Microsoft Defender: Kubernetes-Sicherheit für AWS und Google Cloud
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat die Sicherheitsfunktionen von Defender for Cloud für Kubernetes-Umgebungen außerhalb der eigenen Cloud ausgebaut. Seit dem 18. August 2026 steht die Node-Vulnerability-Assessment-Funktion für Amazon EKS und Google GKE als Vorschauversion zur Verfügung, wie shattered.io in einem Bericht vom 13. September 2026 mitteilte.
Voraussetzung für die Nutzung ist der Einsatz von Agentless Scanning, bei dem Sicherheitsprüfungen ohne zusätzliche Software-Agenten auf den überwachten Systemen erfolgen.
Die neue Funktion soll es Unternehmen ermöglichen, Schwachstellen auf Kubernetes-Knoten in den beiden großen Konkurrenz-Clouds Amazon Web Services und Google Cloud zu identifizieren, ohne dass dafür Agenten auf jedem einzelnen Node installiert werden müssen. Damit reagiert Microsoft auf den wachsenden Bedarf an plattformübergreifender Sicherheitsüberwachung, da viele Unternehmen ihre Container-Workloads mittlerweile über mehrere Cloud-Anbieter hinweg betreiben.
Serverless-Container-Schutz bereits seit Juli allgemein verfügbar
Der Ausbau der Kubernetes-Sicherheitsfunktionen folgt auf einen weiteren Schritt im Bereich Container-Sicherheit: Bereits seit dem 1. Juli 2026 ist das Serverless-Container-Posture-Management von Microsoft Defender for Cloud allgemein verfügbar.
Die Funktion deckt Azure Container Apps, Azure Container Instances (ACI) sowie AWS ECS auf Fargate ab, wie shattered.io berichtete. Damit können Organisationen auch bei serverlosen Container-Diensten, bei denen die zugrunde liegende Infrastruktur vom Cloud-Anbieter verwaltet wird, Sicherheitsrisiken überwachen.
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Hoher Handlungsdruck durch Fehlkonfigurationen
Der Ausbau der Sicherheitsfunktionen trifft auf einen Markt mit erheblichem Risikoprofil. Laut einer Erhebung von Red Hat waren 89 Prozent der Organisationen mit Container- und Kubernetes-Umgebungen innerhalb von 12 Monaten von entsprechenden Sicherheitsvorfällen betroffen.
In 45 Prozent dieser Fälle war eine Fehlkonfiguration die Ursache, wie shattered.io berichtete. Diese Zahlen verdeutlichen, warum Cloud-Anbieter wie Microsoft verstärkt in automatisierte Erkennungsmechanismen investieren, die Konfigurationsfehler und Schwachstellen frühzeitig aufdecken sollen.
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Auch die allgemeine Schwachstellenlage bleibt angespannt: Im Juni 2026 zählte Veracode rund 7.454 CVEs – also öffentlich dokumentierte Sicherheitslücken –, was einem Anstieg von 14,5 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht, wie shattered.io berichtete.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Fähigkeit, Schwachstellen in Container-Umgebungen über verschiedene Cloud-Plattformen hinweg zentral zu überwachen, für Sicherheitsverantwortliche zunehmend an Bedeutung.
Mit der Erweiterung auf EKS und GKE positioniert Microsoft Defender for Cloud sich stärker als plattformübergreifendes Sicherheitswerkzeug, das nicht nur Azure-Kunden, sondern auch Unternehmen mit Multi-Cloud-Strategien adressiert. Ob und wann die Vorschauversion des Node-Vulnerability-Assessments für EKS und GKE in den allgemein verfügbaren Status übergeht, ist bislang nicht bekannt.
