Microsoft Copilot: Nutzungsabrechnung startet für Chat und Office im November
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Softwarekonzern Microsoft erweitert das Bezahlmodell für seine KI-Assistenten. Ab Anfang November 2026 führt das Unternehmen nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle für Copilot Chat sowie für Copilot in den Büroanwendungen Word, Excel und PowerPoint ein. Wie aus der Ankündigung MC1519122 hervorgeht, umfasst diese Erweiterung auch den Zugriff auf fortschrittliche Modelle wie GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1.
Der weltweite Rollout der sogenannten Pay-per-Use-Modelle ist für Anfang bis Mitte November 2026 für Organisationen mit einer bestehenden Microsoft 365 Copilot-Lizenz vorgesehen. Microsoft hält dabei grundsätzlich an seinen bisherigen Pro-Nutzer-Abonnements fest, ergänzt diese jedoch um flexible Verbrauchskonten.
Steuerung über Copilot Credits im Administrationszentrum
Für bestehende Kunden und Standard-Lizenzen ist die nutzungsbasierte Abrechnung zunächst standardmäßig deaktiviert. IT-Administratoren müssen die Funktion manuell pro Person freischalten und ihnen entsprechende Einheiten zuweisen. Die Verwaltung erfolgt zentral über den Bereich Agent 365 innerhalb des Microsoft 365 Admin Centers. Für einen späteren Zeitpunkt ist zudem vorgesehen, dass Anwender zusätzliche Credits eigenständig anfordern können.
Die Abrechnung basiert auf sogenannten Copilot Credits, wobei ein Credit mit 0,01 US-Dollar veranschlagt wird. Bei einem standardmäßig angesetzten Limit von 4.000 Credits pro Nutzer und Monat können sich die zusätzlichen Kosten auf bis zu 40 US-Dollar pro Mitarbeiter belaufen. Administratoren erhalten dabei die Möglichkeit, individuelle Obergrenzen festzulegen und automatische Warnmeldungen einzurichten, um unvorhergesehene Ausgaben zu vermeiden.
Umstellung bei neuen Business-Lizenzen über Partner
Für Neuverträge im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen plant Microsoft hingegen ein anderes Vorgehen. Bei neuen Lizenzen für Microsoft 365 Copilot Business, die auf bis zu 300 Arbeitsplätze ausgelegt sind, soll die nutzungsbasierte Abrechnung über den Cloud-Solution-Provider-Kanal (CSP) ab dem 1. Dezember 2026 standardmäßig aktiv sein.
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Ursprünglich war der Start nach einer Ankündigung im Partner Center für Anfang November vorgesehen, wurde nach einer Überarbeitung im Oktober jedoch auf Dezember verschoben.
Jede neu gebuchte Lizenz erhält dabei automatisch ein verknüpftes Azure-Abonnement mit dem monatlichen Standardlimit von 4.000 Copilot Credits. Diese automatische Aktivierung greift jedoch nicht überall sofort: Märkte wie Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien sind vorerst davon ausgenommen, der genaue Termin für diese Länder soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Bestehende Verträge sowie die regulären Lizenzen für Großunternehmen verbleiben unverändert im bisherigen Modell und verlangen eine manuelle Aktivierung durch die Kunden.
Wachsender Verbrauch durch Agenten und Entwicklerfunktionen
Hintergrund der flexiblen Verbrauchsmodelle ist der steigende Rechenbedarf durch autonome KI-Agenten und neue Werkzeuge. Microsoft berechnet Copilot Credits zunehmend bereits bei der direkten Erstellung und Ausführung von Anwendungen. So verbraucht der Cowork-Befehl beim Erstellen, Verfeinern und Veröffentlichen von Programmen entsprechende Einheiten.
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Auch Entwicklungs- und Testumgebungen sind in das Modell eingebunden. Der seit September 2026 in Copilot Studio integrierte GitHub-Copilot-Harness kann während der Entwicklungs-, Test- und Evaluationsphase nutzungsbasierte Kosten auslösen. Gleiches gilt für die Vorschauversion der Copilot Managed Runtime, die beim Hosten und Betreiben von Agenten Credits in Anspruch nimmt.
