Microsoft 365: Preise steigen um bis zu 33% ab Juli
16.06.2026 - 14:36:14 | boerse-global.de
Ab Juli 2026 werden zahlreiche Microsoft-365-Abonnements teurer – in einigen Fällen um bis zu 33 Prozent. Besonders betroffen sind Unternehmen und Frontline-Mitarbeiter.
Der Software-Riese passt die Preise für seine wichtigsten Geschäfts- und Enterprise-Tarife an. Die Erhöhungen treten am 1. Juli 2026 in Kraft und betreffen sowohl Microsoft 365 als auch Office 365 – mit Steigerungen zwischen fünf und 33 Prozent.
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Wer zahlt wie viel mehr?
Im Business-Bereich steigen die Kosten spürbar: Business Basic verteuert sich von 6 auf 7 Euro pro Nutzer und Monat (plus 17 Prozent), Business Standard von 12,50 auf 14 Euro (plus 12 Prozent). Die Tarife Business Premium und Office 365 E1 bleiben vorerst stabil.
Noch deutlicher fallen die Anpassungen bei den Enterprise-Lizenzen aus. Office 365 E3 kostet künftig 26 Euro – ein Plus von 13 Prozent. Microsoft 365 E3 steigt um acht Prozent auf 39 Euro, das Top-Paket E5 um fünf Prozent auf 60 Euro.
Die prozentual größten Sprünge gibt es bei den Frontline-Worker-Lizenzen: M365 F1 schießt um 33 Prozent auf 3 Euro nach oben, F3 um 25 Prozent auf 10 Euro. Auch die Sicherheitspakete Enterprise Mobility + Security (EMS) und Entra werden teurer – Entra P1 um 16 Prozent, Entra P2 um elf Prozent.
Bestandskunden haben Spielraum
Bestehende Kunden zahlen die alten Preise bis zur ersten Verlängerung nach dem Stichtag. Lizenzexperten raten: Wer den Vertrag vor dem 30. Juni 2026 verlängert, kann sich die aktuellen Konditionen für bis zu drei Jahre sichern. Auch Cloud Solution Provider (CSP) locken mit Rabattaktionen für Neukunden – allerdings nur noch bis Ende des Monats.
Milliardendeal mit der US-Luftwaffe
Bereits am 15. Juni 2026 sicherte sich Dell Technologies über seine Tochter Dell Federal Systems einen Auftrag der US Air Force im Wert von 1,44 Milliarden Euro. Der Vertrag läuft bis April 2029 und umfasst M365 E3, E5, F-Serien sowie Software Assurance. Ein Zeichen dafür, dass Großkunden trotz der Preiserhöhungen auf Microsofts Ökosystem setzen.
Neues Spitzenpaket: M365 E7
Erst im Mai 2026 erweiterte Microsoft seuin Portfolio nach oben: Die Microsoft 365 E7 Premium Suite bündelt die E5-Funktionen mit Copilot, der Entra Suite und Agent 365. Das Paket richtet sich an Großunternehmen, die eine Komplettlösung aus Produktivität, Sicherheit und KI suchen.
Technische Änderungen im Juli
Ab dem 6. Juli 2026 führt Microsoft dateibasiertes Archivieren als Standardfunktion für M365 Archive ein. SharePoint-Dateien werden automatisch in den Cold Storage verschoben – gedacht zur Speicherplatzoptimierung. Administratoren können die Funktion per PowerShell deaktivieren. Der Rollout soll bis zum 31. Juli abgeschlossen sein.
Sicherheitslücke und neue Phishing-Welle
Forscher von Varonis Threat Labs entdeckten eine Schwachstelle in M365 Copilot mit der Bezeichnung SearchLeak (CVE-2026-42824) . Über legitime Microsoft-Links konnten Angreifer Daten abziehen. Microsoft hat inzwischen einen Patch ausgeliefert.
Parallel warnt das FBI vor der Phishing-as-a-Service-Plattform Kali365, die seit April 2026 aktiv ist. Das Tool umgeht die Multi-Faktor-Authentifizierung in Teams, Outlook und OneDrive über OAuth-Device-Code-Flows. Besonders betroffen: Gesundheitswesen, Finanzsektor und Behörden. Die Empfehlung: den Device-Code-Flow blockieren.
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Analysten raten zum Lizenz-Check
Die Gartner-Analysten sehen in den Preiserhöhungen einen Anlass für Unternehmen, ihre Softwareausgaben zu überprüfen. Ihre Beobachtung: 25 bis 30 Prozent der SaaS-Ausgaben entfallen auf ungenutzte oder falsch zugewiesene Lizenzen. Wer jetzt seine Verträge durchforstet, könnte die Mehrkosten zumindest teilweise auffangen.
