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Microsoft 365 unter Linux: Bottles-Installer soll ohne Windows-VM laufen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 01:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Brombins Soda-basiertes Werkzeug startet Word bereits; öffentliche Tests stehen noch aus, die langfristige Kompatibilität bleibt ungeklärt.

Microsoft 365 unter Linux: Bottles-Entwickler arbeitet an Installer
Ein moderner Arbeitsplatz mit einem Monitor, auf dem Codezeilen in einem Terminal-Fenster zu sehen sind. Illustration mit AI erstellt.

Die Ausführung von Microsofts Bürosoftware auf Linux-Systemen steht vor einem neuen Entwicklungsschritt: Mirko Brombin, Gründer des Verwaltungswerkzeugs Bottles, arbeitet an einem speziellen Installationsprogramm für Microsoft-365-Desktop-Anwendungen unter Linux. Das Vorhaben setzt auf den Kompatibilitäts-Layer Soda auf und soll ohne den Einsatz einer virtuellen Maschine auskommen, wie tecnoandroid.it am 4. Oktober 2026 berichtete.

Fortschritte bei Authentifizierung und Programmausführung

Brombin zufolge greifen bei dem Projekt bereits zentrale Komponenten des Installations- und Betriebsprozesses ineinander. Demnach funktionieren sowohl die Paketinstallation als auch die Anmeldung über das Microsoft-Konto inklusive Zwei-Faktor-Authentifizierung und automatischer Lizenz-Erkennung.

Zudem lasse sich das Textverarbeitungsprogramm Word bereits starten. Derzeit laufen letzte Anpassungen, bevor das Werkzeug für öffentliche Tests freigegeben werden soll.

Die technische Grundlage bildet Soda 11. Dieser Laufzeit-Layer basiert auf Valves Wine-Version und integriert zusätzliche Patches aus Proton sowie den Projekten Wine TKG und Wine GE.

Bottles selbst fungiert als isolierte, containerbasierte Verwaltungsschicht für Windows-Kompatibilität unter Linux, die Grafikaufrufe via DXVK und VKD3D in Vulkan übersetzt und Abhängigkeiten wie das .NET Framework oder Visual C++ Redistributable automatisiert bereitstellt.

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Hürden moderner Cloud- und Update-Mechanismen

Traditionell stellt die Windows-Kompatibilitätsschicht Wine, die seit 1993 die Programmierschnittstellen des Microsoft-Betriebssystems nachbildet, eine Standardlösung für ältere Software dar. Während ältere Versionen wie Office 2007 und 2010 sowie Teile von Office 2013 und 2016 unter Wine lauffähig waren, erweisen sich moderne Microsoft-365-Anwendungen als deutlich komplexer.

Mechanismen wie die Click-to-Run-Installation, kontinuierliche Online-Authentifizierungen, integrierte WebView-Komponenten und automatische Hintergrund-Updates erschweren den dauerhaften Betrieb. Wie sich der neue Lösungsansatz langfristig unter Microsofts Modern Lifecycle Policy bewähren wird, gilt laut dem Bericht noch als offen.

Da Microsoft seine Kernanwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook nicht als native Linux-Programme bereitstellt, waren Nutzer bislang im Wesentlichen auf die funktional reduzierten Web-Versionen oder auf freie Büro-Suiten wie LibreOffice oder OnlyOffice angewiesen.

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Bisherige Ausweichwege über Container und Virtualisierung

Wer auf die originalen Desktop-Programme angewiesen ist, nutzte bislang vor allem virtualisierte Brückenlösungen. Ein prominentes Beispiel ist das Open-Source-Projekt WinApps, das Windows-Programme mittels KVM-Virtualisierung und FreeRDP nahtlos in Desktop-Umgebungen wie GNOME oder KDE einbindet.

Dieser Ansatz erfordert jedoch ein eingerichtetes Windows-Gastsystem und setzt entsprechende Hardware-Ressourcen wie mindestens 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und rund 60 Gigabyte freien Festplattenspeicher voraus. Neuere Ansätze wie WinBoat versuchen den Ressourcenbedarf zu senken, indem sie Windows-Apps über Docker- oder Podman-Container isolieren und per RDP darstellen.

Sollte der von Brombin entwickelte Installer auf Basis von Soda die angekündigte Funktionalität in der Praxis stabil halten, würde dies erstmals seit Jahren wieder eine direkte Installation moderner Microsoft-365-Anwendungen auf dem Linux-Desktop ermöglichen – ohne den Overhead einer parallel laufenden Windows-Installation.

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