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Microsoft Graph APIs: Copilot-Kunden können KI-Ausgaben genauer steuern

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Geschäftsjahr 2026 stiegen Microsofts Umsatz und Betriebsergebnis; neue Copilot-Werkzeuge sollen die Kontrolle der KI-Ausgaben verbessern.
Moderne Industriebauarchitektur mit klaren geometrischen Linien und Glasfassaden im goldenen Licht. Illustration mit AI erstellt.

In seinem aktuellen Schreiben an die Aktionäre hat Microsoft-Chef Satya Nadella das Verhältnis von Kosten und erzielten Ergebnissen in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie gerückt.

Unternehmenskunden bewerten Ausgaben für Rechenkapazitäten und Token zunehmend daran, welcher konkrete Mehrwert entsteht. Vor diesem Hintergrund setzt der Softwarekonzern Prioritäten beim Ausbau seines KI-Ökosystems und zielt darauf ab, die Kosten für KI-gestützte Dienste spürbar zu senken.

Nadella unterstrich in seiner Botschaft, dass hochentwickelte künstliche Intelligenz die Dynamik zwischen Aufwand und Ertrag grundlegend verändere. Bei der Ausführung von Modellen, der sogenannten Inferenz, entwickelten sich die Grenzkosten zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Anbieter und Anwender gleichermaßen.

Starkes Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft

Die strategische Neuausrichtung stützt sich auf das Geschäftsjahr 2026, in dem Microsoft den Gesamtumsatz um 18 Prozent auf 331,8 Milliarden US-Dollar steigerte. Das Betriebsergebnis legte um 21 Prozent auf 155,2 Milliarden US-Dollar zu.

Treiber dieser Entwicklung blieb das Cloud-Geschäft: Der Bereich Microsoft Cloud erwirtschaftete 214,4 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 27 Prozent entspricht. Die Plattform Azure wuchs um 41 Prozent und durchbrach erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Beim Assistenten Microsoft 365 Copilot verzeichnete der Konzern mehr als 30 Millionen bezahlte Lizenzen.

Gleichzeitig baute das Unternehmen die zugrundeliegende Infrastruktur deutlich aus. Azure bietet inzwischen über 11.000 Modelle an, darunter Systeme von OpenAI, Anthropic, Mistral sowie eigene Entwicklungen. Die Zahl der Kunden, die Modelle mehrerer Anbieter parallel einsetzen, hat sich seit Jahresbeginn verfünffacht.

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Zudem zählt Microsoft Foundry über 100.000 Kunden, während die Plattform Work IQ mehr als 17 Exabyte an Daten verarbeitet. Zur Bewältigung der Rechenlast wurden innerhalb eines Jahres 88 neue Rechenzentren geschaffen.

Auf Hardwareseite liefert der Beschleuniger Maia 300 nach Unternehmensangaben 40 Prozent mehr Token pro Watt als führende Grafikprozessorsysteme, während der Prozessor Cobalt 200 über 50 Prozent mehr Leistung als der erste hauseigene Cloud-Chip bietet.

Feinere Kostenkontrolle für Copilot-Kunden

Um den Kunden eine präzisere Steuerung ihrer KI-Ausgaben zu ermöglichen, führt Microsoft neue Schnittstellen für das Ausgabenmanagement ein. Seit Mitte Oktober 2026 steht eine öffentliche Vorabversion der Microsoft-Graph-Programmierschnittstellen weltweit über einen Beta-Endpunkt bereit.

Administratoren können damit Ausgabenrichtlinien für Copilot-Guthaben programmieren, Grenzwerte überwachen und Alarme konfigurieren. Ein konkreter Termin für die allgemeine Verfügbarkeit steht noch nicht fest.

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Ergänzend greifen zum 1. Dezember 2026 Anpassungen im Vertriebsmodell. Für berechtigte neue Abonnements von Microsoft 365 Copilot Business über Partnerkanäle wird standardmäßig eine nutzungsbasierte Abrechnung aktiviert. Diese sieht ein anpassbares Ausgabenlimit von monatlich 4.000 Credits pro Nutzer vor, sodass nur die tatsächliche Nutzung berechnet wird. Ab demselben Datum lassen sich Copilot-Lizenzen zudem ohne vorausgesetztes Basispaket für Microsoft 365 erwerben.

Auch bei neuen Diensten setzt Microsoft auf diese Verbrauchsmodelle: Für das Contact Center Intelligence startete am 21. Oktober 2026 eine weltweite Vorabversion, ausgenommen in Österreich, deren Abrechnung ebenfalls über Copilot-Guthaben erfolgt.

Intern setzt der Konzern die Technologie bereits im großen Stil ein: Die eigene Cloud-Lieferkette nutzt über 100 KI-Agenten, wodurch das Geschäftsvolumen bei gleichbleibendem Personalstand verfünffacht werden konnte.

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