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Microsoft Copilot: Belgische Behörde prüft Beschwerden zur Bündelung

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 23:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beschwerden werfen Microsoft eine wettbewerbswidrige Verknüpfung von Copilot mit der Produktivitätsplattform vor; ein Hauptverfahren ist noch offen.

Microsoft: Belgische Behörde prüft Beschwerden zu Copilot-Bündelung
Ein modernes Bürogebäude aus Glas und Stahl bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die belgische Wettbewerbsbehörde hat formelle Beschwerden gegen den US-Technologiekonzern Microsoft erhalten. Dem Softwareanbieter wird darin vorgeworfen, seine auf künstlicher Intelligenz basierende Copilot-Software unzulässig an die breitere unternehmenseigene Produktivitätsplattform zu koppeln. Dies berichtete das Fachportal Global Competition Review in einem Bericht vom 8. Oktober 2026.

Im Zentrum der Vorwürfe steht die sogenannte Bündelung von Diensten. Bei dieser Praxis werden neu entwickelte Anwendungen wie KI-Assistenten eng mit etablierten Bürosoftwarelösungen verknüpft, wodurch konkurrierenden Anbietern von Spezialsoftware der Zugang zu Unternehmenskunden erschwert werden könnte.

Ob die belgische Kartellbehörde auf Basis der eingegangenen Beschwerden ein formelles Hauptverfahren gegen Microsoft eröffnet, bleibt zunächst Gegenstand der behördlichen Prüfung.

Rolle mittelgroßer Kartellbehörden bei Big Tech

Die Beschwerden fallen in eine Phase, in der nationale Aufsichtsbehörden innerhalb der Europäischen Union ihre Rolle bei der Kontrolle marktbeherrschender Digitalkonzerne neu definieren.

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Damien Gérard, Chefankläger der belgischen Wettbewerbsbehörde (BCA), verwies in diesem Kontext darauf, dass mittelgroße Kartellbehörden in der EU die Europäische Kommission bei der Durchsetzung des Wettbewerbsrechts gegenüber großen Technologieunternehmen wirksam ergänzen können. Dies gelinge insbesondere dadurch, dass nationale Wettbewerbshüter gezielt digitale Gatekeeper auf ihren jeweiligen Heimatmärkten ins Visier nehmen.

Gérard hob zudem hervor, dass bewährte kartellrechtliche Konzepte aus früheren Verfahren gegen große Technologiekonzerne auch dazu dienen können, den fairen Wettbewerb in aufstrebenden KI-Märkten zu sichern. Das rasante Vordringen generativer Sprachmodelle und KI-gestützter Assistenzsysteme in die Bürosoftware internationaler Konzerne stellt Aufsichtsbehörden weltweit vor die Aufgabe, Marktzutrittsschranken für unabhängige Entwickler frühzeitig zu analysieren.

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Verstärkte Aktivitäten auf digitalen Märkten

Die Prüfung der Copilot-Bündelung reiht sich in eine wachsende Zahl von Verfahren ein, mit denen die belgische Behörde digitale Plattformen untersucht. Wie der Branchendienst MLex in einem Bericht vom 8. Oktober 2026 meldete, führt die Behörde derzeit auch eine Untersuchung gegen die Online-Fahrzeugbörse AutoScout24, bei der es um Fragen der Datenportabilität geht.

Die Vorwürfe gegen Microsoft zeigen, dass sich der Fokus der europäischen Kartellwächter zunehmend auf die Verzahnung von etablierten Software-Ökosystemen mit neuen KI-Werkzeugen richtet. Sollte die Aufsicht eine unzulässige Marktmachtübertragung feststellen, könnte dies Signalwirkung für ähnliche Bündelungsmodelle in der gesamten Europäischen Union entfalten.

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