Microsoft Edge: Windows Hello wird Pflicht für gespeicherte Anmeldedaten
06.06.2026 - 07:48:46 | boerse-global.de
Der Technologiekonzern hat die Unterstützung für mstshash-RDP-Cookies stillschweigend eingestellt. Das hat Folgen für Unternehmen mit mehreren aktiven Sitzungen.
Die Änderung betrifft die Art und Weise, wie Microsoft Sitzungspersistenz und Lastverteilung für Remote-Verbindungen handhabt. Das Unternehmen setzt künftig auf modernere Vermittlungsdienste. Branchenexperten berichten seit Anfang der Woche von ersten Verbindungsproblemen, besonders in Umgebungen, die mehrere aktive Sitzungen gleichzeitig benötigen.
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Umstellung auf moderne Brokering-Dienste
Das mstshash-Cookie-Feld gilt bei Microsoft nun als optional. Der Konzern empfiehlt Administratoren offiziell nicht mehr, diese Cookies für die Sitzungsaffinität zu nutzen. Stattdessen sollen Unternehmen auf eine Sitzungsverzeichnis oder einen Connection Broker umsteigen. Diese Werkzeuge verwalten Benutzersitzungen über Serverfarmen hinweg deutlich effizienter als die veraltete Cookie-basierte Methode.
Die Anpassungen bei RDP-Sitzungen passen in ein größeres Bild: Microsoft überarbeitet derzeit bereichsübergreifend seine Systeme für Sitzungsverwaltung und Authentifizierung.
SharePoint und Teams: Weitere Änderungen in den Startlöchern
Bereits am 5. Juni 2026 wurde bekannt, dass SharePoint 2013 keine "Sticky Sessions" oder Lastverteiler-Affinität mehr benötigt. Grund dafür ist der Distributed Cache Service, der Anmelde-Tokens zentralisiert. Das ermöglicht effizienteres Skalieren über mehrere Web-Frontends und senkt gleichzeitig den Speicherverbrauch.
Ab dem 30. Juni 2026 wird zudem Microsoft Teams PowerShell (Preview v7.8.1) standardmäßig den Web Account Manager (WAM) als Authentifizierungsbroker nutzen. Ein temporärer Parameter bleibt verfügbar, um diese Funktion zu deaktivieren. Die Umstellung betrifft vor allem nicht-interaktive Szenarien wie geplante Aufgaben und automatisierte Dienste.
Sicherheitswende: Windows Hello wird Pflicht
Die Abschaffung des RDP-Cookies fällt in eine Zeit grundlegender Sicherheitsanpassungen bei Microsoft. Am 4. Juni 2026 zog der Konzern bei Microsoft Edge den Stecker für den benutzerdefinierten Passwortschutz. Wer auf gespeicherte Anmeldedaten zugreifen will, muss sich künftig über Windows Hello authentifizieren – per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder gerätespezifischer PIN.
Der Schritt hin zu biometrischer und gerätebasierter Sicherheit erfolgt vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Bedrohungslage. Ein aktueller Bericht von BeyondTrust zeigt: Die Gesamtzahl der von Microsoft gemeldeten Schwachstellen sank 2025 zwar um sechs Prozent auf 1.273, doch die Zahl der kritischen Sicherheitslücken verdoppelte sich auf 157.
Besonders betroffen:
- Azure und Dynamics 365: Kritische Schwachstellen stiegen von 4 auf 37
- Microsoft Office: Gesamtzahl der Schwachstellen erreichte 157 – ein Plus von 300 Prozent, kritische Fälle sogar plus 1.000 Prozent
- Microsoft Edge: Deutliche Verbesserung – Schwachstellen sanken um 83 Prozent auf 50 Fälle
- Rechteausweitung (Elevation of Privilege): Mit 509 Fällen machte diese Kategorie 40 Prozent aller gemeldeten Schwachstellen aus
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Ungepatchte Lücke im Windows-Suchprotokoll
Sicherheitsforscher von Huntress entdeckten zudem eine bislang ungepatchte Schwachstelle im Windows Search-Protokoll. Die am 5. Juni 2026 gemeldete Sicherheitslücke könnte Angreifern ermöglichen, NTLMv2-Hashes über ein spezielles Link-Format zu extrahieren. Microsoft stuft das Risiko als moderat ein und hat auf einen Patch verzichtet. Experten empfehlen als Schutzmaßnahme, ausgehenden SMB-Verkehr auf den Ports 445 und 139 zu blockieren.
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