Microsoft, Passkeys

Microsoft führt Passkeys ab September als Standard ein

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Weltweit sind bereits fünf Milliarden Passkeys aktiv, doch Unternehmen setzen weiter oft auf Passwörter. Microsoft plant den Standardwechsel.

Passkeys vor dem Durchbruch: Microsoft macht sie zum Standard
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem geschlossenen Laptop und einem physischen Sicherheitsschlüssel auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Verbreitung der passwortlosen Authentifizierung erreicht einen neuen Meilenstein. Laut aktuellen Daten der FIDO Alliance befinden sich weltweit rund fünf Milliarden Passkeys im Einsatz. Während die Technologie bei Verbrauchern bereits eine hohe Bekanntheit genießt, steht die Industrie vor der Herausforderung, die regelmäßige Nutzung im Alltag weiter zu festigen.

Untersuchungen zeigen, dass die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung bereits weit fortgeschritten ist. Etwa 90 Prozent der Verbraucher geben an, das Konzept der Passkeys zu kennen, und 75 Prozent haben diese bereits auf ihren Geräten oder für spezifische Dienste aktiviert.

Dennoch besteht eine Lücke bei der täglichen Anwendung: Nur 49 Prozent der Nutzer verwenden Passkeys regelmäßig für ihre Anmeldeprozesse. In der Unternehmenswelt bleibt das klassische Passwort zudem hartnäckig. Marktanalysen von ResearchAndMarkets belegen, dass über 50 Prozent der Organisationen weiterhin auf Passwörter für die Logins ihrer Mitarbeiter setzen.

Microsoft setzt auf Passkeys als Sicherheitsstandard

Angesichts zunehmender Bedrohungen durch künstliche Intelligenz verschärfen Technologiekonzerne ihre Sicherheitsstrategien. Microsoft plant, ab dem 1. September 2026 Passkeys als Standardmethode in seinem Identitätsdienst Entra ID einzuführen.

Hintergrund dieser Entscheidung ist die steigende Effektivität von KI-gestützten Phishing-Angriffen. Solche Angriffe erzielen laut Branchenangaben eine Klickrate von 54 Prozent, während traditionelle Phishing-Methoden lediglich bei 12 Prozent liegen.

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Die technische Überlegenheit der passwortlosen Anmeldung wird durch interne Daten des Softwarekonzerns gestützt. Während Logins mit Passkeys eine Erfolgsquote von 98 Prozent erreichen, liegt diese bei herkömmlichen Passwörtern lediglich bei 32 Prozent. Auch Google verzeichnete bereits im Frühjahr 2024 über eine Milliarde Passkey-Logins auf rund 400 Millionen Konten.

Breite Unterstützung durch Messenger und Browser

Ein wesentlicher Treiber für die Massenadaption ist der Messenger-Dienst WhatsApp. Mehr als eine Milliarde Nutzer haben dort bereits Passkeys eingerichtet. Der Dienst erweitert zudem seine Funktionen und ermöglicht künftig die Hinterlegung mehrerer Passkeys pro Konto.

Gleichzeitig wird die Zwei-Faktor-Verifizierung von einer sechsstelligen PIN auf alphanumerische Passwörter ausgebaut, wobei der Login biometrisch per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck erfolgen kann.

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Die FIDO Alliance betont, dass die Technologie auf bewährten Sicherheitsstandards basiert. Dabei wird ein öffentlicher Schlüssel an die jeweilige Website übermittelt, während der private Schlüssel lokal auf dem Gerät verbleibt. Biometrische Daten verlassen das Endgerät zu keinem Zeitpunkt, was einen effektiven Schutz gegen Phishing bietet. Aktuell unterstützen bereits 48 Prozent der 100 meistbesuchten Websites diesen Standard.

Neue Herausforderungen für die IT-Sicherheit

Trotz der Sicherheitsvorteile identifizieren Experten neue Angriffsszenarien. Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks warnten kürzlich vor sogenannten „Pass-ta-key“-Angriffen. Dabei werden lokal synchronisierte Passkeys aus Passwortmanagern auf kompromittierten Windows-Systemen extrahiert. Die Experten betonen jedoch, dass die Passkey-Technologie an sich weiterhin als sicher gilt; das Risiko beziehe sich primär auf bereits infizierte Geräte.

Parallel zur technologischen Entwicklung passen Institutionen wie das NIST ihre Empfehlungen an. Die Behörde rät davon ab, Passwörter in starren Zeitintervallen zu ändern. Stattdessen sollten Änderungen nur bei konkretem Verdacht auf eine Kompromittierung erfolgen.

Statistiken zeigen, dass 81 Prozent aller Datenpannen auf schwache Passwörter zurückzuführen sind, weshalb der Übergang zu längeren Passphrasen oder biometrischen Verfahren als dringlich eingestuft wird.

Digitale Identitäten im globalen Fokus

Die Entwicklung bei den Passkeys ist eingebettet in einen größeren Trend zur Digitalisierung von Identitätsnachweisen. In den USA bereitet Apple die Integration digitaler Ausweise für weitere Bundesstaaten in seinem Wallet vor. In Südkorea starteten führende Telekommunikationsanbieter wie SK Telecom, KT und LG U+ Ende August eine Kampagne zur Förderung der QR-Verifizierung für mobile Ausweise, um Fälschungen entgegenzuwirken.

Auf globaler Ebene befasst sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Thema. Anfang September kommen Experten auf einer Fachkonferenz zusammen, um über vertrauenswürdige digitale Gesundheitsdienste und digitale Gesundheits-Wallets zu beraten. Das globale Netzwerk der WHO verbindet in diesem Bereich bereits über 80 Länder.

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