Microsoft, Passwort-Ära

Microsoft forciert das Ende der Passwort-Ära

15.05.2026 - 04:28:24 | boerse-global.de

Microsoft treibt den Wechsel zu passwortlosen Logins voran, schließt 138 Sicherheitslücken und optimiert Windows 11 mit Project K2.

Microsoft forciert das Ende der Passwort-Ära - Foto: über boerse-global.de
Microsoft forciert das Ende der Passwort-Ära - Foto: über boerse-global.de

Der Technologiekonzern treibt den Umstieg auf passwortlose Authentifizierung voran – mit weitreichenden Folgen für Millionen Nutzer.

Microsoft verschärft seinen Kampf gegen traditionelle Passwörter. Angesichts von rund 579 Angriffen pro Sekunde auf Zugangsdaten setzt der Konzern voll auf Passkeys, biometrische Verfahren und Hardware-Sicherheitsschlüssel. Die Entwicklung ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Windows-Ökosystems, das im Mai 2026 gleich mehrere Großbaustellen gleichzeitig bewältigen muss: ein massives Sicherheitsupdate mit 138 Patches, strukturelle Performance-Verbesserungen und die nahende Einstellung des Supports für Windows 10 im Oktober.

Passkeys als neue Standard-Authentifizierung

Die Umstellung auf passwortlose Logins ist bei Microsoft intern bereits abgeschlossen: Nahezu 100 Prozent der eigenen Mitarbeiter nutzen mittlerweile passwortlose Konten. Für externe Nutzer bietet der Konzern drei Wege zur Authentifizierung an: die Microsoft Authenticator App, Windows Hello mit biometrischer Erkennung oder physische Sicherheitsschlüssel.

Doch nicht alle Anwendungen sind bereit für die Zukunft. Ältere Software wie Office 2010, Remote Desktop Dienste und die Xbox 360 unterstützen die neuen Verfahren nicht. Microsoft arbeitet daran, diese Lücken zu schließen – unter anderem mit einem neuen „Windows Insider Panel", das gezielt Nutzerfeedback zu Interface-Problemen sammelt.

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Rekordverdächtiges Sicherheitsupdate im Mai

Der Vorstoß in Richtung Passwortfreiheit fällt zusammen mit einem der umfangreichsten Patch-Zyklen der letzten Jahre. Insgesamt 138 Schwachstellen wurden geschlossen, davon 30 als kritisch eingestuft. Die Zahl der identifizierten Sicherheitslücken hat in den ersten fünf Monaten 2026 bereits die 500er-Marke überschritten.

Besonders brisant: Ein KI-gestütztes System namens MDASH entdeckte allein in diesem Monat 16 Schwachstellen, darunter vier kritische. Zu den schwerwiegendsten gehört CVE-2026-41089, eine Sicherheitslücke in Netlogon mit einem CVSS-Score von 9,8. Noch gefährlicher: CVE-2026-40361 in Outlook und Word – ein Zero-Click-Exploit, der Angreifern die Codeausführung ohne Nutzerinteraktion ermöglicht hätte. Den Höchstwert von 10,0 erreichte eine schwachstelle in Azure DevOps (CVE-2026-42826).

BitLocker-Problem teilweise behoben

Ein Dauerbrenner der vergangenen Wochen war ein Fehler im BitLocker-Verschlüsselungssystem. Nach dem April-Update waren viele Systeme unerwartet in den Wiederherstellungsmodus gefallen – besonders betroffen: Geräte mit TPM- und PCR7-Konfigurationen. Microsoft hat nun einen permanenten Fix (KB5089549) für Windows 11 Version 25H2 veröffentlicht. Nutzer von Windows 10 und bestimmten Server-Editionen müssen sich jedoch noch gedulden. Als Übergangslösung empfiehlt Microsoft, die TPM-Validierungsrichtlinien zu entfernen.

