Microsoft 365 Backup: Neue Abteilungsabrechnung für Großkunden
18.05.2026 - 15:05:10 | boerse-global.deAb Mitte Mai 2026 können Großkunden die Kosten für Microsoft 365 Backup erstmals nach Abteilungen, Regionen oder Tochtergesellschaften aufschlüsseln. Die Neuerung adressiert einen langjährigen Wunsch von IT-Verantwortlichen: mehr Transparenz bei den Speicherkosten.
Bislang wurden Backup-Kosten zentral über ein einziges Azure-Abonnement abgerechnet. Das machte es für IT-Abteilungen nahezu unmöglich, die Ausgaben präzise auf die verursachenden Teams oder Standorte zu verteilen. Mit der neuen Funktion ändert sich das grundlegend.
Moderne IT-Infrastrukturen und Backup-Lösungen wie Microsoft 365 müssen nicht nur technisch stabil, sondern auch rechtlich einwandfrei dokumentiert sein. Diese kostenlose Excel-Vorlage hilft Ihnen, Ihr DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und rechtssicher zu erstellen. Kostenlose Muster-Vorlage und Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt gratis herunterladen
Bis zu 50 Abrechnungsmodelle pro Mandant
Das Herzstück der Neuerung ist die Möglichkeit, bis zu 50 separate Abrechnungsrichtlinien innerhalb eines einzigen Mandanten zu definieren. Administratoren können nun für jede Abteilung eigene Backup-Bereiche festlegen und diese mit dedizierten Azure-Abonnements verknüpfen.
Ein Beispiel: Die SharePoint-Seiten des Vertriebsteams oder die Exchange-Postfächer einer Regionalniederlassung werden künftig direkt dem Budget dieser Einheit belastet. Das System nutzt Role-Based Access Control (RBAC), um die Verwaltungsrechte zu delegieren. Nur wer sowohl Backup-Administrator als auch Besitzer oder Mitwirkender des zugehörigen Azure-Abonnements ist, kann kostenpflichtige Sicherungsaufträge auslösen. Diese doppelte Hürde verhindert unautorisierte Ausgaben.
Verbrauchsabhängige Preise
Microsoft 365 Backup bleibt ein Pay-as-you-go-Dienst – anders als die typischen Pro-Nutzer-Lizenzen anderer Microsoft-365-Produkte. Der Preis liegt bei umgerechnet etwa 0,14 Euro pro Gigabyte und Monat für geschützte Inhalte.
Die Abrechnung basiert auf dem gesamten Datenvolumen, das unter Schutz steht. Microsoft summiert dabei mehrere Kategorien:
- Die aktive Größe von OneDrive-Konten, SharePoint-Seiten und Exchange-Postfächern inklusive des ersten Papierkorbs
- Daten im zweiten Papierkorb (Site Collection Recycle Bin) sowie versionierte Elemente in geschützten Postfächern
Ein 100-GB-SharePoint-Site mit zusätzlichen 50 GB im zweiten Papierkorb würde also mit 150 GB abgerechnet.
Wichtig für alle Sparfüchse: Die Häufigkeit der Sicherungspunkte hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Kosten. Wer seltener sichert, spart kein Geld – die Abrechnung hängt allein vom Datenvolumen ab, nicht von der Anzahl der Snapshots.
Sicherheit und Geschwindigkeit
Die neue Abrechnungsfunktion kommt zusammen mit weiteren Verbesserungen der Backup-Architektur. Die Daten verlassen nie die vertrauenswürge Microsoft-365-Umgebung und bleiben geografisch dort, wo der jeweilige Mandant residiert. Microsoft verspricht Wiederherstellungsgeschwindigkeiten von bis zu zwei Terabyte pro Stunde.
Ein entscheidender Sicherheitsaspekt: Die Backups sind unveränderbar – sie können nur durch einen expliziten, formalen Deaktivierungsprozess gelöscht werden. Das ist ein wirksamer Schutz gegen Ransomware-Angriffe, bei denen Angreifer typischerweise versuchen, Sicherungsdateien zu verschlüsseln oder zu löschen.
Für Behörden und öffentliche Einrichtungen steht die Funktion ebenfalls bereit. Microsoft hat die Backup-Fähigkeiten kürzlich auf die Government Community Cloud (GCC) ausgeweitet. Die Mehrfachabrechnung soll dort kurz nach dem kommerziellen Rollout folgen.
Strategischer Wandel: Von der Kostenfalle zur Transparenz
Branchenbeobachter sehen in der Abteilungsabrechnung mehr als nur ein nettes Feature. Sie spiegelt einen grundlegenden Wandel wider, wie Unternehmenssoftware konsumiert und verwaltet wird. Bei exponentiell wachsenden Datenmengen wird die Fähigkeit, Kosten aufzuschlüsseln, zur operativen Notwendigkeit.
Die Integration in Microsoft Cost Management im Azure-Portal ermöglicht Finanzteams detaillierte Einblicke: Kostenaufschlüsselungen nach Diensttyp (OneDrive, SharePoint, Exchange) mit spezifischen Tags wie „tenantid" und „servicetype". IT-Leiter können ihre Backup-Infrastruktur so verantwortungsvoll skalieren und sicherstellen, dass kritische Daten geschützt sind, ohne für weniger wichtige Einheiten übermäßig Ressourcen vorzuhalten.
Während Microsoft die Transparenz bei Backup-Kosten erhöht, bleibt die rechtskonforme Dokumentation von Datenverarbeitungen eine zentrale Pflicht für IT-Verantwortliche. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche häufig übersehenen Pflichtfelder bei einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörden sofort auffallen. Experten-Anleitung zum DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis jetzt sichern
Das Abteilungsmodell verhindert zudem böse Überraschungen für die zentrale IT. Bisher konnte eine einzige Abteilung durch eine massive Datenmigration oder versehentliche Duplizierung das gesamte Mandanten-Backup-Budget sprengen. Künftig bleiben solche Spitzen auf das jeweilige Abteilungs-Abonnement beschränkt – ein unmittelbarer Anreiz für lokale Teams, ihren Datenfußabdruck effizient zu managen.
Ausblick
Der aktuelle Rollout konzentriert sich auf SharePoint, OneDrive und Exchange. Microsoft hat bereits angekündigt, dass der Dienst weiterentwickelt wird. Zukünftige Updates sollen unter anderem Teams-Daten und Funktionen zur Dateiarchivierung umfassen.
Die Abteilungsabrechnung steht zunächst Neukunden zur Verfügung. Bestandskunden von Microsoft 365 Backup sollen die Aktualisierung im Laufe des Jahres erhalten. Für Unternehmen, die Drittanbieter-Lösungen auf Basis der Microsoft-365-Backup-Plattform nutzen, erfolgt die Abrechnung weiterhin direkt über den jeweiligen Softwareanbieter.
Angesichts zunehmender Cyber-Bedrohungen und regulatorischer Anforderungen wie dem Digital Operational Resilience Act (DORA) dürfte der Fokus auf granulare, prüfbare und schnelle Datenwiederherstellung weiter zunehmen. Microsofts Entscheidung, die Backup-Preise an organisatorische Strukturen anzupassen, zeigt: Finanzmanagement ist für die Widerstandsfähigkeit genauso entscheidend wie technische Redundanz.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
