Microsoft, Visier

Microsoft im Visier der CMA: Vorschlag für Sonderstatus bei Unternehmenssoftware

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die CMA prüft Microsofts Stellung und mögliche Regeln für Software, KI-Werkzeuge und Cloud-Lizenzen; die endgültige Entscheidung ist bis Februar vorgesehen.
Ein minimalistisches, modernes Bürogebäude mit Glasfassade und Blick auf die Stadt bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat vorgeschlagen, dem US-Konzern Microsoft für den Bereich Unternehmenssoftware einen sogenannten strategischen Marktstatus zuzuweisen. Mit diesem Schritt hat die Behörde erste Maßnahmen eingeleitet, um die Wahlfreiheit bei Software für gewerbliche Kunden im Vereinigten Königreich sicherzustellen. Für den Vorschlag läuft derzeit eine Konsultation, eine finale Entscheidung soll bis Februar fallen.

Grundlage für das Vorhaben ist die weite Verbreitung von Microsoft-Produkten im Land. Nach Angaben der Wettbewerbshüter nutzen über 1 Mio. Organisationen im Vereinigten Königreich sowie rund 20 Mio. Anwender monatlich Angebote wie Word, Excel, Outlook, PowerPoint, Teams, Sicherheitslösungen, Server-Software und Betriebssysteme.

Die CMA nimmt dabei fünf Kernbereiche unter die Lupe: PC-Betriebssysteme, Produktivitätssoftware, Sicherheitssoftware, Server-Betriebssysteme sowie relationale Datenbanken. In sämtlichen fünf Feldern bescheinigt die Behörde dem Konzern eine starke Marktpräsenz.

Wechselbarrieren und Bedenken bei KI-Tools

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Nach Ansicht der CMA beruht der Vorteil von Microsoft maßgeblich auf Wechselbarrieren. Diese würden die Wahlmöglichkeiten der Kundschaft einschränken und zugleich den Wettbewerbsdruck durch konkurrierende Entwickler abschwächen. Für den Fall einer formellen Zuweisung des strategischen Marktstatus hat die Behörde bereits eine Roadmap mit möglichen regulatorischen Maßnahmen vorgelegt.

Unter diesem Status erhielte die CMA weitreichende Eingriffsrechte. Diese würden unter anderem die Lizenzierung in der Cloud, Sicherheitssoftware sowie Produktivitätstools auf Basis künstlicher Intelligenz betreffen. Im Fokus der Regulierer steht die Frage, ob Kunden künftig freie Wahl bei KI-Werkzeugen haben und ein fairer Wettbewerb gegenüber Microsofts Copilot gewährleistet ist.

Geprüft werden soll auch, ob Bündelungen von Sicherheitssoftware und Verknüpfungen mehrerer Produkte die Auswahl künstlich verengen und ob Unternehmenskunden den Cloud-Host für ihre Lizenzen frei bestimmen können. Unabhängig davon untersucht die Behörde separat den Vorwurf, ob Microsoft Abonnenten durch die Integration von Copilot in bestehende Abonnements zu Mehrausgaben verleitet hat.

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Microsoft weist Kritik zurück

Microsoft widersprach der Beurteilung durch die Regulierungsbehörde. Das Unternehmen betonte, dass sämtliche seiner Produkte einschließlich des Assistenten Copilot offen gestaltet und interoperabel mit Lösungen anderer Hersteller seien.

Neben der dominierenden Rolle bei Desktop- und Büroanwendungen behält die Wettbewerbsbehörde auch das Cloud-Geschäft im Blick. In einem aktuellen Update stellte die CMA zwar fest, dass Microsoft und der Branchenkonkurrent AWS Fortschritte bei der Wahlfreiheit für Cloud-Nutzer erzielt hätten.

Dennoch könnten beide Anbieter weitere Schritte unternehmen, um verbliebene Hürden beim Wechsel zwischen verschiedenen Cloud-Plattformen sowie bei Multi-Cloud-Lösungen abzubauen. Die Option, eine vollständige Untersuchung des gesamten Sektors unter dem Regime des strategischen Marktstatus einzuleiten, hält sich die Behörde weiterhin offen.

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