Microsoft Copilot: Umbau zur zentralen Arbeitsplattform mit Autopilot
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat das bisher umfangreichste Update für seinen KI-Assistenten Copilot angekündigt. Wie der Softwarekonzern am 25. September 2026 bekannt gab, soll die Anwendung zu einem zentralen Betriebssystem für die Arbeitswelt umgebaut werden. Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte, dass Copilot künftig als Plattform fungieren werde, die verschiedene Modelle, Formfaktoren und Aufgabenbereiche miteinander verbindet.
Dreigliedrige Struktur für den Arbeitsalltag
Die neue Architektur von Copilot gliedert sich in die drei zentralen Bereiche Home, Code und Autopilot. Der Bereich Home führt den bestehenden Copilot-Chat mit dem bereits im März vorgestellten Agenten Cowork zusammen und soll über ein automatisches Routing verfügen. Ein geplantes Dashboard namens Today soll zudem als personalisierte Übersicht E-Mails, Meeting-Anfragen und Threads aus Microsoft Teams bündeln.
Eine wesentliche Neuerung stellt die tiefe Integration der Office-Suite dar. Unter der Bezeichnung Office in Copilot werden Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint direkt in die Copilot-Oberfläche eingebettet. Laut dem zuständigen Manager Jacob Andreou handele es sich dabei um eine vollwertige Office-Umgebung. Nutzer könnten dort Dateien erstellen, bearbeiten und teilen, ohne die Anwendung wechseln zu müssen.
Automatisierung und digitale Teamkollegen
Mit dem Bereich Code ermöglicht Microsoft es künftig auch Anwendern ohne Programmierkenntnisse, mittels natürlicher Sprache Anwendungen, Tracker und Automatisierungen zu erstellen. Diese basieren auf der Technologie von GitHub Copilot und werden als interne Apps innerhalb der Microsoft-365-Umgebung in einer gesicherten Infrastruktur bereitgestellt.
Die Funktion Autopilot, die aus früheren Experimenten hervorging, agiert als cloudbasierter digitaler Teamkollege. Dieser verfügt über eine eigene Identität, ein Gedächtnis sowie einen eigenen Arbeitsbereich.
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Autopilot könne Aufgaben auch dann weiterbearbeiten, wenn der Nutzer nicht aktiv ist, und lässt sich in Programmen wie Outlook oder Teams direkt ansprechen. In einer Demonstration identifizierte ein solcher Agent namens Dot bei der Vorbereitung auf den Black Friday Lieferprobleme in 18 Filialen.
Infrastruktur und neues Preismodell
Für den Unternehmenseinsatz führt Microsoft neue Infrastrukturkomponenten wie Fabric IQ und Work IQ ein. Während Fabric IQ für Chat und Cowork bereits allgemein verfügbar ist, soll die öffentliche Testphase für Work IQ im nächsten Monat beginnen. Die Verwaltung der KI-Anwendungen erfolgt über Agent 365, das Funktionen für Berechtigungen und Prüfprozesse bereitstellt.
Mit dem Ausbau der Funktionen passt Microsoft auch das Abrechnungsmodell an. Die reguläre Lizenz für den kommerziellen Microsoft 365 Copilot verbleibt bei 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Diese umfasst den Chat sowie die Nutzung in den Standard-Office-Anwendungen.
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Erweiterte Funktionen wie Autopilot, Code oder die Nutzung spezieller KI-Modelle werden hingegen künftig nutzungsbasiert abgerechnet. Ab dem 2. November wird diese nutzungsbasierte Abrechnung standardmäßig für neue Geschäftskunden-Lizenzen eingeführt. IT-Administratoren erhalten über eine FinOps-Erweiterung Kontrolle über die anfallenden Ausgaben.
Ende der Marke Copilot Plus PC
Parallel zum Software-Umbau rückt Microsoft von der Hardware-Marke Copilot Plus PC ab. Neue Surface-Geräte, die auf dem Snapdragon-Summit vorgestellt wurden, tragen das Label nicht mehr, obwohl sie die technischen Anforderungen – wie eine Rechenleistung der NPU von mindestens 40 TOPS – weiterhin erfüllen.
Brett Ostrom, Vizepräsident der Surface-Sparte, bestätigte den Verzicht auf die Bezeichnung. Auch Partner wie Qualcomm gehen davon aus, dass die Marke künftig nicht mehr verwendet wird, während die KI-Funktionen wie Recall oder Live-Untertitel weiterhin Bestandteil von Windows 11 bleiben.
Der Markt für KI-Assistenten ist derzeit hart umkämpft. Während Microsoft von über 450 Millionen kommerziellen Office-365-Nutzern weltweit berichtet, verfügen bislang weniger als 7 Prozent über eine Lizenz für das KI-Zusatzangebot.
Wettbewerber wie OpenAI und Anthropic hatten in den letzten Monaten ebenfalls eigene Werkzeuge für die Dokumentenbearbeitung vorgestellt. Der nächste große Termin für Microsoft-Kunden ist die Konferenz Ignite, die vom 17. bis 20. November in San Francisco stattfinden soll.
