Microsoft 365: Kalender-Phishing greift mehr als 40.000 Organisationen an
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsexperten von Check Point Research haben eine großangelegte Phishing-Kampagne identifiziert, die über manipulierte Kalendereinladungen und Besprechungsanfragen Zugangsdaten für Microsoft 365 erbeuten will. Wie aus Berichten vom 16. Oktober 2026 hervorgeht, registrierten die Analysten bis zum 15. Oktober 2026 insgesamt 302.386 einzigartige Phishing-Mails. Die Angriffe richteten sich weltweit gegen mehr als 40.000 Organisationen.
Kalenderdateien umgehen traditionelle E-Mail-Schutzfilter
Bei den Attacken greifen die Täter laut der Untersuchung auf zwei zentrale Methoden zurück. Zum einen versenden sie manipulierte Dateien im Standardformat .ics als Anhang. Diese Dateien sorgen dafür, dass die Einladungen in gängigen E-Mail- und Kalenderprogrammen wie reguläre Termine dargestellt werden.
Schadhafte Links platzieren die Angreifer dabei direkt in der Beschreibung des Termins, im Ortsfeld oder binden QR-Codes ein. Durch diesen Ansatz lassen sich traditionelle Sicherheitsfilter für E-Mails häufig umgehen.
Zum anderen setzen die Akteure auf direkte Links im Nachrichtentext, die Nutzer auf gefälschte Anmelde- oder Zahlungsseiten leiten. Nach Erkenntnissen von Check Point Research wird bei der gesamten Kampagne weder Schadsoftware installiert noch eine technische Schwachstelle in Programmen ausgenutzt.
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Stattdessen basiert das Vorgehen vollständig auf Methoden des Social Engineering, um die Empfänger zur manuellen Preisgabe ihrer vertraulichen Daten zu bewegen.
Optisch imitieren die betrügerischen Nachrichten unter anderem Einladungen zu Besprechungen über Microsoft Teams, Hinweise auf angebliche Abonnement-Verlängerungen oder Benachrichtigungen zu PayPal-Transaktionen. Die hinterlegten Verknüpfungen führen die Opfer anschließend auf nachgebaute Anmeldeseiten für Dienste von Microsoft, Google oder PayPal.
Massiver Aktivitätsschub im Herbst
Die Sicherheitsforscher beobachteten eine massive Eskalation der Kampagne im Verlauf des Jahres 2026. Während das Volumen im April 2026 noch bei wenigen Tausend Nachrichten pro Monat lag, stieg die Zahl der Phishing-Mails im September 2026 auf über 118.000 an. Ab dem 25. September 2026 verzeichnete Check Point Research eine nochmals deutlich beschleunigte Aktivität.
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In den ersten beiden Oktoberwochen des Jahres 2026 kletterte das erfasste Aufkommen schließlich auf mehr als 740.000 Nachrichten. An aktiven Tagen zählten die Experten im Durchschnitt über 8.300 Phishing-Mails. Den Höchststand markierte der 8. Oktober 2026, an dem innerhalb von 24 Stunden fast 200.000 betrügerische Nachrichten registriert wurden.
Um die Erkennung und Blockade zu erschweren, bedienen sich die Drahtzieher einer breit gestreuten Infrastruktur. Nach Angaben von Check Point Research stammten die versendeten E-Mails von über 33.890 verschiedenen Absenderdomänen und mehr als 247.270 eindeutigen Absenderadressen. In vielen Fällen wurden die Nachrichten über zuvor kompromittierte Konten verschickt, was den Einladungen zusätzlichen Anschein von Legitimität verleiht.
