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Microsoft Entra ID: Passkeys werden ab September Standard

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft macht Passkeys zur Standard-Anmeldung bei Entra ID. Unternehmen müssen bis 2027 auf klassische Passwörter verzichten.

Microsoft setzt auf Passkeys: Abschied vom Passwort ab September 2026
Leuchtendes Passkey-Symbol in digitalem Schloss, symbolisiert sichere, passwortlose Authentifizierung für Unternehmens-Identitätsmanagement. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. September 2026 werden Passkeys zur Standard-Anmeldemethode für Microsoft Entra ID. Bis Anfang 2027 sollen auch SMS- und sprachbasierte Verifizierungen wegfallen. Ein Schritt mit weitreichenden Folgen für Unternehmen in Deutschland und Europa.

Warum der Wechsel jetzt kommt

Der Druck auf Unternehmen wächst. Kriminelle werden immer raffinierter, wenn es um den Diebstahl von Zugangsdaten geht. Eine aktuelle Analyse von Flare Research zeigt: Die Gefährdung von Unternehmensidentitäten stieg von rund sechs Prozent Anfang 2024 auf 14 Prozent Ende 2025. Besonders betroffen: Microsoft Entra ID tauchte in 79 Prozent aller analysierten Logs auf.

Die Zahlen sind alarmierend. Allein ein kürzlicher Password-Spray-Angriff auf die Azure CLI umfasste über 81 Millionen Anmeldeversuche. Dabei gelang es den Angreifern, 78 Konten zu kompromittieren. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte bereits im dritten Quartal 2026 jede fünfte Infostealer-Infektion gültige Unternehmenszugänge liefern.

Die Technik hinter dem Wandel

Passkeys funktionieren grundlegend anders als herkömmliche Passwörter. Ein öffentlicher Schlüssel liegt auf der Website, der private Schlüssel bleibt sicher auf dem Gerät des Nutzers. Phishing-Angriffe laufen damit ins Leere – selbst wenn ein Angreifer den öffentlichen Schlüssel abfängt, kann er damit nichts anfangen.

Die Umstellung folgt einem globalen Trend. Die FIDO Alliance zählt weltweit rund fünf Milliarden aktive Passkeys. 90 Prozent der Verbraucher kennen die Technologie inzwischen, 75 Prozent haben mindestens einen Passkey aktiviert.

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Auch andere Länder ziehen nach

Singapur machte den Anfang: Der dortige Identitätsdienst Singpass führte die Passkey-Authentifizierung bereits am 1. Juli 2026 ein. Google aktualisierte zudem seinen Credential Provider für Windows, um FIDO2-Sicherheitsschlüssel und mobile Passkeys für Workspace-Umgebungen zu unterstützen.

Sicherheitsoffensive bei Microsoft

Der Passkey-Vorstoß fällt in eine Phase intensiver Sicherheitsarbeit. Am 14. Juli 2026 schloss Microsoft rekordverdächtige 722 Sicherheitslücken in einem monatlichen Patch-Zyklus. Darunter kritische Schwachstellen in SharePoint und eine Zero-Day-Lücke in den Active Directory Federation Services (ADFS).

Bereits zwischen Januar und Juli 2026 veröffentlichte der Konzern insgesamt 1.308 Fixes – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025 (680 Patches). Die Botschaft ist klar: Die Bedrohungslage verschärft sich rasant.

Neue Governance-Tools für Unternehmen

Drittanbieter reagieren auf den wachsenden Bedarf an Sicherheitslösungen. Am 19. Juli 2026 launchte Keeper Security seinen Dienst Privileged Cloud. Die Plattform bietet Just-in-Time-Zugriff und „Zero Standing Privilege" für Microsoft Entra ID, AWS IAM und Google Cloud Platform.

Der Markt scheint bereit: 64 Prozent der Organisationen verfügen laut Studien über keine konsolidierte Verwaltung privilegierter Zugänge. Ein gefährliches Defizit in Zeiten zunehmender Cyberangriffe.

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Wer Passwörter nutzt, geht heute ein unnötiges Risiko ein, da Phishing und Datenklau immer raffiniertere Formen annehmen. Mit Passkeys nutzen Sie stattdessen eine Methode, die das Einloggen per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sicher, schnell und stressfrei macht. Nie wieder Passwörter merken: Hier kostenlosen Ratgeber sichern

Auswirkungen auf die Microsoft-365-Landschaft

Die Modernisierung der Identitätsverwaltung betrifft auch andere Bereiche. Microsoft 365 E3-Pläne werden nach Juli 2026 teurer. Gleichzeitig integriert der Konzern KI-Funktionen tiefer in die Kommunikationssuite.

Bis Ende 2026 sollen Copilot-Funktionen standardmäßig in Outlook aktiviert sein – auf Web, Mobilgeräten und Desktop. Für die volle Funktionalität ist dann eine spezielle Lizenz nötig.

Abschied von alten Systemen

Mit dem Ende des Supports für SharePoint Server 2016 und 2019 im Juli 2026 werden die Weichen endgültig in Richtung Cloud gestellt. Microsoft drängt Unternehmen zu cloud-nativen Identitätslösungen, die zustandslose Authentifizierung und rollenbasierte Zugriffskontrollen unterstützen.

Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Wer jetzt nicht umstellt, riskiert nicht nur Sicherheitslücken, sondern auch den Anschluss an moderne Authentifizierungsstandards. Die Zeit der Passwörter neigt sich dem Ende zu – ob man will oder nicht.

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