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Microsoft 365 Copilot: KI-Zwangsinstall auf Windows 11 startet

22.06.2026 - 12:03:30 | boerse-global.de

Microsoft verteilt den KI-Assistenten Copilot automatisch auf Windows-11-Geräten. IT-Administratoren müssen aktiv widersprechen, um die Installation zu verhindern.

Microsoft 365 Copilot: Automatische Installation auf Windows 11 gestartet
Microsoft - A glowing AI symbol integrated into a corporate desktop environment, symbolizing Microsoft Copilot's automatic installation. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Softwarekonzern hat damit begonnen, die Microsoft-365-Copilot-Anwendung automatisch auf Windows-11-Geräten zu installieren. Der Rollout läuft seit Mitte Juni und soll bis Mitte Juli 2026 abgeschlossen sein.

Betroffen sind Rechner, die mit Microsoft-365-Business-Desktop-Apps ausgestattet sind. Statt über den Windows Store erfolgt die Verteilung über den Microsoft-365-Apps-Updater – die KI-Anwendung wird also direkt mit den üblichen Produktivitäts-Updates ausgeliefert.

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Administratoren müssen aktiv eingreifen

Für Unternehmen bedeutet das: Die Installation ist standardmäßig aktiviert. Wer sie verhindern will, muss im Microsoft-365-Admin-Center explizit widersprechen. IT-Administratoren haben dort die Möglichkeit, den automatischen Deployment-Prozess zu stoppen.

Die Anwendung ist darauf ausgelegt, generative KI-Funktionen tiefer in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams zu integrieren. Microsoft hatte bereits früher versucht, die Reichweite des KI-Assistenten zu erhöhen – der jetzige Ansatz geht jedoch deutlich weiter, da er eine aktive administrative Maßnahme erfordert, um die Installation zu unterbinden.

EU-Ausnahme: Digitale Märkte setzen Grenzen

Eine bemerkenswerte Ausnahme gibt es: Geräte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sind von der automatischen Installation ausgenommen. Der Schritt ist offenbar eine Reaktion auf den Digital Markets Act (DMA), der großen Technologieanbietern strenge Auflagen macht, wie sie Dienste bündeln und Software vorinstallieren dürfen.

Trotz der regionalen Ausnahme zeigt sich ein Teil der Nutzerschaft verärgert. Kritik gibt es vor allem daran, dass es für einzelne Anwender keinen einfachen Weg gibt, die Anwendung nach der Installation durch den System-Updater wieder zu deaktivieren.

Abrechnung nach Verbrauch: Neues Preismodell startet

Parallel zum Rollout stellt Microsoft die Abrechnung seiner KI-Dienste um. Seit Juni 2026 gilt für Copilot Cowork ein verbrauchsabhängiges Abrechnungsmodell. Zwar bleibt eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz weiterhin Voraussetzung, doch die Kosten richten sich nun nach den tatsächlich ausgeführten KI-Aktionen.

Um die hohen Betriebskosten der großen Sprachmodelle in den Griff zu bekommen, setzt Microsoft auf günstigere Alternativen. Das Unternehmen plant, feinabgestimmte Modelle des chinesischen Anbieters DeepSeek auf der Azure-Plattform zu hosten. Zudem werden die Modelle Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4.1 von Anthropic in Microsoft 365 Copilot integriert – allerdings nur für Forscher und Copilot-Studio-Nutzer, die über die Anthropic-API zustimmen.

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Datenschutz: Neue Kontrollen, aber auch neue Kritik

Für Unternehmen führt Microsoft bis Juli 2026 neue Funktionen in Microsoft Purview ein. Administratoren können dann Vertraulichkeitsstempel vergeben, die verhindern, dass Copilot und andere KI-Dienste bestimmte vertrauliche Dateien verarbeiten. Der Schutz gilt für Dokumente und Kommunikation in der gesamten Office-Suite.

Doch die zunehmende Integration von KI in das Betriebssystem stößt bei Datenschützern auf Widerstand. Signal-Präsidentin Meredith Whittaker warnte am 20. Juni 2026 vor den Risiken systemnaher KI-Agenten. Sie bemängelte insbesondere die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dieser Prozesse und die tiefen Systemzugriffe, die für die KI-Assistenten notwendig sind. Whittaker forderte eine strengere Regulierung der Branche.

Windows-11-Roadmap: Stabilität statt neuer Features

Microsoft hat zudem den weiteren Fahrplan für Windows 11 konkretisiert. Das Update 26H2 soll im Herbst 2026 als sogenanntes Enablement-Paket erscheinen. Anders als die Vorgängerversion 25H2, die unter anderem KI-Integration und Markdown-Vorschauen in die Notepad-App brachte, liegt der Fokus bei 26H2 auf Stabilität. Die Hardware-Anforderungen bleiben unverändert.

Der Support-Zyklus für die kommende Version ist ebenfalls festgelegt: Home- und Pro-Editionen werden bis Oktober 2028 unterstützt, Enterprise- und Education-Versionen bis Oktober 2029.

de | wissenschaft | 69601983 |