Microsoft-Betrug: Polizei warnt vor gefälschten Support-Anrufen
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein aktueller Betrugsfall im Landkreis Konstanz unterstreicht die anhaltende Gefahr durch betrügerische Anrufe vermeintlicher Support-Mitarbeiter. In Stockach-Hindelwangen wurde ein 77-jähriger Mann Opfer eines Täters, der sich am Telefon als Mitarbeiter des Technologiekonzerns Microsoft ausgab.
Das Polizeipräsidium Konstanz bestätigte den Vorfall, bei dem ein finanzieller Schaden entstand und die Sicherheit persönlicher Daten massiv kompromittiert wurde.
Der Betrug folgte einem bekannten Muster, das Kriminelle nutzen, um gezielt ältere Mitbürger unter Druck zu setzen. Der Täter nahm telefonisch Kontakt zu dem 77-Jährigen auf und spiegelte diesem vor, es gäbe dringende technische Probleme mit dessen Computer, die nur durch einen autorisierten Support-Mitarbeiter behoben werden könnten. Im Verlauf des Gesprächs gelang es dem Unbekannten, den Geschädigten davon zu überzeugen, einen Fernzugriff auf seinen Rechner zu gewähren.
Fernzugriff auf Rechner und Online-Banking
Durch die Installation einer entsprechenden Software erhielt der Betrüger vollständigen Zugriff auf das System des Opfers. Damit endete die Einflussnahme jedoch nicht: Der Täter erlangte laut Polizeiangaben im weiteren Verlauf auch Zugriff auf das Online-Banking des Seniors.
Wer sich mit dem Schutz seiner digitalen Zugänge befasst, sollte die neuesten Sicherheitsmethoden kennen, um Kriminellen keine Chance zu geben. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie sich mit Passkeys bei Diensten wie Microsoft oder Amazon ohne klassisches Passwort anmelden und so Phishing und Datenklau verhindern. Sicher und passwortlos: Jetzt Gratis-Report sichern
Trotz dieser weitreichenden Kontrollmöglichkeit über die Finanzen des Opfers kam es nach aktuellem Kenntnisstand zu keinen unbefugten Transaktionen direkt vom Bankkonto des Geschädigten.
Stattdessen forderte der Kriminelle eine Zahlung für die angeblichen Support-Leistungen in einer für diese Betrugsmasche typischen Form. Der 77-Jährige wurde dazu bewegt, Xbox-Guthabenkarten zu erwerben. Der Gesamtschaden durch diese Transaktionen beläuft sich auf 300 Euro. Nachdem der Täter die Codes der Guthabenkarten erhalten hatte, brach der Kontakt ab.
Polizei warnt vor gängiger Betrugsmasche
Das Polizeipräsidium Konstanz nimmt diesen Vorfall in Stockach-Hindelwangen zum Anlass, um erneut eindringlich vor derartigen Anrufen zu warnen. Die Ermittler betonten, dass seriöse Unternehmen wie Microsoft ihre Kunden niemals unaufgefordert anrufen würden, um auf angebliche Computerprobleme hinzuweisen oder Zahlungen in Form von Gutscheinkarten zu verlangen.
Jedes Jahr werden Millionen von Online-Konten gehackt, oft weil klassische Passwörter nicht mehr ausreichen, um professionelle Betrüger abzuwehren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie eine neue Technologie das Einloggen sicherer macht und Hackern keine Angriffspunkte mehr bietet. Hier den kostenlosen Passkey-Ratgeber herunterladen
Sicherheitsexperten der Polizei raten in solchen Fällen dazu, das Gespräch sofort zu beenden und unter keinen Umständen Fremden einen Fernzugriff auf den eigenen Computer zu erlauben. Sollte es bereits zu einem Zugriff gekommen sein, wird empfohlen, das Gerät umgehend vom Internet zu trennen und von einem Fachmann überprüfen zu lassen.
Da im vorliegenden Fall auch das Online-Banking betroffen war, ist in solchen Situationen zudem eine sofortige Sperrung der Konten über die jeweilige Hausbank oder den zentralen Sperr-Notruf erforderlich.
Der Fall zeigt, dass trotz ausbleibender Kontoplünderungen das Risiko durch den Diebstahl von Zugangsdaten und die Kompromittierung der digitalen Identität erheblich bleibt. Die Polizei in der Region hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe des Anrufs zu klären.
