Microsoft Copilot: KI-Umsätze springen um 123% auf 37 Milliarden
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Juli-2026-Update bringt visuelle Bildschirmerfassung und verfeinerte E-Mail-Tools – ein strategischer Schachzug im Wettbewerb mit OpenAI und Anthropic.
Neue Sehkraft für den Assistenten
Copilot kann künftig Inhalte über Kamera oder Bildschirm erfassen und interpretieren. Die Vision-Unterstützung markiert einen Quantensprung für die KI-Plattform. Parallel dazu führt Microsoft in Outlook eine Funktion ein, mit der Nutzer Länge und Tonfall ihrer E-Mails anpassen können – ohne den Text selbst umformulieren zu müssen.
In Excel erleichtert eine neue Multi-Agenten-Suche die Datenanalyse. Für mehr Sicherheit sorgt ein Wasserzeichen-System, das KI-generierte Video- und Audioinhalte kennzeichnet. Neu ist auch der Agent Store: Unternehmen können dort spezialisierte KI-Assistenten bereitstellen – allerdings nur nach administrativer Freigabe.
Audio-Übersichten in der Entwicklung
Ein technischer Blick unter die Haube von Outlook verrät: Microsoft arbeitet an „AI Audio Overviews". Die Funktion soll Podcast-ähnliche Zusammenfassungen für Word-Dokumente, PDFs und Besprechungsprotokolle erstellen. Voraussetzung: Die Dateien müssen in OneDrive mit aktivierter AutoSave-Funktion liegen. Live ist das Feature noch nicht.
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Bis September 2026 wird zudem die bestehende Meeting Insights-Funktion in Outlook durch ein neues Copilot-Tool namens „Prepare for this meeting" ersetzt.
Milliarden-Erfolg in der Praxis
Der britische Paketdienst Evri setzt Microsofts KI-Tools bereits erfolgreich ein. Für 25 Millionen Kunden managt das System personalisierte Sendungsverfolgung. Das Ergebnis: 500.000 Stunden eingesparte Handarbeit im Kundenservice – umgerechnet rund 34 Millionen Pfund über drei Jahre. Bis September 2026 will Evri 6.000 Copilot-Lizenzen ausrollen und arbeitet an fünf sogenannten „Super-Agenten" für Spezialaufgaben.
Finanzen und Wettbewerb
Microsofts KI-Strategie zeigt Wirkung: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte der Konzern KI-Umsätze von 37 Milliarden Euro – ein Plus von 123 Prozent. Azure wuchs um 40 Prozent, der Gesamtumsatz erreichte rund 83 Milliarden Euro. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 29. Juli, Analysten erwarten Erlöse von knapp 87 Milliarden Euro.
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Intern schult Microsoft seine Vertriebsteams darauf, Copilot als überlegenes Gesamtsystem zu positionieren – mit schnelleren Antwortzeiten, höherer Genauigkeit in Office-Anwendungen und besserer Sicherheit. Das Ziel: Die Wechselkosten für Unternehmenskunden erhöhen.
Doch nicht alles läuft rund. Mehrere Klagen werfen Microsoft irreführende Aussagen zu Copilot und Azure zwischen Mai 2025 und Januar 2026 vor. Zudem haben mehrere Finanzinstitute ihre Kursziele für die Aktie gesenkt.
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