Microsoft, Governance-Vorfälle

Microsoft 365: 77 Prozent der Unternehmen melden Governance-Vorfälle

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ShareGate meldet Governance-Vorfälle bei 77 Prozent der Unternehmen; zugleich nutzen 56 Prozent Copilot vollständig, doch nur 1 Prozent setzt spezielle Schutzwerkzeuge ein.

ShareGate-Bericht: KI-Nutzung wächst, Microsoft-365-Governance bleibt zurück
Ein minimalistischer, moderner Büroflur mit klaren architektonischen Linien und indirekter Beleuchtung ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Unternehmens-IT schreitet rasant voran, doch die Absicherung dieser Systeme hält mit der Entwicklung kaum Schritt.

Laut dem Bericht „State of M365“ von ShareGate, der auf Daten vom 23. September 2026 basiert, verzeichneten 77 % der Unternehmen im vergangenen Jahr mindestens einen Governance-Vorfall innerhalb ihrer Microsoft-365-Umgebung. Die Analyse verdeutlicht eine signifikante Diskrepanz zwischen der produktiven Nutzung moderner KI-Anwendungen und den etablierten Kontrollmechanismen.

Governance-Vorfälle als systemisches Risiko

Der Bericht identifiziert konkrete Sicherheitslücken, die aus einer unzureichenden Verwaltung der Cloud-Umgebungen resultieren. Demnach entfielen 38 % der registrierten Vorfälle auf unberechtigte Zugriffe durch ehemalige Mitarbeiter oder externe Gäste. Weitere 35 % der Probleme betrafen Lücken in der Auditierung oder Compliance-Vorgaben, während in 26 % der Fälle sensible Inhalte in unbefugte Hände gelangten.

Ein wesentliches Problem stellt die Identifikation dieser Vorfälle dar. Laut ShareGate erfahren 65 % der betroffenen Unternehmen erst nachträglich von entsprechenden Vorfällen, während lediglich 35 % in der Lage sind, proaktiv auf Sicherheitsrisiken zu reagieren. Trotz dieser Zahlen bezeichnen 63 % der befragten Organisationen ihre Governance-Strukturen als „operationalisiert“ oder in einem noch fortgeschritteneren Stadium.

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KI-Einführung ohne spezialisierte Absicherung

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist die Dynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Anteil der Unternehmen, die Microsoft Copilot vollständig eingeführt haben, stieg deutlich von 29 % auf nunmehr 56 %. Bei 93 % der Nutzer gilt das Tool inzwischen als produktiv eingesetzt, was einen Anstieg gegenüber den 82 % im Jahr 2025 markiert. Zudem setzen 67 % der Unternehmen bereits zwei oder mehr verschiedene KI-Lösungen parallel ein.

Dem starken Zuwachs bei der Nutzung steht jedoch eine stagnierende Entwicklung bei den Sicherheitswerkzeugen gegenüber. Wie bereits im Jahr 2025 nutzt auch aktuell nur 1 % der Unternehmen ein spezielles Governance-Tool zur Absicherung ihrer IT-Strukturen.

Stattdessen vertrauen 57 % auf die integrierten Microsoft-Werkzeuge, während 38 % mit manuellen Richtlinien arbeiten. Etwa 4 % der Unternehmen verfügen über keinerlei Governance-Strukturen für diesen Bereich.

Der KI-Stack in den Unternehmen ist dabei breit gefächert: 54 % der Befragten nutzen ChatGPT Enterprise, 36 % setzen auf Gemini und 32 % verwenden Claude for Work. Bei den sogenannten „Tenants“, die Copilot vollständig implementiert haben, nutzen 28 % sogar drei oder mehr zusätzliche KI-Werkzeuge.

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Budgetverschiebung und strategische Hürden

Die wirtschaftliche Bedeutung der Technologie spiegelt sich in den IT-Budgets wider. 22 % der Unternehmen geben mittlerweile mehr als ein Fünftel ihres IT-Budgets für KI-Anwendungen aus. In Organisationen, die eine vollständige Einführung von Copilot abgeschlossen haben, steigt dieser Anteil sogar auf 32 %.

Gleichzeitig führen regulatorische Bedenken zu Verzögerungen bei der digitalen Transformation. Compliance-Fragen verhinderten oder verzögerten bei 34 % der Unternehmen die geplante Cloud-Migration, was eine Steigerung gegenüber den 20 % im Jahr 2025 darstellt. Insgesamt gaben 87 % der Befragten an, dass Compliance-Erwägungen ihre Migrationsstrategie beeinflussen.

Hinsichtlich der Infrastruktur zeigt der Bericht eine fortschreitende Verlagerung in die Cloud. Während 68 % der Unternehmen auf hybride Modelle setzen, arbeiten 28 % bereits vollständig in der Cloud – ein Anstieg gegenüber den 22 % des Vorjahres. Die Ergebnisse basieren auf Umfragen unter 943 IT-Fachleuten und 851 IT-Führungskräften aus neun verschiedenen Ländern.

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