Microsoft Copilot: Forscher knacken KI und legen Datenlecks offen
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher der Varonis Threat Labs haben Microsoft Copilot erfolgreich so manipuliert, dass die künstliche Intelligenz (KI) ihre eigenen Angriffspfade offenlegte. Durch dieses sogenannte Meta-Hacking konnten die Experten tiefgreifende Sicherheitslücken identifizieren, die weitreichende Konsequenzen für den Datenschutz der Nutzer haben.
Infolge dieser Entdeckungen veröffentlichte Microsoft Sicherheitsupdates für eine kritische Schwachstellenkette, die unter der Bezeichnung CoSnitch und der Kennung CVE-2026-24301 geführt wird. Die Lücken betrafen primär die Version Microsoft Copilot Personal. Microsoft schloss diese Sicherheitslücke im August 2026, fast acht Monate nachdem Varonis Threat Labs die Problematik bereits Ende Dezember 2025 gemeldet hatte.
Meta-Hacking offenbart undokumentierte Funktionen
Der Durchbruch bei der Untersuchung gelang den Forschern von Varonis Threat Labs, indem sie die KI dazu brachten, interne Mechanismen preiszugeben. Copilot verriet dabei selbst einen bis dahin undokumentierten URL-Parameter mit der Bezeichnung „autorun=1“.
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In der praktischen Anwendung zeigte sich, dass die Kombination der Parameter „?q=“ und „autorun=1“ eine automatische Ausführung von Prompts ermöglichte, ohne dass eine Interaktion des Nutzers erforderlich war.
Varonis Threat Labs identifizierte insgesamt drei Schwachstellen innerhalb von Microsoft Copilot Personal: die automatisierte Ausführung von Befehlen, die Exfiltration von Daten sowie eine persistente Form der Speichervergiftung.
Risiken für E-Mail-Konten und Cloud-Speicher
Die technische Analyse verdeutlicht das Gefahrenpotenzial dieser Entdeckung. Ein einfacher Klick auf einen präparierten Link genügte, um einen unbemerkten Abfluss sensibler Informationen aus verbundenen Diensten zu starten. Den Sicherheitsforschern gelang es, Daten aus Anwendungen wie E-Mail-Diensten, Google Drive und Kalendern zu exfiltrieren. Diese Informationen wurden anschließend an einen Webhook unter Kontrolle der Angreifer gesendet.
Besonders kritisch bewerten die Experten die dritte Schwachstelle, welche eine dauerhafte Speichervergiftung über die Zusammenfassung von Webseiten ermöglichte. Hierbei konnten dauerhafte Anweisungen in den Speicher der KI geschrieben werden. Diese Manipulationen erwiesen sich als so beständig, dass sie sogar Passwortänderungen überdauerten.
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Einordnung und Schutzmaßnahmen
Microsoft bestätigte die Bereitstellung des entsprechenden Patches und gab an, dass Unternehmenskunden (Enterprise) nicht von diesen spezifischen Schwachstellen betroffen seien.
Dennoch mahnen Branchenanalysten zur Vorsicht. Sie warnten vor einer möglichen Übertragung der Schwachstellen auf Copilot Fusion sowie vor den generellen Risiken, die durch die Nutzung persönlicher Copilot-Anwendungen im professionellen Unternehmensumfeld entstehen könnten.
Ein Sicherheitsexperte von Varonis empfahl in diesem Zusammenhang, KI-Assistenten grundsätzlich wie privilegierte Insider zu behandeln und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse durch Varonis Threat Labs lagen keine Berichte darüber vor, dass die Schwachstellen bereits in der Praxis durch böswillige Akteure ausgenutzt wurden.