Project K2: Windows 11 wird deutlich schneller

Unter dem Codenamen Project K2 arbeitet Microsoft an einer grundlegenden Überholung der Windows-Oberfläche. Die Optimierungen zielen auf zentrale Elemente wie den Datei-Explorer und das Startmenü ab. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Startgeschwindigkeit des Startmenüs konnte um 70 Prozent gesteigert werden. Auch die Ladezeiten von Programmen wie Edge und Outlook verbesserten sich um bis zu 40 Prozent.

Ermöglicht wird dies durch ein neues „Low Latency Profile". Dabei schaltet die CPU kurzzeitig in einen Turbo-Modus und erreicht für ein bis drei Sekunden bis zu 96 Prozent Auslastung. Das sorgt dafür, dass Nutzeraktionen wie das Öffnen von Menüs oder das Verschieben von Dateien verzögerungsfrei wirken.

Auch der Datei-Explorer erhält lang erwartete Verbesserungen: Dateigrößen werden nun in Megabyte (MB) und Gigabyte (GB) statt in Kilobyte (KB) angezeigt. Zudem kehren die Befehle „Aktualisieren" und „Drucken" in das primäre Kontextmenü zurück – eine direkte Reaktion auf jahrelange Nutzerwünsche.

Neue Treiber-Qualitätsinitiative gegen Abstürze

Auf der WinHEC 2026 kündigte Microsoft die Driver Quality Initiative (DQI) an. Sie soll die Hauptursachen für Systemabstürze, Überhitzung und schlechte Akkulaufzeit bekämpfen. Vier Prinzipien liegen ihr zugrunde: Architekturänderungen mit Fokus auf User-Mode-Treiber, strengere Hardware-Kompatibilitätsanforderungen, die Entfernung veralteter Treiber aus dem Windows Update-Katalog sowie neue Qualitätsmetriken für thermische Auswirkungen und Performance.

Herzstück der Initiative ist die Cloud-Initiated Driver Recovery (CIDR). Diese Funktion erlaubt Windows Update, fehlerhafte Treiber automatisch auf eine zuvor funktionierende Version zurückzusetzen – ohne manuelles Eingreifen. Die Validierung mit Hardware-Partnern läuft bereits, der breite Rollout ist für September 2026 geplant. David Harmon von AMD begrüßt den Schritt: „Das Potenzial für eine verbesserte Plattform-Zuverlässigkeit ist enorm."

Countdown für Windows 10 läuft

Der 13. Oktober 2026 ist ein entscheidendes Datum: Dann endet der Support für Windows 10 endgültig. Microsoft drängt darauf, die Nutzerbasis auf Windows 11 zu konsolidieren, um Sicherheitsfunktionen wie Passkey-Unterstützung und CIDR flächendeckend verfügbar zu machen. Bereits jetzt sind viele ältere Windows-10-Versionen nicht mehr unterstützt – das Support-Modell sieht für einzelne Versionen nur noch rund 18 Monate vor.

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Ein weiteres Datum: Am 26. Juni 2026 laufen die aktuellen Secure Boot-Zertifikate ab. Die Mai-Updates (KB5089549 und KB5083631) sind entscheidend, da sie die neuen Zertifikate ausliefern. Und auch die klassische Windows-Mail-App hat ein Ablaufdatum: Der Support endet am 31. Dezember 2026 – Microsoft drängt seine Nutzer zum Umstieg auf den modernen Outlook-Client.

Kartellamt prüft Microsofts Marktmacht

Während Microsoft technisch auf Hochtouren arbeitet, wächst der regulatorische Druck. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat eine Untersuchung der Geschäftspraktiken von Microsoft eingeleitet. Im Fokus stehen Produktintegration, Bündelung und der Wettbewerb im KI-Sektor. CMA-Chefin Sarah Cardell kündigte an, dass eine endgültige Entscheidung über einen möglichen „strategischen Marktstatus" von Microsoft bis Februar 2027 fallen soll.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Microsoft den Spagat zwischen technischer Innovation, Sicherheitsdruck und regulatorischen Auflagen meistern kann. Fest steht: Die Ära der Passwörter neigt sich dem Ende zu – und Microsoft will diesen Wandel entscheidend mitgestalten.

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