mai 2026. Während die KI-Oberfläche in Programmen wie Excel und Word künftig fest integriert bleibt, signalisiert die Flexibilität bei der Hardware einen Kurswechsel: Microsoft wird den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Eingabegeräte geben – und bereitet gleichzeitig den Boden für eine neue Generation KI-fähiger Computer.
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Die neue Hardware-Ära: NPU-Pflicht und mehr Arbeitsspeicher
Die Einführung einer eigenen physischen Taste für den KI-Assistenten war die markanteste Änderung am Tastatur-Layout seit Jahrzehnten. Nun kommt Microsoft den Nutzerwünschen entgegen. Die Umbelegungsfunktion soll mit dem Windows-11-Update 26H1 kommen, das für das dritte Quartal 2026 erwartet wird.
Doch das Update bringt auch härtere Hardware-Anforderungen mit sich. Künftige Geräte müssen zwingend eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) besitzen. Hinzu kommen mindestens 16 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte NVMe-Speicher – Voraussetzungen für die lokale KI-Verarbeitung, die Microsoft massiv vorantreibt.
Die Strategie zeigt erste Erfolge: Ende April 2026 startete Microsoft spezialisierte KI-Agenten in Word. Die Nutzerinteraktion mit den automatisierten Funktionen stieg daraufhin um 50 Prozent. Am 7. Mai folgte ein Legal Agent für juristische Fachaufgaben – ein klares Signal, dass Microsoft branchenspezifische Lösungen neben die allgemeinen Produktivitätstools stellt.
Preisschub zum Juli: Microsoft 365 wird teurer
Die erweiterten Funktionen haben ihren Preis. Zum 1. Juli 2026 tritt eine neue Preisstruktur in Kraft, die vor allem Geschäftskunden trifft:
- Business Basic: 6,50 Euro pro Nutzer/Monat (plus 16,7 Prozent)
- Business Standard: 13 Euro pro Nutzer/Monat (plus 12 Prozent)
- Enterprise E3: 24 Euro pro Nutzer/Monat
- Enterprise E5: 56 Euro pro Nutzer/Monat
Ganz oben steht die neue Premium-Stufe Microsoft 365 Copilot Wave 3 (E7) für stolze 92 Euro pro Nutzer/Monat. Sie bündelt die rechenintensivsten KI-Funktionen.
Für preissensible Kunden hält Microsoft eine Hintertür offen: Office 2021 Professional ist weiterhin als Dauerlizenz für 28 Euro erhältlich – eine einmalige Investition ohne Abo-Zwang.
Im Gegenzug erhalten Business-Basic- und Business-Standard-Kunden zwischen Juni und August 2026 zusätzliche 50 Gigabyte E-Mail-Speicher sowie verbesserten Phishing-Schutz. Angesichts der jüngsten Social-Engineering-Angriffe der Gruppe Storm-2949 ein notwendiger Schritt.
Abschied von Altbewährtem: Teams-Modus und Outlook Lite fallen weg
Der Fokus auf KI und moderne Infrastruktur fordert seinen Tribut. Microsoft verabschiedet sich von mehreren altgedienten Funktionen:
- Together Mode in Teams wird zum 30. Juni 2026 eingestellt – nach sechs Jahren Laufzeit. Microsoft verweist auf die Standard-Galerie-Ansicht.
- Outlook Lite wird am 25. Mai 2026 eingestellt.
- Microsoft Publisher erreicht im Oktober 2026 sein Lebensende.
- Windows 10 verliert am 13. Oktober 2026 den Support – ein harter Termin für alle, die noch nicht umgestiegen sind.
Während Microsoft den Support für ältere Systeme beendet, stellt die Hardware-Prüfung viele Anwender vor Probleme. Erfahren Sie in dieser Anleitung von IT-Experte Manfred Kratzl, wie Sie das Upgrade legal auch auf offiziell inkompatiblen Geräten durchführen. Anleitung für das Upgrade trotz Inkompatibilität kostenlos herunterladen
Der Übergang verlief nicht reibungslos. Am 14. Mai 2026 wurde eine kritische Sicherheitslücke (CVE-2026-42897) in lokalen Exchange-Servern (2016, 2019 und SE) entdeckt. Angreifer können über präparierte E-Mails JavaScript-Code ausführen. Microsoft hat automatische Gegenmaßnahmen aktiviert, die jedoch zu temporären Einschränkungen im Outlook Web Access führen – etwa beim Kalenderdruck und der Anzeige eingebetteter Bilder.
Markt im Wandel: KI-Rennen und offene Standards
Die rasante Verbreitung von KI-Tools verändert die gesamte Produktivitätslandschaft. Mustafa Suleyman, Microsofts KI-Chef, prophezeit, dass künstliche Intelligenz innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate menschliches Leistungsniveau bei Büroaufgaben erreichen könnte. Diese Prognose unterstreicht die Dringlichkeit hinter den neuen Hardware-Anforderungen.
Die Konkurrenz schläft nicht: Am 19. Mai 2026 erschien LibreOffice 26.2 Beta mit über 400 Code-Änderungen. Mac-Nutzer weichen vermehrt auf Keynote oder Google Slides aus, das Gemini AI integriert hat. Selbst Netflix zog nach: Der Streaming-Dienst entfernte diese Woche die alphabetische Sortierung im Browser – ein weiterer Schritt hin zu rein algorithmischen Vorschlägen.
Ein wichtiges Signal sendet die Branche in Richtung Interoperabilität: Adobe, IBM, SAP und die Linux Foundation verständigten sich Anfang Mai auf offene Standards für KI-Agenten. Das könnte bedeuten, dass Microsofts Copilot-Ökosystem künftig mit Systemen anderer Anbieter zusammenarbeiten muss – ein Szenario, das den Markt nachhaltig verändern dürfte.
Ausblick: Ein Jahr der Entscheidungen
Der Rest des Jahres 2026 wird von einer massiven Migrationswelle geprägt sein. Die Juli-Preiserhöhungen werden viele Unternehmen dazu zwingen, ihre Lizenzstrategien zu überdenken – noch vor dem Windows-10-Support-Ende im Oktober. Ob die neuen Legal Agents und die Wave-3-Copilot-Funktionen die höheren Kosten rechtfertigen, wird sich an den Nutzerzahlen messen lassen müssen. Eines steht fest: Der klassische PC, wie wir ihn kennen, gehört der Vergangenheit an.
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