Microsoft, Italiens

Microsoft 365: Italiens Behörde leitet Verfahren gegen KI-Zwang ein

29.06.2026 - 16:04:07 | boerse-global.de

Italienische Behörde untersucht unfaire Praktiken bei der Integration von Copilot in Microsoft 365. Der Konzern steht vor regulatorischen und finanziellen Herausforderungen.

Microsoft 365: Italienische Wettbewerbshüter prüfen KI-Integration
Microsoft - Microsoft 365-Logo mit Lupe, symbolisiert regulatorische Prüfung von Preisen und KI-Integration. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM hat am Montag ein Verfahren gegen Microsoft Ireland Operations und Microsoft Italy eingeleitet. Der Vorwurf: unfaire Geschäftspraktiken bei der Integration von KI-Funktionen in Microsoft 365.

Zwangsweise KI-Integration im Visier der Behörde

Im Zentrum der Ermittlungen stehen die jüngsten Preiserhöhungen für das Abonnement von Microsoft 365. Die italienische Behörde beanstandet, dass Kunden nicht ausreichend über die Integration der KI-Tools Copilot und Designer informiert wurden. Stattdessen seien Abonnenten automatisch auf teurere Tarife umgestellt worden – es sei denn, sie widersprachen aktiv.

Die AGCM stuft dieses Vorgehen als aggressive Geschäftspraxis ein, die die Wahlfreiheit der Verbraucher einschränkt. Microsoft hat Kooperation mit den italienischen Behörden zugesagt. Die Untersuchung folgt auf ein separates Verfahren der britischen Wettbewerbsbehörde, die kürzlich eine strategische Marktanalyse des gesamten Microsoft-Geschäftssoftware-Ökosystems eingeleitet hat.

Steigende Kosten und KI-Strategie

Der regulatorische Druck trifft Microsoft in einer phase massiver Kostensteigerungen. Das Unternehmen hatte Preiserhöhungen für mehrere Produktlinien angekündigt und diese mit deutlich gestiegenen Speicher- und Infrastrukturkosten begründet – eine direkte Folge des massiven Ausbaus der KI-Infrastruktur.

Trotz der Turbulenzen bleibt das institutionelle Interesse hoch. Die Investmentfirma Anchyra Partners LLC stockte ihren Anteil an Microsoft im ersten Quartal 2026 um 8,1 Prozent auf über 31.000 Aktien auf. Insgesamt halten institutionelle Anleger rund 71 Prozent der ausgegebenen Microsoft-Aktien.

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Kursverluste und Sparkurs

Die Microsoft-Aktie zeigte sich im ersten Halbjahr 2026 volatil und verlor zwischen 24 und 35 Prozent gegenüber früheren Höchstständen. Zwar steigerte der Konzern den Umsatz im dritten Quartal um 18,3 Prozent auf umgerechnet rund 76 Milliarden Euro – das Wachstum der Cloud-Sparte Azure verfehlte mit 39 Prozent im zweiten Quartal jedoch die Analystenerwartungen knapp.

Als Reaktion auf die Neuausrichtung hin zur KI-Entwicklung kündigte Microsoft im April 2026 ein freiwilliges Abfindungsprogramm für rund 8.750 Mitarbeiter in den USA an. Das Programm richtete sich an Beschäftigte, deren Lebensalter plus Betriebszugehörigkeit mindestens 70 Jahre ergab. Teams, die an Copilot und anderen KI-Projekten arbeiten, waren von den Streichungen ausgenommen.

Sicherheitswarnung: Neue Phishing-Welle gegen Microsoft 365

Parallel zu den regulatorischen und finanziellen Herausforderungen warnt das FBI vor einer neuen Bedrohung: Der Phishing-as-a-Service-Dienst Kali365 ist seit April 2026 aktiv und zielt gezielt auf Microsoft-365-Konten ab. Die Angreifer nutzen den Gerätecode-Login-Prozess, um die Mehrfaktor-Authentifizierung zu umgehen.

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Über Telegram verbreiten sie Phishing-E-Mails, die Nutzer dazu verleiten, Zugriff auf ihre Outlook-, Teams- und OneDrive-Konten zu gewähren. Die US-Bundespolizei empfiehlt Unternehmen, den Gerätecode-Fluss einzuschränken und Authentifizierungsrichtlinien zu überprüfen, um Kontenübernahmen zu verhindern.

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