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Microsoft 365 Copilot: 30 Millionen Nutzer zahlen für KI-Assistenten

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsofts KI-Assistent erreicht 30 Millionen Nutzer, Google monetarisiert KI-Funktionen. Open-Source-Office-Lösungen profitieren vom Trend zu kostenpflichtigen Abos.

KI-Abo-Offensive von Microsoft und Google: Open-Source-Suiten als Alternative im Trend
Modernes Laptop auf einem Holztisch mit Tabellenkalkulation im professionellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die großen Technologiekonzerne treiben ihre KI-Offensive voran und stellen zunehmend auf kostenpflichtige Abomodelle um. Für deutsche Nutzer wird der Griff zu alternativen Office-Lösungen damit immer attraktiver.

Microsoft meldet Rekordzahlen bei KI-Produkten

Microsoft hat am 30. Juli beeindruckende Geschäftszahlen vorgelegt: Der KI-Assistent Microsoft 365 Copilot erreichte demnach 30 Millionen zahlende Nutzer – eine Verdoppelung innerhalb kurzer Zeit. Der Cloud-Bereich bleibt der wichtigste Wachstumsmotor: Die Azure-Umsätze stiegen im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 43 Prozent – das stärkste Wachstum seit 2022. Erstmals überschritt der Jahresumsatz von Azure die Marke von 100 Milliarden US-Dollar.

Doch der Erfolg hat seinen Preis: Die Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur erreichten im Quartal 41 Milliarden US-Dollar. Diese Summen müssen refinanziert werden – auch über höhere Preise für Endkunden.

Google zieht nach: KI-Funktionen nur noch im Abo

Auch Google verfolgt eine aggressive Monetarisierungsstrategie. Seit dem 12. Februar 2026 sind KI-Funktionen in Docs, Sheets und Gmail nur noch mit dem kostenpflichtigen Tarif Google AI Pro nutzbar – für umgerechnet rund 18 Euro pro Monat. Darin enthalten sind Audio-Zusammenfassungen, intelligente Textüberarbeitung und 5 Terabyte Speicherplatz. Im Mai kam mit „Ultra“ ein Premium-Tarif für umgerechnet rund 92 Euro monatlich hinzu.

Beobachter zeigen sich besorgt, dass die kostenlosen Basistarife bei Google und Microsoft Schritt für Schritt ausgehöhlt werden könnten. Was gestern noch Standard war, wird morgen zur Bezahlfunktion.

WPS Office: Der freemium Herausforderer im Aufwind

Die zunehmenden Kosten der großen Anbieter bescheren WPS Office wachsende Beliebtheit. Die Suite bietet eine Oberfläche, die Microsoft Office stark ähnelt, und punktet mit hoher Kompatibilität zu DOCX-, XLSX- und PPTX-Dateien. Das Modell: kostenlos nutzbar mit Werbung, werbefrei gegen Gebühr.

Dazu kommen eigene KI-Assistenten für Textgenerierung und Datenanalyse, plattformübergreifende Synchronisation sowie erweiterte PDF-Bearbeitung mit Texterkennung (OCR). Für alle, die keine monatlichen Abogebühren zahlen wollen, ist WPS damit eine ernsthafte Alternative – auch wenn die Werbung im kostenlosen Modus stört.

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LibreOffice: Unabhängigkeit ohne Ablaufdatum

Wer vollständig auf Abonnements verzichten möchte, findet in LibreOffice weiterhin die wichtigste Anlaufstelle. Die Open-Source-Suite setzt auf das offene ODF-Format und kennt kein End-of-Life-Datum – ein klarer Vorteil, denn der Support für Microsoft Office 2021 endet am 13. Oktober 2026.

Die Entwicklung läuft trotz einer Führungskrise im April, bei der mehrere Entwickler das Projekt verließen, unvermindert weiter. Die kommende Version 26.8 soll einen Spendenaufruf direkt in der Software integrieren, um die Finanzierung zu sichern. Bereits verfügbar: die Tabellenkalkulation Calc kann inzwischen mit der XLOOKUP-Funktion aufwarten und bietet mehr Funktionen als das Microsoft-Pendant.

Mit Collabora Online existiert zudem ein Partnerprojekt, das eine browserbasierte Office-Lösung mit optionalem, selbst hostbarem KI-Assistenten anbietet. Die Daten bleiben dabei auf eigenen Servern – ein starkes Argument für Datenschutz und digitale Souveränität.

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Spezialisierte Tools statt Alleskönner

Der Markt für Produktivitätssoftware wird vielfältiger. Immer mehr Nutzer setzen auf spezialisierte Werkzeuge statt auf Komplettpakete:

  • Projektmanagement: AppFlowy für Organisation und Aufgabenverwaltung
  • E-Mail: Thunderbird bleibt die erste Wahl für datenschutzbewusste Nutzer
  • Notizen: Joplin überzeugt als Open-Source-Alternative
  • Technische Helfer: RustDesk für Fernwartung, PDFGear für PDF-Bearbeitung – beides ohne Abogebühren

Die Botschaft ist klar: Während die großen Konzerne auf teure KI-Abos setzen, wächst die Nachfrage nach bezahlbaren, offenen und datensparsamen Alternativen. Der Wettbewerb zwischen Hochpreis-Suiten und Community-Projekten dürfte sich weiter verschärfen – am Ende profitieren die Nutzer von der Wahlfreiheit.

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