Microsoft-365 unter Beschuss: 81 Millionen Anmeldeversuche in zwei Wochen
Veröffentlicht am: 03.07.2026 um 11:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Täter gab sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus und erlangte Zugriff auf ihr Online-Banking. Der Schaden liegt zwischen 20.000 und 25.000 Euro.
Der Unbekannte spiegelte der Seniorin technische Probleme an ihrem Computer vor. Unter dem Vorwand, diese beheben zu wollen, brachte er sie dazu, eine Fernzugriffs-Software zu installieren. So gelangte der Betrüger an ihre Bankdaten und führte mehrere Transaktionen durch.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Experten warnen eindringlich davor, Fremden Zugriff auf den eigenen Rechner zu gewähren oder sensible Daten am Telefon preiszugeben.
81 Millionen Angriffe auf Microsoft-365-Konten
Doch nicht nur Privatpersonen sind betroffen. Sicherheitsforscher des IT-Dienstleisters Huntress dokumentierten eine massive Angriffswelle auf Unternehmenskonten. In der zweiten Junihälfte registrierten sie rund 81 Millionen Anmeldeversuche bei Microsoft-365-Diensten.
Die Angreifer setzten auf „Password-Spraying“ – sie testeten gängige Kennwörter gleichzeitig bei einer Vielzahl von Konten. Insgesamt konnten sie 78 Konten in 64 Organisationen kompromittieren. Besonders perfide: Die Täter nutzten einen ROPC-Ablauf (Resource Owner Password Credentials), um bestehende Multifaktor-Authentifizierungen zu umgehen. Die IP-Adressen der Angreifer ließen sich unter anderem in die USA und nach China zurückverfolgen.
Schockanrufe und falsche Polizisten
Die jüngste Angriffswelle auf Microsoft-365-Konten mit 81 Millionen Anmeldeversuchen zeigt: Password-Spraying und MFA-Umgehung sind reale Bedrohungen. Dieser Report liefert Ihnen die entscheidenden Schutzmaßnahmen – von der Erkennung bis zur Abwehr. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Report anfordern
Die Betrugsmaschen werden immer vielfältiger. In Sachsen häuften sich Anfang Juli die Fälle von Schockanrufen. Ein 78-jähriger Mann aus Dresden überwies über 78.000 Euro an eine angebliche Bankmitarbeiterin. Eine 93-jährige Frau übergab Schmuck und Münzen an falsche Polizeibeamte.
Auch über Messenger-Dienste wird kräftig abgezockt. Im Landkreis Gotha verlor eine Seniorin 20.000 Euro, nachdem Täter ihr exklusive medizinische Leistungen versprachen.
Gefälschte Interpol-Mails im Umlauf
Der Sicherheitsanbieter Bitdefender warnt zudem vor E-Mails, die angeblich von Interpol stammen. Sie enthalten passwortgeschützte Archive mit Ransomware. Zielgruppe sind vor allem kleine Unternehmen in den Bereichen Pharma, Technologie und Finanzen.
Junge Generation besonders sorglos
Schon 78 Konten in 64 Organisationen wurden bei der aktuellen Password-Spraying-Kampagne kompromittiert. Die Täter umgehen gezielt Multifaktor-Authentifizierung. Erfahren Sie in diesem Report, wie Sie Ihre M365-Umgebung absichern – bevor Ihre Daten betroffen sind. M365-Sicherheitsleitfaden jetzt sichern
Eine YouGov-Umfrage zeigt: Die Generation Z geht deutlich sorgloser mit Online-Betrug um. Weniger als die Hälfte der Befragten erkennt extreme Renditeversprechen als Betrug. Bei älteren Generationen ist dieser Wert deutlich höher.
Die Initiative Sicher Handeln weist darauf hin, dass die Fallzahlen im Bereich Cybertrading-Fraud 2024 massiv gestiegen sind. Die Täter werden immer kreativer – und das Vertrauen in bekannte Marken ist ihre größte Waffe.
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