Microsoft, OpenAI-KI

Microsoft ersetzt OpenAI-KI: Eigene MAI-Modelle ab Juli in Outlook

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 07:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft integriert Newsletter in Outlook und ersetzt externe KI-Modelle durch hauseigene MAI-Systeme zur Kostensenkung.

Microsoft Outlook: Neue Newsletter-Funktion und Umstieg auf eigene KI
Microsoft - Laptop mit Microsoft Outlook-Logo auf dem Bildschirm, umgeben von digitalen Linien, die Daten und KI symbolisieren. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Konzern baut seine Büro-Suite zur zentralen Kommunikationsplattform aus – und setzt dabei zunehmend auf eigene KI-Modelle.

Microsoft hat am 8. Juli 2026 ein neues Feature für Outlook vorgestellt: Mit „Outlook Newsletters" können Teams innerhalb von Microsoft 365 strukturierte interne Updates direkt aus dem E-Mail-Client erstellen und versenden. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, Unternehmenskommunikation stärker im eigenen Ökosystem zu bündeln.

Der Start des Newsletter-Tools fällt mit einer weitreichenden technischen Neuausrichtung zusammen. Seit dem 7. Juli 2026 ersetzt Microsoft schrittweise KI-Modelle von Drittanbietern – darunter Systeme von OpenAI und Anthropic – durch eigene Entwicklungen. Die hauseigenen MAI-Modelle übernehmen nun die Verarbeitung von Copilot-Anfragen in Excel und Outlook.

Was das neue Tool kann – und wo es Grenzen gibt

Das Newsletter-Feature richtet sich ausschließlich an die interne Mitarbeiterkommunikation. Externe Empfänger werden nicht unterstützt. Zum Start gelten zudem mehrere technische Einschränkungen: Es gibt festgelegte Sende-Limits, keine Echtzeit-Zusammenarbeit an Entwürfen und keine Versionshistorie.

Auch die Wiederverwendung bestehender SharePoint-Inhalte ist nicht möglich. Die Analysefunktionen für versendete Newsletter beschränken sich auf Basisdaten. Die Verwaltung von Vorlagen bleibt ebenfalls rudimentär. Zum Vergleich: Drittanbieter-Lösungen wie JungleMail bieten deutlich umfangreichere Personalisierungs- und Zielgruppenfunktionen für Unternehmen.

Der große KI-Umstieg

Hinter den neuen Funktionen steckt eine strategische Kehrtwende. Seit Anfang Juli leitet Microsoft Zehntausende KI-Anfragen pro Woche in Excel und Outlook an die eigenen MAI-Modelle weiter – darunter „MAI-Thinking-1" und „MAI-Code-1-Flash". Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Partnern zu verringern und die hohen Kosten für Drittanbieter-Modelle wie Anthropics „Opus 4.6" zu senken.

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Das Modell „MAI-Thinking-1" basiert auf einer spärlichen Mixture-of-Experts-Architektur. Es verfügt über eine Billion Parameter, von denen bei jeder einzelnen Abfrage 35 Milliarden aktiv sind. Trainiert wurde es mit 30 Billionen Token, der Kontextfenster umfasst 256.000 Zeichen.

Dieser technische Kurswechsel folgt auf eine Neuordnung der Partnerschaft mit OpenAI im April 2026. Damals einigten sich beide Seiten auf eine nicht-exklusive Lizenz bis 2032 – ohne Umsatzbeteiligung.

Um den Ausbau der KI-Sparte zu finanzieren, strich Microsoft am 6. Juli 2026 rund 4.800 Stellen – das entspricht 2,1 Prozent der Belegschaft. KI-Chef Mustafa Suleyman machte deutlich, dass die Eigenentwicklung vor allem einem Ziel dient: die Ausgaben für externe KI-Anbieter drastisch zu reduzieren.

Weitere Neuerungen in Outlook und Office

Neben den Newslettern und dem Modellwechsel hat Microsoft mehrere weitere Funktionen aktualisiert oder angekündigt:

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  • Regelbasierte Antworten: Für Outlook unter Windows startet im September 2026 der globale Rollout einer Funktion, mit der Nutzer automatische Antworten nach bestimmten Kriterien erstellen können – etwa basierend auf dem Absender oder Schlagwörtern im Betreff.
  • KI-Abwesenheitsnotizen: Seit Anfang 2025 rollt Microsoft eine Copilot-Funktion aus, die automatisch Abwesenheitsnachrichten verfassen kann. Voraussetzung sind eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz und ein Exchange-Online-Postfach.
  • Vertriebs- und Service-Agenten: Seit dem 7. Juli 2026 sind „Sales and Service Agents" innerhalb von Microsoft 365 Copilot allgemein verfügbar. Sie nutzen Dynamics-365-Daten, um Kundenprozesse zu automatisieren.
  • Aus für OWA Light: Die schlanke Version der Outlook-Web-App wird im August 2026 von den Exchange-Servern entfernt. Nach dem nächsten kumulativen Update werden Nutzer automatisch auf die Standard-Oberfläche umgeleitet.

Laut einer von Microsoft zitierten IDC-Studie erzielen Unternehmen mit generativer KI einen Return von 3,70 Euro pro investiertem Euro. Für den Konzern ist das ein klares Signal, die Integration solcher Werkzeuge im gesamten Office-Ökosystem weiter voranzutreiben.

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