Microsoft, Entra

Microsoft Entra ID: SMS-Login endet am 1. September

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 14:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft schaltet für Firmenkunden Passwörter ab und setzt auf Passkeys. Die Umstellung soll die Sicherheit gegen Phishing-Angriffe drastisch erhöhen.

Microsoft beendet Passwort-Ära: Umstellung auf Passkeys im September
Ein stilisiertes, leuchtendes digitales Schlüssel-Symbol, umgeben von einem schützenden Energieschild, vor einem dunklen, futuristischen Hintergrund mit Datenlinien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. September 2026 werden Nutzer, die bisher SMS oder Sprachanrufe zur Authentifizierung nutzten, automatisch auf Passkeys umgestellt – ein Opt-out gibt es nicht. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Sicherheitsoffensive für den Identitätsdienst Entra ID, die bis Februar 2027 zum kompletten Aus der alten Methoden führt.

Warum Passkeys sicherer sind

Hintergrund des harten Kurses: Klassische Zugangsdaten sind ein Einfallstor für Hacker. Rund 77 Prozent aller Angriffe basieren auf gestohlenen Anmeldedaten, zeigt eine Analyse der FIDO Alliance. Passkeys setzen dagegen auf ein völlig anderes Prinzip.

Die Technik: Ein öffentlicher Schlüssel landet beim Dienst, der private bleibt auf dem Gerät des Nutzers. Anmelden geht nur lokal – per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN. Der private Schlüssel verlässt das Gerät nie, was die Methode praktisch immun gegen Phishing macht. „Passkeys verändern das Sicherheitsmodell grundlegend", erklären Experten von Panda Security. Anders als Passwörter lassen sie sich nicht wiederverwenden oder auf anderen Plattformen einsetzen.

Windows 11 wird nachgerüstet

Für die Umsetzung in Unternehmen bringt Microsoft neue Registry-Richtlinien für verwaltete Windows-11-Geräte. Die Updates ermöglichen eine automatisierte Anmeldung (Single Sign-on) und sollen den Übergang für Firmenkunden erleichtern. Trotz der höheren Sicherheitshürden bleibt die Bedienung komfortabel.

Der Trend zu phishing-resistenter Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erfasst die gesamte Branche. Salesforce setzt ebenfalls auf die neuen Verfahren. Und im KI-Bereich gibt es eine Integration von 1Password für den KI-Agenten Claude: Die KI kann Logins durchführen, ohne dass Passwörter oder MFA-Codes sichtbar werden – der Zugriff erfolgt per biometrischer Freigabe und wird sofort wieder entzogen.

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KI macht Phishing gefährlicher

Die Dringlichkeit des Umstiegs zeigt sich in aktuellen Zahlen: Bei KI-gestützten Phishing-Angriffen klicken bis zu 54 Prozent der Opfer auf den Link – bei traditionellen Methoden sind es nur 12 Prozent. Neue Betrugsformen wie Quishing (Phishing über QR-Codes) legten im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent zu. SMS-Phishing stieg im zweiten Quartal um 162 Prozent.

Das FBI konnte zwar Erfolge vermelden – etwa die Zerschlagung eines Netzwerks mit einem Gesamtschaden von 1,9 Milliarden US-Dollar. Doch Telekommunikationsanbieter warnen vor immer neuen Maschen. Aktuell nutzen Betrüger den „Verloren-Modus" gestohlener Smartphones, um über gefälschte Nachrichten an Zugangsdaten zu gelangen.

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Bekanntheit digitaler Identitäten bleibt gering

Trotz der technologischen Offensive hapert es an der Akzeptanz in der Bevölkerung. Eine Umfrage von IDnow unter 1.000 Verbrauchern zeigt: Nur 23 Prozent der Deutschen kennen die geplante EUDI-Wallet. Immerhin 46 Prozent vertrauen der Bundesregierung bei der Einführung. Fast drei Viertel der Befragten sorgen sich jedoch um Interoperabilität und Komplexität.

Um den Austausch über moderne Authentifizierung zu fördern, finden Mitte September die „Authentication Days" in Hamburg statt. Auf der Fachveranstaltung sprechen Vertreter der FIDO Alliance, des BSI sowie Microsoft und Yubico über aktuelle Entwicklungen und Praxiserfahrungen.

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